Biker raus, Wochenmarkt drauf?

Luise-Kiesselbach-Platz: Stadt gibt Lärmwerte bekannt – wie es weitergeht

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Da mittlerweile auf dem Dach des Vereinsheims das Motorrad entfernt wurde, munkelt man nun, ob das Clubhaus demnächst ebenfalls der Vergangenheit angehört.

Vor vier Jahren wurde der Tunnel am Luise-Kiesselbach-Platz eröffnet, der Verkehr hat an der Oberfläche abgenommen. Trotzdem sind die Lärmwerte noch hoch. Was das für die weitere Planung bedeutet...

Sendling-Westpark – Vier Jahre nach dem Tunnelbau ist es am Luise-Kiesselbach-Platz (LKP) noch immer laut – zu laut, als dass Kinder dort spielen dürften. Die Stadt hat an vier Stellen Werte gemessen und sie jetzt – auf Druck von Viertel-Chef Günter Keller (SPD) – bei einem Ortstermin dem Bezirksausschuss mitgeteilt.

Zwar sind die nun gemessenen Werte besser als die zunächst berechneten – doch immer noch zu hoch für einen Kinderspielplatz. Dafür bräuchte es zusätzliche Schallschutzmaßnahmen. „Wir sprechen uns klar gegen eine Lärmschutzwand aus“, sagte Keller. Weil die genauen Werte Gegenstand einer Beschlussvorlage sind, die im Sommer im Stadtrat behandelt werden soll, hält die Stadt diese noch geheim.

Weitere Alternativen im Gespräch

Anstatt einer Lärmschutzwand soll aber geprüft werden, ob Boulderwände als Schallschutz für einen möglichen Spielplatz im südwestlichen Bereich des LKP geeignet wären. Außerdem könnte der Erdwall an den verbliebenen Fahrspuren des Mittleren Rings höher aufgeschüttet werden und die Ränder stärker bepflanzt werden. 

Bei der Begrünung soll zudem Platz für Kunst am Bau freigehalten werden. „Die Luise-Kiesselbach-Gesellschaft würde auch gerne eine Büste der Namensgeberin aufstellen“, so Keller. Das Gartenbauamt soll nun eine entsprechende Beschlussvorlage erarbeiten.

Zukunft des Wochenmarkts ungewiss

Uneinigkeit herrschte bei den Lokalpolitikern in Bezug auf eine mögliche Verlegung des Wochenmarkts, daher wurde das Thema vertagt. Denn sollte dieser von seinem jetzigen Standort an der Jean-Paul-Richter-Straße an den LKP umziehen, müsste ein Teil des Platzes asphaltiert werden. Zuständiger Sachbearbeiter der Markthallen für den Sendlinger Wochenmarkt ist Anton Erl. 

Einen möglichen Umzug möchte Erl nicht ausschließen, betont aber: „Zunächst muss mit den Händlern gesprochen werden.“ Alfred Damböck, Inhaber eines Metzgereiwagens, beispielsweise wolle sich den LKP „erst einmal genau ansehen“, bevor er sich eine Meinung bilde.

Öffentliche Nutzung im ehemaligen Clubhaus?

Auch das Häuschen, welches seit 25 Jahren von dem Motorradclub „Streetfighters Nomads“ als Vereinsheim genutzt wird, wurde diskutiert. Maria Hemmerlein (Grüne) sprach sich – wie schon mehrmals in der Vergangenheit – dafür aus, das Häuschen einer öffentlichen Nutzung zuzuführen. Da mittlerweile auf dem Dach des Vereinsheims das Motorrad entfernt wurde, munkelt man nun, ob das Clubhaus demnächst ebenfalls der Vergangenheit angehört. 

Alfred Nagel (CSU) plädierte dafür, mit den Clubmitgliedern ins Gespräch zu kommen: „Wir müssen mit ihnen persönlich reden. Die haben einen wasserdichten Vertrag.“ Der Vorstand des Bikerclubs war aufgrund urlaubsbedingter Abwesenheit, für ein Statement nicht zu erreichen.

Daniela Borsutzky

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