Individuelle Gedenken verbunden mit allgemeinen Informationen

München bekommt Erinnerungsort zum Oktoberfest-Attentat – an historischem Ort

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Der vom Gestaltungsbüro Müller-Rieger entwickelte Entwurf eines Informationsorts auf der Theresienwiese am historischen Ort sieht vor, allen 224 Betroffenen eine lebensgroße beleuchtete Silhouette zu widmen.

Ein neuer Informationsorts auf der Theresienwiese soll an das Oktoberfest-Attentat erinnern. Dabei  wurde nun ein Entwurf  entwickelt, der individuelle Gedenken mit allgemeinen Informationen kombiniert...

Auf der Theresienwiese soll künftig ein skulptural gestaltetes Informationsangebot an das Oktoberfest-Attentat am 26. September 1980 erinnern. 

Damit wird dieser schwere rechtsterroristische Anschlag noch sichtbarer in das Gedächtnis der Stadtgesellschaft zurückgerufen. 

Gemeinsam mit Überlebenden und Angehörigen von Todesopfern des Attentats hatte das Kulturreferat bereits eine Gedenktafel für das Münchner Rathaus entworfen, die am 4. Mai 2018 der Öffentlichkeit übergeben worden war. 

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Es ist bald 40 Jahre her, dass München vom größten Terroranschlag der Bundesrepublik betroffen war. Wir wissen, dass ein rechtsextremes Tatmotiv dahinter stand. 

Bis heute wirkt die Vergangenheit nach. 

Vor allem die Betroffenen haben mit der Tat und ihren Folgen zu kämpfen. Mir ist es wichtig, dass wir in Zeiten erstarkender rechtspopulistischer Tendenzen daran erinnern, wie menschenfeindlich solche Ideologien sind. 

Und dass wir konkret und namentlich derer gedenken, die sterben mussten oder verletzt wurden“. 

Kulturreferent Anton Biebl: „Wir wollen an die vielen Betroffenen des Oktoberfest-Attentats erinnern und dabei die durchaus verschiedenen Vorstellungen von Überlebenden möglichst gut aufnehmen. Das kann nur im Gespräch gelingen, daher stehen wir seit längerem im Austausch.

Nun wurde ein gestalterischer Ansatz gefunden, der das individuelle Gedenken mit allgemeinen Informationen zum Ereignis in Verbindung bringt“. 

Seit 2015 werden im Rahmen eines stadtgeschichtlichen Forschungsprojekts des Kulturreferats die Schicksale, Lebens- und Leidensgeschichten der vom Attentat Betroffenen dokumentiert. 

Viele Familien sind bis heute mit den Folgen konfrontiert.

Aus deren individuellen Erzählungen hat sich im Gesamtbild gezeigt, dass viele Familien bis heute mit den Folgen konfrontiert sind. In Kooperation mit der Fachstelle für Demokratie hat das Kulturreferat daher die Bedürfnisse der Opfergruppe zusammengetragen. 

Dies führte zur Entscheidung des Stadtrats, einen Fonds in Höhe von zunächst 50.000 Euro für die Betroffenen einzurichten, um vor allem die Auswirkungen von Spätfolgen abzumildern. 

Gemeinsam wurde auch überlegt, wie man das Oktoberfest-Attentat zeitgemäß in das kollektive Gedächtnis zurückholen kann. Ein adäquater Erinnerungs- und Informationsort, der am historischen Ort gewünscht und gemeinsam mit den Betroffenen entwickelt wurde, nimmt nun Formen an.

Der vom Gestaltungsbüro Müller-Rieger entwickelte Entwurf eines Informationsorts auf der Theresienwiese am historischen Ort sieht vor, allen 224 Betroffenen eine lebensgroße beleuchtete Silhouette zu widmen. 

Die Figurengruppen, die auf einer Fläche von 13 x 19 Metern positioniert werden, werden fünf Themeninseln zugeordnet. Anhand von integrierten Bildern, Texten – analog und digital abrufbar – werden die Informationen zum Attentat vermittelt. 

Den Betroffenen wurde das zustimmende Votum übermittelt

Der Ältestenrat des Stadtrats hatte das Projekt am 18. Oktober bereits positiv diskutiert. Anschließend wurde den Betroffenen das zustimmende Votum übermittelt, der Bezirksausschuss und weitere Beteiligte eingebunden. 

Das Kulturreferat ist gemeinsam mit dem Baureferat und dem Büro Müller-Rieger nun bereits in der Bauplanung für die konkrete Umsetzung.

Ziel ist eine Realisierung bis 26. September 2020, wenn sich das Attentat zum 40. Mal jährt. Die Stadt wird eine halbe Million Euro für das Projekt bereitstellen.

Quelle: Landeshauptstadt München/fb

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