Ziehen hier bald Künstler ein?

Waldfriedhofviertel: BA will Zwischennutzung für leeres Gebäude

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Eine bunte Fassade wie an der Zschokkestraße könnte das Gebäude an der Grenze Sendling-Westpark zu Hadern bis zu seinem Abriss aufhübschen.

Nachdem Investor gekauftes Gebäude auch nach Jahren leer stehen lässt, wird nun die Kritik seitens der Bürger immer lauter. Eine geplante Zwischennutzung könnte dem Komplex wieder Leben verleihen. 

Hadern/Sendling-Westpark: Seit Jahren steht das Gebäude an der Ecke Waldfriedhof-/Fürstenrieder Straße leer – Supermarkt, Ärzte, Café, sie alle sind längst ausgezogen. Eigentümer ist die Rock Capital Group, die plant, ein neues Quartierszentrum zu errichten – doch nichts geht voran (Hallo berichtete). 

Mit einem Schreiben trat ein Bürger Großhaderns an den BA 20 heran und beklagte sich über die schlechte Nahversorgungslage an besagter Ecke. Nachdem Haderns Viertel-Chef Johann Stadler (CSU) die Vermutung geäußert hatte, dass das Gebäude wohl noch eine ganze Weile leer stehen würde, machte Anke Wittmann den Vorschlag, dass man den Komplex unterdessen von Künstlern zwischennutzen lassen könnte. „Letztes Jahr gab es an der Zschokkestraße ein tolles Projekt“, sagt Wittmann. Der frühere Gewerbehof West wurde von Künstlern bis zum Abriss bespielt (Hallo berichtete). „Sicherlich gibt es Interessenten, mit denen man an dieser Ecke Ähnliches umsetzen könnte“, sagt Wittman. In Absprache mit dem BA 7 soll jetzt eine solche Nutzung beantragt werden. 

Anke Wittmann

Uwe Kramm (Grüne), Vorsitzender des Unterausschusses Bau und Umwelt im BA Sendling-Westpark, ist von der Idee grundsätzlich angetan: „Hätten wir gewusst, dass sich das so lange hinzieht, hätten wir das vermutlich auch längst vorgeschlagen.“ Die Informationspolitik des Eigentümers kritisiert Kramm scharf, Rock Capital habe gegenüber dem BA nur „äußerst zurückhaltend kommuniziert“. Ob sich eine künstlerische Zwischennutzung umsetzen lässt, bezweifelt er aber. 

Künstlerischer Geist erfüllte den Gewerbehof West bis zu dessen Abriss 

Jenny Becker vom Kulturreferat erklärt, dass Voraussetzung hierfür sei, dass der Eigentümer diese auch zulässt: „Das wäre also der erste Schritt, bevor man überhaupt mögliche Nutzungen prüfen kann.“ Was eine Umsetzung ebenfalls schwierig gestalten könnte: Aus gut informierten Kreisen wurde Hallo zugetragen, dass Rock Capital noch heuer den Bauantrag stellen will. Grund für die Verzögerungen sei ein Problem mit der Nutzungsstruktur des Gebäudes gewesen. 

Auch das nebenan gelegene Grundstück, wo sich derzeit eine Burger-King- Filliale befindet, soll erworben und überbaut werden. Bereits im kommenden Jahr könnten die Bauarbeiten beginnen. Ingo Trömer vom Planungsreferat bestätigt, dass „Gespräche mit dem Eigentümer über die künftige Entwicklung des Grundstücks geplant“ seien. Rock Capital selbst hat bisher auf keine Anfrage von Hallo reagiert. 

dbo

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