Die düsteren Seiten der Wiesn

Das Oktoberfest zeigt sich von seiner Kehrseite

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Nachts sind auf der Wiesn die Zombies los

Die Wiesn hat nicht nur ihre schönen Seiten. Ihre düstere zeigt sie jetzt in Graphic Novel, TV und Literatur...

Die Zombies sind los: Taxifahren bei Nacht

Comiczeichner Frank Schmolke ist auch zur Wiesnzeit Taxi gefahren

Theresienwiese – Es ist nicht so, dass der Comiczeichner und Illustrator Frank Schmolke gar nicht auf die Wiesn geht. Doch: „Ich bin nebenher immer Taxi gefahren, auch zur Wiesnzeit. Nachts sind die Zombies los“, sagt der 51-jährige gebürtige Münchner. 

Zuletzt saß er 2014 beruflich hinterm Steuer, hatte immer ein Skizzenbuch dabei. Entstanden ist daraus schließlich die Graphic Novel „Nachts im Paradies“. 

Darin beschreibt er in Schwarz-Weiß-Bildern die dystopische Realität eines Taxifahrers, der während des Oktoberfests in der nächtlichen Großstadt verschwindet. „Viele Episoden sind tatsächlich so passiert, einige dramatisiert“, erzählt Schmolke. 

So gibt es beispielsweise die Geschichte von zwei betrunkenen Geschäftsmännern, die schnellstens zum Flughafen wollen. Doch der Taxifahrer wird durch eine Radarkontrolle aufgehalten, muss blechen und erhält am Ende nur ein dürftiges Trinkgeld. 

Oder die Episode mit einer Frau, die so betrunken ist, dass sie gar nicht mehr weiß, wo sie hin will. „Die Wiesn ist Ausnahmezustand. Wegen des Umsatzes von Taxlern herbeigesehnt – und zugleich gefürchtet.“ 

Mit dem Erfolg seines Comics habe er nicht gerechnet. Derzeit wird die zweite Auflage gedruckt.

Konkurrenzkampf

Historische Eventserie „Oktoberfest - 1900“ (AT) wir 2020 im Ersten ausgestrahlt

Theresienwiese – Der erbitterte Kampf zweier Brauerei-Clans um gesellschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung im München des Jahres 1900 steht im Mittelpunkt der sechsteiligen, historischen Eventserie „Oktoberfest – 1900“ (AT).

Es ist auch die Geschichte vom Konflikt der Generationen, der von verletzter Ehre, Intrigen und Standesdünkel getragen wird, und der zugleich Licht in die Schattenwelt der Brauereien und Wirtshäuser bringt. 

Die Dreharbeiten haben im Mai in Prag begonnen. Ausgestrahlt wird 2020 in Doppelfolgen im Ersten.

Fiktives Attentat

Autor Christoph Scholder schrieb sein Erstlingswerk „Oktoberfest“.

Theresienwiese – In seinem Debüt-Roman „Oktoberfest“ von 2010 erfindet der Münchner Autor Christoph Scholder auf knapp 600 Seiten die Szenerie einer Massengeiselnahme durch russische Terroristen. 

Zweiter Wiesn-Sonntag: Oleg Blochin, der skrupellose Kommandeur einer russischen Elite-Soldateska, erteilt seinen Männern den Befehl, Betäubungsgas im ersten Bierzelt freizusetzen. Und das ist erst der Anfang: Schlag auf Schlag geht es weiter, 70 000 Menschen werden zu Geiseln in einem hochriskanten Spiel auf Leben und Tod. 

Der Roman ist nur als eBook erhältlich.

Daniela Borsutzky

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