Kein Treffpunkt für Laim?

Kulturcafé fürs Viertel: Schwestern erhalten Absage – warum Sie dennoch nicht aufgeben

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Laura (31, links) und Alexa (37) Steinke wollen mit einem neuen Treffpunkt das Viertel kulturell beleben.

Laura und Alexa Steinke sind waschechte Laimerinnen und lieben ihr Viertel. Doch diesem fehle ein Treffpunkt, der die Bewohner näher zusammenbringe. Deshalb planen sie ein mobiles Kulturcafé.

Laim – Einen Treffpunkt fürs Viertel, ein Kulturcafé für Laim – das wollten die Schwestern Alexa und Laura Steinke auf dem Grundstück an der Agnes-Bernauer-Straße 79 realisieren (siehe unten). 

Jetzt kam die Absage vom Kommunalreferat, in der es heißt, dass „nach intensiver Prüfung“ eine Zwischennutzung durch das Kulturcafé nicht möglich sei. Ein Sprecher erklärt: „Hier spielen mehrere Gründe eine Rolle. Zum einen bestehen langjährige Mitverträge zur Parkplatznutzung. Zum anderen wird die Fläche auch noch temporär für einen Bauernmarkt genutzt. Am wichtigsten ist jedoch, dass die Fläche für einen Erweiterungsbau der angrenzenden Schule benötigt wird.“ 

Unabhängig davon seien Direktvergaben nicht möglich: „Selbst wenn die Fläche verfügbar wäre, müsste diese im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung vergeben werden.“ Die Schwestern wollen sich davon nicht entmutigen lassen, Unterstützung erfahren sie vom BA. 

Auf Nachfrage bestätigt Viertel-Chef Josef Mögele (SPD): „Wir befürworten das Vorhaben und schicken das auch noch als offiziellen BA-Antrag an die Stadt.“

Daniela Borsutzky

Erstmeldung

Laim – Es ist mehr, als nur der Traum vom eigenen Café, den Laura (31) und Alexa (37) Steinke seit langem hegen. Die Schwestern sind in Laim tief verankert. Sie sind aktive Mitglieder der Handballabteilung des SV Laim, ihr Herz schlägt fürs Viertel. Doch: „An Treffpunkten in Laim mangelt es. Das fängt schon damit an, wenn man mit Freunden einen Kaffee trinken möchte, geschweige denn einen Geburtstag in einer coolen Location feiern will“, so Alexa Steinke. Daher wollen die beiden das Viertel jetzt auf eigene Faust beleben – und ein Kulturcafé aufbauen.

Mit einem ganz bestimmten Platz „liebäugeln“ sie dabei schon seit längerem: dem Grundstück an der Agnes-Bernauer-Straße 79 – eine Fläche hinter der Fürstenrieder Schule, die als Parkplatz genutzt wird.

Das Problem: Das Grundstück ist städtisch und sei heiß begehrt, wie Viertel-Chef Josef Mögele (SPD) verlauten ließ, als die Schwestern ihr Vorhaben dem Bezirksausschuss (BA) vorstellten. Grundsätzlich befürwortete das Gremium die Idee, mehrmals fiel der Ausdruck „charmant“.

Auf dem Grundstück an der Agnes-Bernauer-Straße 79 könnte ein Kulturcafé entstehen.

„Wir möchten die Menschen im Viertel näher zusammenbringen“, erklärt Hotelfachfrau Laura Steinke. „Jedes Mal, wenn wir an diesem Platz vorbeikommen, denken wir uns, dass man ihn viel besser nutzen könnte. Er ist zentral gelegen und bestens an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden.“ 

Die Bespielung der Fläche soll über mobile Bauten, wie Container oder Bauwagen erfolgen – somit wäre auch eine Zwischennutzung denkbar. „Wir streben kein normales Café an – es geht viel mehr ums Flair“, sagt Kulturwissenschaftlerin Alexa Steinke. Daher soll es neben Getränken und Snacks, unter besonderer Berücksichtigung des Nachhaltigkeits-Aspekts, auch ein kulturelles Programm geben: beispielsweise Lesungen, Kunstausstellungen und Workshops – auch unter Einbeziehung der benachbarten Schüler. Die Finanzierung seitens der Schwestern wäre gesichert.

Birgit Unterhuber vom Kommunalreferat erklärt, dass das Grundstück „wohl früher oder später für den geplanten Ausbau der Fürstenrieder Schule benötigt“ werde. „Bis dahin prüft unsere Immobilienabteilung die Möglichkeit einer Zwischennutzung“, so Unterhuber.

Einen Namen für ihren Treffpunkt haben die Steinkes übrigens schon: „Im Freundeskreis werden wir die Steinchens genannt.“ Die Idee vom „Kultucafé Steinchen“ wollen sie nun als nächstes bei den städtischen Referaten vorstellen.

Daniela Borsutzky

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