Freischankfläche statt Parkplätzen

Pilotprojekt „Gastgarten“: Augustiner-Wirt will Parkplätze in Terrasse umwandeln

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Thomas Eberlein möchte vier Stellplätze vor der Gollierstraße 56 auflösen und stattdessen einen Restaurantgarten aufbauen. 

Der Betreiber des Augustiner Bürgerheims möchte Stellplätze vor seinem Lokal in eine Terrasse umwandeln. Dabei soll es sich allerdings um keine gewöhnliche Freischankfläche handeln...

Westend – Seit zehn Jahren ist Thomas Eberlein Betreiber des Augustiner Bürgerheims an der Bergmann- Ecke Gollierstraße. Ebenso lange schon spielt er mit einer Idee, die er jetzt dem BA vorstellte: Eberlein möchte im Sommer vier Stellplätze vor dem Lokal, die bisher für Anwohnerparken vorgesehen sind, in eine Terrasse umwandeln. Der Wirt erhofft sich einen „Mehrwert“ fürs Viertel und verweist auf die sogenannten „Parklets“, welche im vergangenen Sommer zum Verweilen einluden. Auch führte er Beispiele wie Wien und Koppenhagen an: „Das sind im Sommer wunderschöne Innenstädte – ohne Autos. Das hat ein ganz anderes Flair.“

Thomas Eberlein, Betreiber des Augustiner Bürgerheims an der Bergmann- Ecke Gollierstraße.

Auch bei der Gestaltung der Terrasse könnte man neue Wege wagen: „Während bei einer normalen Freischankfläche bestimmte Sichtachsen bei der Bepflanzung beachtet werden müssen, waren bei den Parklets große Pflanzen erlaubt. Je grüner, desto besser“, sagt Eberlein. Auch könne er sich eine Tauschbörse für beispielsweise Bücher vorstellen.

Parteiübergreifend waren die Lokalpolitiker von der Idee angetan 

Ulrike Boesser (SPD) bemerkte, dass ihre Fraktion es grundsätzlich begrüße, wenn Parkplätze zugunsten einer Verweil-Fläche. aufgegeben werden. Doch: „Wir haben bei den Parklets gesagt, dass diese nicht für eine kommerzielle Nutzung gedacht sind. Daher sollte man das nicht vermengen.“ 

Sarah Seeßlen (Grüne) fügte hinzu, dass der Idee vermutlich andere Gastronomiebetriebe folgen wollen werden. In Anbetracht möglicher Sorgen der Anwohner – immer wieder hatten sich Bürger beim BA hinsichtlich einer Entwicklung zur „Partyzone Westend“ beschwert – schlug Seeßlen vor, die Nutzung zeitlich zu begrenzen. 

Eine Anregung von Thomas Hofstätter (CSU) lautete: „Man könnte das Projekt Gastgarten oder Restaurantgarten nennen. Damit es nicht den Eindruck einer Besäufnismeile erweckt.“ Mit einer Sonderbezeichnung könnte man das Projekt zudem rechtlich von einer normalen Freischankfläche abgrenzen. 

Viertel-Chefin Sibylle Stöhr (Grüne) betonte, dass man Eberlein und Augustiner als zuverlässigen Wirt beziehungsweise Partner zu schätzen wisse und den Vorstoß als Bereicherung fürs Viertel wagen solle. Der BA beschloss mit einer Gegenstimme, das Pilotprojekt für ein Jahr unter bestimmten Auflagen zu unterstützen und einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung weiterzuleiten.

Entgegengesetzte Erwartungen bei der Umsetzung

Während der BA bereits von einer Umsetzung in diesem Sommer träumt, vermutet Eberlein eine Verwirklichung frühestens in zwei Jahren. Und auch Johannes Mayer vom KVR deutet auf Hallo-Nachfrage an, dass das Unterfangen dauern könnte: „Da die geplante Nutzung auf der Fahrbahn nicht durch die Sondernutzungsrichtlinien abgedeckt ist, müsste eine entsprechende Neuregelung durch den Stadtrat beschlossen werden.“ 

Ein ähnlicher Vorstoß des ehemaligen „Bergmannshof“ an der Landsbergers Straße 73 von 2011 sei aufgrund negativer Stellungnahmen der Referate abgelehnt worden. „Zudem sollte kein Präzedenzfall für das gesamte Stadtgebiet geschaffen werden“, so Mayer. 

dbo

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