Das Turbo-Internet

Münchner Stadtwerke starten Glasfaser-Offensive

+

Komische Kabel wird man in Laim ab sofort öfter sehen: Die Stadtwerke und M-Net verlegen in den Vierteln ein ganzes Netz an Glasfasern für schnelles Internet.

Die Fasern sind dünner als ein Haar – und können in Lichtgeschwindigkeit Daten übertragen: Mit einem Glasfaseranschluss surft man in Höchstgeschwindigkeit durch das Internet. Jetzt bauen M-Net und die Stadtwerke das Glasfasernetz in München weiter aus. 35 000 Gebäude sollen in den nächsten fünf Jahren erschlossen werden – so viele wie noch nie! Damit werden knapp 70 Prozent aller Münchner Haushalte Zugang zu Glasfaser haben (s. unten).

„Der Bandbreitenbedarf steigt seit Jahren kontinuierlich“, erklärt Andreas Dietrich von M-Net. Immer mehr Bürger nutzen Streamingdienste, es sind mehr internetfähige Geräte in Gebrauch, auch Home-Office ist im Kommen. „Da ist ein stabiler und schneller Internetanschluss entscheidend“, sagt Dietrich. Die meisten Kunden entscheiden sich derzeit für einen Vertrag mit einer Übertragungsrate von 50 oder 100 Mbit pro Sekunde, es sind aber weitaus höhere Geschwindigkeiten möglich. „Nach oben gibt es technologisch gesehen kaum Grenzen“, so Dietrich.

Bei der Übertragung über herkömmliche Kupferleitungen geht auf dem Weg zu den Kunden Schnelligkeit verloren, bei Glasfaser ist das nicht der Fall.

Beim Münchner Ausbau werden die Glasfaserkabeln deshalb direkt in die Häuser verlegt. Dazu gibt es Wanderbaustellen mit einer Länge von 150 Meter. Die Arbeiten vor einem Gebäude dauern zwischen drei und fünf Tagen.

Für die Eigentümer ist der Glasfaseranschluss in der Ausbauphase umsonst, wer später nachrüsten möchte, muss rund 4000 Euro zahlen. Sobald die Kabel von den Stadtwerken verlegt sind, installiert M-Net im Keller einen optisch-elektrischen Wandler und schafft den Zugang zur bestehenden Telefonverkabelung. Es ist die Entscheidung der Hausbewohner, ob sie zu M-Net wechseln, um den Glasfaser­anschluss zu nutzen, oder bei ihrem Telefon- und Internetanbieter bleiben. cla

Hallo München-Service: Hier kann man bald in Höchstgeschwindigkeit im Netz surfen

Münchner Stadtwerke starten Glasfaser-Offensive

Der Glasfaserausbau in München erfolgt in zwei Schritten. Von 2010 bis 2014 wurden vordergründig die Gebiete innerhalb des Mittleren Rings (gelbe Schraffierung) erschlossen. Im Sommer 2016 ist der zweite Bauabschnitt für über 230 000 Wohneinheiten (blaue Schraffierung) gestartet. Im Mai können die ersten Anschlüsse im Hasenbergl und im Harthof ins Netz gehen. Ab März beginnt die Erschließung der Gebiete Laim-Ost, Am Luitpoldpark, Infanteriestraße, Obersendling-Ost, Freiham sowie Messestadt Riem. In Neuhadern geht es im Juli los. Später folgen die Bereiche Milbertshofen, Freimann-Süd, Parkstadt Bogenhausen, Josephsburg, Balanstraße Nord, Perlach-Süd, Moosach-Süd, Alt-Moosach, Nymphenburg-Süd, Neupasing, Siebenbrunn, Alte Heide, Oberföhring-Ost, Thalkirchen, Mittersendling, Pasing-Ost sowie Nymphenburg Nord. Bis 2021 soll alles fertig sein. Es ist angedacht, den Ausbau dann in weiteren Stadtgebieten fortzusetzen. 

Auch interessant:

Meistgelesen

Volleyball–Playoffs im Audi Dome – Bürger und BA befürchten mehr Verkehr
Volleyball–Playoffs im Audi Dome – Bürger und BA befürchten mehr Verkehr
Spitzenkandidatin der CSU
Spitzenkandidatin der CSU
Spitzenkandidat der SPD
Spitzenkandidat der SPD
Mann will Taxifahrer beklauen und aus fahrendem Auto fliehen – Später findet Polizei Betäubungsmittel 
Mann will Taxifahrer beklauen und aus fahrendem Auto fliehen – Später findet Polizei Betäubungsmittel 

Kommentare