Instrument erwacht

Nach 60 Jahren: Orgel der Anastasia-Kapelle soll wieder bespielbar gemacht werden

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Aus der Anastasia-Kapelle könnte man künftig wieder verlockende Klänge vernehmen...

Viele Jahrzehnte war die Stimme der Orgel auf dem Waldfriedhof verstummt. Jetzt soll sich das ändern, das Instrument zu ursprünglicher Größe zurückfinden. Doch es werden hohe Kosten anfallen...

Sendling-Westpark/Hadern –  Die Anastasia-Kapelle auf dem Waldfriedhof ist an sich schon eine Besonderheit. Versteckt zwischen alten Fichten im alten Teil des Geländes, etwa eineinhalb Kilometer südlich der Aussegnungshalle, befindet sich die kleine Kirche – entworfen von Stadtbaurat Hermann Leitersdorfer, der wenige Jahre zuvor Münchens erstes Hochhaus an der Blumenstraße erbaut hatte. 

Während der Vorraum ganzjährig zugänglich ist, wird das Gitter zum Kirchenraum normalerweise nur einmal pro Jahr wenige Stunden für Besucher geöffnet. Heuer war das zur Maiandacht des Pfarrverbands Obersendling-Waldfriedhof. Doch jetzt haben Münchner erneut die Gelegenheit, Anastasia einen Besuch abzustatten. Denn nun ist eine Orgel aufgetaucht, die fast 60 Jahre keinen Ton von sich gab.

Kapelle verfiel in Dornröschenschlaf

„Es handelt sich um ein Instrument des führenden Münchner Orgelbauers Carl Schuster und dürfte aus der Erbauungszeit der Kapelle um 1932 stammen“, erklärt Andreas Werner von der Pfarrei Sankt Hedwig. 

„Liturgisch dürfte sie bis zur Erbauung der Kirche Sankt Hedwig 1962 genutzt worden sein. Mit der Gründung der neuen Pfarrei verlor die Kapelle für die liturgischen Feiern zusehends an Bedeutung und verfiel in eine Art Dornröschenschlaf.“

Weil der Kirchenraum nur einmal im Jahr geöffnet wird, blieb die alte „Schuster-Orgel“ in der Sakristei lange unendeckt.

Ein Orgelbauer habe sich angesichts dieser Rarität bereit erklärt, das Instrument wieder bespielbar zu machen. Seine Arbeitszeit will er spenden, doch für die Materialkosten werden bis zu 2000 Euro anfallen. 

Spendenaktionen in Planung

Daher wird nun eine Spendenaktion gestartet: In der Anastasia-Kapelle beginnt am Sonntag, 7. Juli, um 17 Uhr die Benefiz-Veranstaltungsreihe „Musik+Worte“. Den Anfang macht das a-capella-Ensemble „Whatever we sing“, außerdem werden ausgesuchte Texte rund um das Thema „Friedhof“ vorgetragen. 

„Die Kapelle wird geöffnet sein. Man kann dann auch die beeindruckenden Fresken zur Musik und den Worten auf sich wirken lassen“, sagt Werner. Der Eintritt ist frei – um Spenden für die Orgelsanierung wird gebeten. 

Weitere Termine unter: www.sankt-hedwig.de/anastasia

Daniela Borsutzky

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