Versiegelung des Viertels verhindern

Kann die „Initiativgruppe Gartenstadt Laim“ jetzt aufatmen?

Die „Initiativgruppe Gartenstadt Laim“ will verhindern, dass ein städtisches Grundstück an der Queristraße bebaut wird. Für ihr Vorhaben kämpften sie zuletzt im Bezirksausschuss und der Bürgerversammlung. Jetzt spricht die Stadt.

Update vom 21. November:

Die „Initiativgruppe Gartenstadt Laim“ kann vorerst aufatmen– denn für das unbebaute Flurstück zwischen Geßler- und Geigerstraße gibt es Entwarnung. Die Laimer Aktivisten fürchteten, dass das unbebaute Grundstück, welches nur über die anliegenden Gärten zugänglich ist, einer Bebauung zum Opfer fallen könnte. Denn eine Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde hatte bei einer Anwohnerin geklingelt, um das Flurstück zu prüfen.

Laim: Flurstück wird nicht bebaut

Jetzt äußert sich das Kommunalreferat zur Situation – denn das betreffende Grundstück gehört der Stadt. Sprecherin Birgit Unterhuber erklärt: „Nach Rücksprachen mit dem Planungs- und dem Baureferat haben wir die Übertragung der Fläche vom Allgemeinen Grundvermögen an das Baureferat – Gartenbau bereits in die Wege geleitet. Die Fläche soll dem vorgesehenen Zweck sowie aus Gründen des Artenschutzes und der Artenvielfalt als ökologische Ausgleichsfläche dienen. Eine Bebauung wird dort abgelehnt.“ Das Grundstück weise einen sehr hohen, erhaltenswerten Baumbestand auf. Außerdem gebe es dort zwei Tiefbunker, welche auch künftig bestehen bleiben.

Die Ursprungsmeldung vom 13. November 2019:

„Initiativgruppe Gartenstadt Laim“ und weitere Bürger – Sie kämpfen um ihre Grünflächen 

In der Queristraße auf dem Grundstück mit der Hausnummer 12 entsteht derzeit ein Dreifamilienhaus der Primus Concept Unternehmensgruppe mit Wohnungen zwischen 115 und 154 Quadratmetern Größe. 

Ein Bauvorhaben, das sich, wenn es nach Mette Göppinger geht, nicht in die Umgebung einfügt. Zusammen mit der „Initiativgruppe Gartenstadt Laim“ protestiert sie gegen die Versiegelung ihres Viertels. 

Zur Rettung der Gartenstadt- Struktur hat die Stadt eine Rahmenplanung konstruiert. Die Queristraße liegt im Laimer Testgebiet. 

Die Initiativgruppe hat sich gegen das Projekt Queristaße 12 aufbegehrt – der derzeit dort entstehende Bau zerstöre den Gartenstadtcharakter..

Bei der jüngsten Sitzung des BA war die Gruppe vorstellig, kommende Woche wollen sie vor der Bürgerversammlung entsprechende Anträge stellen. 

Während die Bagger an der Queristraße 12 wohl nicht mehr aufzuhalten sind – das Projekt wurde bereits vor der Rahmenplanung genehmigt – hoffen die Aktivisten jetzt, ein unbebautes Grundstück zwischen Geßler- und Geigerstraße retten zu können. 

Dieses ist nur über die anliegenden Gärten zugänglich. „Vor kurzem hat eine Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde bei uns geklingelt und wollte in unseren Garten. 

„Außerdem fordern wir Transparenz“

Sie hatte den Auftrag zu prüfen, ob eine Bebauung des Flurstücks infrage komme“, berichtet eine Anwohnerin. „Wir wollen verhindern, dass dieses wertvolle Grundstück zugebaut wird“, sagt Göppinger und verweist auf die vielen Tiere, die dort leben – sogar Fledermäuse seien gesichtet worden. 

„Außerdem fordern wir Transparenz“, sagt Göppinger. Denn: „Das Grundstück gehört der Stadt. 

Das bedeutet, dass sie sich in diesem Fall nicht mit privaten Investoren rausreden kann.“ Ingo Trömer, Sprecher des Planungsreferats, erklärt gegenüber Hallo, dass im Moment keine Auskünfte erteilt werden könnten, da zum gleichen Thema eine Anfrage des BA vorliege. 

Deren Beantwortung möchte man nicht vorgreifen. Ein Bauantrag liege allerdings nicht vor. Eine Antwort des Kommunalreferats stand zu Redaktionsschluss noch aus. 

Ein weiterer Dorn im Auge der Initiativgruppe: Die mögliche Bebauung der Baumschule im südwestlichen Bereich der Willibaldstraße, eine Machbarkeitsstudie soll hierzu entstehen. Bürger hatten bereits Plakate für die Erhaltung ausgehängt. 

Ebenso setzt sich die Initiativgruppe für den Erhalt der Baumschule ein.

„Wir unterstützen das“, sagt Göppinger. Auch im südöstlichen Teil Laims begehren Bürger auf. Die Gärten des Gevierts begrenzt von Ilmmünster-, Gotthard-, Friedenheimer- und Camerloherstraße liegen im Inneren des Häuserblocks. 

Anwohner rund um die Ilmmünsterstraße wollen die Fällung von zwei großen Bäumen verhindern, welche einem geplanten Rückbau in dieser „grünen Oase“ zum Opfer fallen könnten. 

Anwohner rund um die Ilmmünsterstraße wollen die Fällung von Bäumen verhindern, welche einem geplanten Anbau auf dem Nachbargrundstück zum Opfer fallen könnten.

Anwohnerin Christine Jakschitsch sagt: „Wir fänden es ganz schlimm, wenn das genehmigt wird. Von dem ruhigen Hintergarten profitieren Mensch und Tier.“ Und ein weiterer Anwohner mutmaßt: „Wenn der erste Sündenfall hier passiert ist, wird es kein Halten mehr geben und überall etwas reingeknallt.“ 

Von dem ruhigen Hintergarten profitieren Mensch und Tier. Für die Anwohner wäre es sehr schlimm, wenn sich dies ändern würde.

Ingo Trömer bestätigt, dass ein Antrag auf Erteilung eines Vorbescheides vom 27. September für den Neubau eines Rückgebäudes vorliegt, ebenso wie ein Fällantrag für zwei Fichten. Der BA hat jetzt die entsprechenden Unterlagen angefordert. 

dbo

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