Verkehrskonzept gefordert

Weniger Belastung für Anwohner im Bereich der geplanten Moschee – BA beschließt Maßnahmen

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Anwohner rund um die Edelsbergstraße befürchten eine Verschärfung der angespannten Verkehrssituation sollte die Moschee gebaut werden.

Die geplante Moschee in der Nähe vom Audi Dome sorgt für Wirbel - doch diesmal nicht wegen der rechten Pegida. Die Anwohner beschweren sich über die angespannte  Parkplatzsituation.

Update: 29. Januar

Sendling-Westpark – Das bosnisch-islamische Kulturzentrum, das an der Edelsbergstraße in der Nähe des Audi Domes entstehen soll, schlägt hohe Wellen: Kürzlich rief Pegida zur Demo gegen das Projekt auf – einer Hand voll ausländerfeindlicher Bürger stellten sich etwa 50 Gegendemonstranten von „München ist bunt“ gegenüber. 

Zwischen den Stühlen stehen die Anwohner – die sich nicht vor einen politischen Karren spannen lassen wollen, sondern die ohnehin angespannte Verkehrssituation bemängeln. Auch in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses waren Anwohner zu Gast und trugen erneut ihre Bedenken vor. 

Auf Initiative der SPD-Fraktion hat der BA nun ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, das die betroffenen Anwohner entlasten soll. In dem vier Seiten umfassenden Papier fordern die Lokalpolitiker zunächst, dass das Planungsreferat ein Verkehrs- und Parkkonzept für die Besucher des Audi Domes, der Pflegeakademie in der Edelsbergstraße 6 und gegebenenfalls des geplanten Gebetshauses an der Edelsbergstraße ausarbeiten soll. 

Des Weiteren soll der Zaun des Audi Dome- Parkplatzes in der Nähe der Grüntenstraße eine Öffnung für Fußgänger erhalten. Außerdem sollen die Bordsteine an der Breitach-Grüntenstraße abgesenkt werden. Geforderte Zickzack-Linien an jener Kreuzung sowie an denen der Breitach-/Säulingstraße, der Rauheck-/Grüntenstraße sowie Rauheck-/Säulingstraße könnten helfen, das bestehende Halteverbot durchzusetzen. 

Zuletzt will Viertel-Chef Günter Keller (SPD) mit der Pflegeakademie Kontakt aufnehmen und eine Änderung der Anfahrtsbeschreibung auf deren Homepage erreichen. Auch sollen Vertreter der Akademie zu einer Verkehrsausschuss-Sitzung eingeladen werden. 

dbo

Update: 13. Januar 2020, 16.00 Uhr 

In Sendling-Westpark brodelt es wegen dem geplantem, bosnisch-islamischen Kulturzentrum in der Edelsbergstraße. Diesmal geht es jedoch nicht um die angespannte Parkplatzsituation. Aus diesem Grund haben Anwohner, Ende des Jahres 2019, Unterschriften gegen das Bauvorhaben gesammelt. 

Laut SPD Sendling-Westpark, will jetzt die rechtsextreme Pegida München gegen das Kulturzentrum demonstrieren. 

Aus diesem Grund plant die SPD eine Gegenkundgebung, unter dem Motto "München ist bunt - Gegen rassistische Hetze in Sendling-Westpark!".

Die Veranstaltung beginnt am Dienstag um 16.30 Uhr an der Edelsbergstr./ Ecke Säulingstr. (Nähe Audi Dome). 

Erstmeldung: 18. Dezember 2019

Sendling-Westpark – An der Edelsbergstraße, unweit des Audi Domes, soll ein bosnisch-islamisches Kulturzentrum entstehen. Bauherr der Moschee ist der Verein I.K.Z. Hidaje mit bisherigem Sitz in Moosach. 

Auf dem Grundstück neben der Pflegeakademie ist ein zweistöckiger Bau mit Kuppel geplant

In der Sitzung des Unterausschusses (UA) Bau und Umwelt stellte John Höpfner vom Büro „Haack & Höpfner Architekten BDA“ das Projekt vor. „Es wird ein schönes Gebäude, dass sich in die Umgebung einfügt“, so der Architekt. Über eine Rampe gelangt man in den abgesenkten Hof, wo ein Brunnen plätschert. Im Unter- und Erdgeschoss sorgen mobile Trennwände für mehrere Seminarräume. 

Anwohner rund um die Edelsbergstraße befürchten eine Verschärfung der angespannten Verkehrssituation sollte die Moschee gebaut werden.

Dort wird beispielsweise Religions- und Nachhilfeunterricht stattfinden, auch ein Damenchor kann proben. Im Obergeschoss befindet sich der Gebetsraum für 90 Personen, überdacht von einer geschlossenen Kuppel. Diese ist eine Holzkonstruktion, mit einem Oberlicht in der Mitte und einem Fensterband rundherum. 

Nachbarn sammeln Unterschriften gegen die Moschee

Auch einige Nachbarn waren in der Sitzung zugegen. 227 Unterschriften haben die Anwohner bereits gegen das Bauvorhaben gesammelt. Ihnen geht es um die Verkehrssituation. Denn vorgesehen sind lediglich drei Stellplätze. „Es hat sich herausgestellt, dass eine Tiefgarage auf diesem kleinen Grundstück nicht sinnvoll ist. Das ist ein Sachverhalt, den man akzeptieren muss“, betonte der Architekt. 

Die Nachbarn sind anderer Meinung

Die Situation sei durch die Pflegeakademie ohnehin prekär und werde zeitweise noch durch die Basketballspiele im Audi Dome verschärft. Ein Mitglied des Vereins gibt Entwarnung: „Etwa 300 Meter entfernt befindet sich ein großer Parkplatz. Außerdem könnten wir Stellplätze in der Tiefgarage der Pflegeakademie anmieten.“ Die Hauptnutzungszeiten lägen am Freitagmittag zum Freitagsgebet sowie am Wochenende. „Dann wären die rund 20 Parkplätze vor der Pflegeakademie frei“, so das Vereinsmitglied. 

2022 will die Gemeinde in einen Neubau an der Edelsbergstraße umziehen

Die Nachbarn wolle man zudem am kulturellen Leben teilhaben lassen, beispielsweise bei einem monatlichen Treff. Im Oktober wurde die Bauvoranfrage eingereicht. Mit den Arbeiten könnte im Frühjahr 2021 begonnen werden, ein Umzug wäre 2022 möglich. 

I.K.Z. Hidaje

Die Gemeinde wurde 2009 gegründet. Zwei Imame kümmern sich um das religiöse Leben in den 250 Quadratmetern an der Gärtnerstraße 41. Zu ihren Zielen zählen unter anderem die Förderung islamischer Werte und der Erhalt des bosnischen Kulturerbes sowie die Integration von muslimischen Mitbürgern mit Migrationshintergrund in der deutschen Gesellschaft.

Daniela Borsutzky

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