ÖPNV München

Münchner Verkehrsprojekte auf dem Abstellgleis?

Auf dieser Trasse soll die Verlängerung der U5 verlaufen – aber es dauert, bis sie kommt.
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Auf dieser Trasse soll die Verlängerung der U5 verlaufen – aber es dauert, bis sie kommt.

München: Kommen wichtige Münchner Verkehrsprojekte aus dem Takt? Der Stammstreckenbau droht den Bau der U5-Verlängerung und den Regionalzughalt an der Poccistraße zu verzögern.

Der Verkehr in München ist am Anschlag. Trotzdem verschieben sich wohl mehrere Projekte zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in München. Dem Münchner Merkur liegt ein Entwurf eines Drei-Phasen-Plans von Verkehrsminister Joachim Herrmann vor. Demnach werden Bauvorhaben in drei Kategorien eingeteilt: Projekte, die vor Inbetriebnahme der Stammstrecke realisiert werden, Projekte, die mit der Inbetriebnahme umgesetzt werden und Projekte die erst danach kommen. In die letzte Kategorie fallen laut dem Merkur auch der Regionalzughalt an der Poccistraße und die Verlängerung der U5 vom Laimer Platz nach Pasing.

Der Regionalzughalt an der Poccistraße soll demnach erst 2028 kommen. Lange Zeit stritten sich Stadt und Freistaat hier über die Finanzierung. Die Stadt lehnte eine Beteiligung ab, da vor allem Pendler und nicht Münchner profitieren würden. Inzwischen sagte der Freistaat zu, die Kosten für die ersten Planungsschritte zu übernehmen und der Stadtrat beschloss im Januar, das Vorhaben zu unterstützen. Täglich könnten an der Poccistraße werktags 7700 Fahrgäste ein-, aus- oder umsteigen. Die anliegenden Bezirksausschüsse (BA) Sendling und Isarvorstadt-Ludwigsvorstadt befürworten den Regionalzughalt – und kritisieren eine mögliche Verschiebung ins Jahr 2028. „Wir sind empört“, erklärt Alexander Miklosy, Vorsitzender des Bezirksausschusses Isarvorstadt-Ludwigsvorstadt, und kündigte an: „Wenn es so kommt, werden wir uns dagegen zur Wehr setzen.“

Noch lange warten müssen die Münchner wohl auch auf Verlängerung der U5 vom Laimer Platz nach Pasing. Geplant sind Haltepunkte an der Willibaldstraße, dem neuen Bahnhof Am Knie sowie dem Bahnhof Pasing. Derzeit laufen die Detailplanungen, eigentlich hieß es, dass die Bauarbeiten im Jahr 2019 beginnen könnten.

Doch in dem Entwurf des Drei-Phasen-Programms ist das Projekt erst nach Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke eingeordnet – ohne genaue Jahresangabe. Doch: „Es war eigentlich Konsens, dass die Verlängerung bald kommt“, wundert sich Romanus Scholz, Vorsitzender des Pasinger BAs. Im Nachbarbezirk Laim hat man ebenfalls kein Verständnis: „Das kann doch nicht sein“, ärgert sich Vorsitzender Josef Mögele. „Alle wissen doch, dass der ÖPNV in München zusammenbricht.“

Bei der geplanten U-Bahnverlängerung steht ebenfalls zur Diskussion, dass die U5 über Pasing hinaus bis Freiham ausgeweitet werden soll. Doch laut eines Gutachtens, das im Auftrag des Planungsreferats erstellt wurde, wäre das mehr als neun Mal so teuer als der Bau einer Tramstrecke von Pasing nach Freiham. Für diese Verlängerung stehen die Karten also schlecht. 

Zu möglichen Verzögerungen, die aus dem Drei-Phasen-Programm hervorgehen, gibt man sich bei der Stadt München  bedeckt. „Die Fachabstimmungen, an denen auch wir beteiligt sind, sind derzeit noch im Gange“, erklärt Ingo Trömer, Pressesprecher des Planungsreferats. Er könne keine Auskunft geben, „da es sich um einen laufenden Prozess handelt, dessen Ergebnis aktuell noch offen ist.“

Die Bahn und die Münchner Verkehrsgesellschaft verweisen auf das Verkehrsministerium. Dort möchte man aber ebenfalls momentan noch nichts sagen.
cla, andy

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