Lieber echt als billig

„Der Bierpreis interessiert mich nicht“: Neuer Wiesn-Chef will anderen Fokus setzen

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Ein Fest mit langer Tradition: Die Wiesn.

Ob 10 oder 15 Euro: Warum die Kosten-Debatte für Clemens Baumgärtner ein leidiges Thema ist, worauf er stattdessen setzen will...

Theresienwiese – Die Wiesn ist ein Fest der Superlative: Das größte und bekannteste Volksfest der Welt – und auch das schönste, wie zumindest der neue Wiesnchef Clemens Baumgärtner findet. 

Mehr als sechs Millionen Feierwütige strömen jedes Jahr in die Zelte, 7,9 Millionen Maß haben sie im vergangenen Jahr gekippt. 2018 lag der teuerste Bierpreis bei 11,50 Euro, in diesem Jahr kostet die Maß zwischen 10,80 und 11,80 Euro (Hallo berichtete).

Aber die Preis-Diskussion ist für den Wiesn­chef ein leidiges, lästiges Thema. „Der Bierpreis interessiert mich nicht“, sagt Baumgärtner kurz angebunden. Viel wichtiger sei doch die hohe Qualität. Neben den ganzen „Wiesn-Clonen“ auf der Welt, handle es sich in München schließlich um das echte Oktoberfest. 

„Keine billige Saufveranstaltung“

Über die Clone-Festl kann er nur die Nase rümpfen. Bier aus Plastikbechern, Würstelburger vom Pappteller und Plastikbänke zum Sitzen – geht gar nicht, findet der CSUler. „Wir sind keine billige Saufveranstaltung.“ 

Der neue Wiesnchef: Clemens Baumgärtner.

Das ist es auch, was der seit März amtierende Wiesnchef in den Fokus rücken will: Die Qualität, nicht die Preisdiskussion soll künftig wieder im Vordergrund stehen. Das Preis-Gejammere hält er für unnötig. „Für Bedürftige gibt es Angebote und alle anderen können sich die Wiesn doch leisten.“

Das Ziel: Tradition und Kontinuität

Den Akzent auf die Qualität, ist der einzige, den der Referent für Wirtschaft und Arbeit derzeit setzen will. „Das Oktoberfest hat so eine lange Tradition, da will ich jetzt nicht groß etwas ändern – im Gegenteil, ich schätze die Kontinuität.“

Geändert indes hat sich seine Garderobe: Als Jugendlicher tanzte er in Jeans und Lederjacke im Zelt. Jetzt trägt er freilich Tracht. „Ich habe mir noch mal einige Klamotten gekauft“, sagt er. Lederhosen, Trachtenjacken. 

Gespannt ist er schon auf das Oktoberfest – als Chef hat er eine ganz neue Perspektive darauf. In sein neues Büro hat Baumgärtner inzwischen auch alle Krüge gestellt, die seine Familie aufhob: Krüge aus den 70ern und 80ern. Der diesjährige steht natürlich auch dabei – den findet er besonders hübsch.

Hanni Kinadeter

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