Als Rikscha-Fahrer auf der Wiesn

Radl-Taxler verrät: Das sind seine wildesten Erlebnisse in 22 Jahren Oktoberfest

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Joscha Köppl fährt seit 22 Jahren Fahrradrikscha zur Wiesenzeit

Kotzen, Knutschen, Karussellfahren – für die einen ist die Wiesn die längste Party des Jahres. Für die anderen die stressigste Zeit.

Theresienwiese – Als Rikscha-Fahrer hat Joscha Köppl während der Wiesn Hochsaison, bis zu 60 Karren-Taxler sind für ihn und seinen Kollegen Dominic Staat bei den „Pedalhelden“ im Einsatz. 

Goldene Regel, die für alle Rikscha-Fahrer gilt

„Wir haben keine Beförderungspflicht – Sturzbetrunkene müssen wir nicht mitnehmen“, sagt Dominic Staat, einer der ersten Fahrer in München, der „Pedalhelden“ 1997 mit Köppl gegründet hat. 

Gut so, denn: „An der frischen Luft werden manche erst so richtig betrunken“, sagt Staat. Meistens macht das Fahren aber Spaß. Denn: „Ganz frisch Verliebte fahren gerne Rikscha.“ Die halten dann Händchen, knutschen und die Dame im Dirndl hat meistens ein Lebkuchenherz, auf dem so etwas steht wie: I mog di. „Das ist wirklich süß.“

Eher lustig denn romantisch: die Rikscha-Konvois

Wenn eine Gruppe gleich mehrere Radl bucht. „Meistens wird dann nach der Wiesn weitergefeiert, im Glockenbachviertel“, erzählt er. Andere Gäste wiederum wollen heim, finden aber den Weg nicht mehr. „Eine Australierin war ziemlich betrunken und hat ihr Hotel nicht mehr gefunden.“

Kein Einzelfall. Selbst mittendrin waren die „Pedalhelden“ schon auf der Wiesn: Als sie beim Trachtenumzug mitradelten. In den Rikschas saßen dann bekannte Menschen wie Radiomoderator Matuschke mit Freundin oder die Musiker von „Da Huawa, da Meier und i“.

Nicht nur die Wiesn bleibt den Radl-Rittern in Erinnerung

Köppl gerät fast ein bisschen ins Schwärmen, wenn er an den 105-Jährigen denkt, den er 2005, als die Bundesgartenschau in München war, durch die Stadt geradelt hat. „Der Mann war topfit. Und diese Aura! So erhaben hat er gewirkt“, erzählt der 41-Jährige begeistert. Zu Tränen gerührt haben mag auch dieses Erlebnis: Ein Kollege hat seiner Freundin während einer Rikscha-Fahrt einen Heiratsantrag gemacht.

Die Wiesn ist meist weniger romantisch – dafür lukrativ. Die Rikschapreise steigen. Aber: „Vor der Fahrt muss der Preis besprochen werden.“ Handeln ist erlaubt.

Hanni Kinadeter

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