„Viel erreicht – noch nicht genug“

Josef Mögele: 35 Jahre BA-Vorsitz, 50 Jahre SPD-Mitglied

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Im Jahr 1956 wurde Josef Mögele an der Grundschule an der Fürstenrieder Straße eingeschult.

Gleich zwei Jubiläen kann Josef Mögele (SPD) in der kommenden Zeit feiern. Wieso er sich dennoch nicht zufrieden gibt und auf welches Ziel er in Zukunft hinarbeiten will, lesen Sie hier.

Laim – Gleich drei Jubiläen feiert Josef Mögele heuer: Seit 35 Jahren ist er Vorsitzender des Bezirksausschusses (BA) und bereits 50 Jahre ist er der SPD treu geblieben. Am Freitag, 3. Mai, wird zu diesem Anlass im Interim mit geladenen Gästen gefeiert.

Im kommenden Jahr stehen wieder die Kommunalwahlen an – und Mögele, der im Dezember 70 wird, will erneut antreten: „Ich habe in den letzten 35 Jahren viel erreicht – aber eben noch nicht genug.“ Viele Themen müssten noch weiter „angeschoben“ werden, wie beispielsweise die Tramwesttangente.

„Ich kann als BA-Chef zwar nicht alles entscheiden – aber ich kann den Leuten in der Verwaltung ganz gut auf die Nerven gehen.“ Stolz ist er unterem anderen auf die Sanierung und künftige Entwicklung der Alten Heimat, denn: „Gewisse Leute wollten die Siedlung platt gemacht sehen.“ In Hallo zeigt Mögele seine wichtigsten Stationen.

Daniela Borsutzky

Ehemaliges Kaufhaus Beck

Nach mehr als zwei Jahrzehnten Leerstand ist wieder Leben in den „Schandfleck“ eingezogen.

Der sogenannte „Schandfleck“ war eines der Themen, das die längste Zeit von Mögeles bisheriger Amtszeit beanspruchte. „Als meine große Tochter zweieinhalb Jahre alt war, waren wir das letzte Mal beim Beck einkaufen – ich erinnere mich noch an den großen Weihnachtsbaum im Kaufhaus“, erzählt Mögele.

Schließlich folgten mehr als zwei Jahrzehnte Leerstand an der Fürstenrieder Straße 21, da verschiedene Investoren immer wieder mit ihren Plänen scheiterten. Im November vergangenen Jahres wurden die Türen wieder geöffnet – ein Edeka Supermarkt ist eingezogen (Hallo berichtete).

Fürstenrieder Grundschule

Im Jahr 1956 wurde Josef Mögele an der Grundschule an der Fürstenrieder Straße eingeschult – mit einer grün-weißen Schultüte und einem Polizeiauto darin. „Das war damals was ganz besonderes! Zur Polizei wollte ich aber nie“, erinnert sich Mögele. Zu dieser Zeit gab es noch getrennte Eingänge für Buben und Mädchen.

„Den Schriftzug Stähl deine Kraft, greif wacker an! Ein rechter Knab – ein rechter Mann über der Türe mussten alle Kinder auswendig lernen. Dieser Spruch war mein erster großer Krach im BA. Viele wollten ihn entfernt haben, da er als zu nazistisch empfunden wurde. Geschlechterneutral ist er natürlich auch nicht – aber nunmal historisch. Wir haben ihn also erhalten.“

Lieblingsort im Viertel

Mögeles Lieblingsplatz: Die denkmalgeschützte Siedlung rund um die Gunzenlehstraße.

„Es ist ein Ort, an dem die Zeit tatsächlich stehen geblieben ist.“ So beschreibt Josef Mögele seinen Lieblingsplatz in Laim – die denkmalgeschützte Siedlung rund um die Gunzenlehstraße, entworfen von Stadtplaner Theodor Fischer. „Wenn die Bäume hier anfangen zu blühen, ist es besonders schön. Die wenigen Plätze, die wir in Laim haben, ähneln einer Autobahn mit Geschwindigkeitsbegrenzung. Und die Landsberger Straße ist geradezu eine Ansammlung von hässlichen Häusern.“

Tramwest und UVR

„Die Straßenbahn müsste schon längst fahren. Seit 30 Jahren kämpfe ich dafür. Hier ist an vielen Stellen etwas versäumt worden. Allerdings war das auch einfach der Zeitgeist, da muss man nicht mit politischen Farben anfangen“, gibt sich Mögele diplomatisch. „Ob ich mit ihr noch fahren werde bezweifle ich. Aber zumindest will ich noch sehen, wie an der Fürstenrieder der Bagger steht.“ 

Ab September sollen die Arbeiten für die Umgestaltung des Laimer S-Bahnhofs und für den Bau der sogenannten Umweltverbundröhre (UVR) beginnen. „Hoffentlich erleb’ ich den Tunnel noch. Da bin ich schon mit dem damaligen Bundesverkehrsminister Leber davorgestanden und er hat mir per Handschlag versichert, dass er sich um die Röhre kümmert“, erinnert sich Mögele.

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