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Neubau Klinikum Großhadern: Pläne und Proteste

Klinikum Großhadern Helikopter-Landeplatz: 22 Architekturbüros beauftragt

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Noch landet der Rettungshubschrauber Christoph München auf dem Boden, doch das Klinikum Großhadern plant einen Neubau samt Dachlandeplatz.

Hadern – Dieses Projekt soll Leben retten: Um Patienten schneller in den OP zu bringen, gibt es bald einen neuen Helikopter-Landeplatz auf dem Dach des Klinikums Großhadern – Doch das gefällt nicht jedem

Das Klinikum Großhadern erfindet sich neu: In zwei großen Bauabschnitten soll das Krankenhaus in den kommenden 18 bis 20 Jahren für rund eine Milliarde Euro zu einem Organzentrum umgebaut werden – und einen Dachlandeplatz für den Rettungshubschrauber Christoph München bekommen. Doch der ist höchst umstritten.

Update 5. Juni:

Hadern – Für den Neubau des Klinikums Großhadern wurden jetzt die entsprechenden Unterlagen an 22 Wettbewerber versendet. Didona Weippert (SPD), selbst Ärztin, berichtete im BA von der Vorbesprechung des Preisgerichts: „Wir haben die Bürgerinitiative und deren Forderung nach einer Machbarkeitsstudie, die prüfen soll, ob man die bisherigen Flugschneisen beibehalten kann, angesprochen.“ Sie hoffe, dass dies weitergegeben werde. Gegen den im Zuge des Neubaus vorgesehenen Dachlandeplatz für den Rettungshubschrauber Christoph München hatte sich Widerstand formiert.

Richtigstellung:

Das Klinikum Großhadern soll einen zweiten Dachlandeplatz für einen Rettungs-Helikopter bekommen. Doch: Gegen die geplanten neuen Anflug- und Umsetzungsschneisen – die deutlich mehr als bisher über bewohntes Gebiet führen – kämpft die Bürgerinitiative Großhadern. Sie fürchtet nicht nur eine gesundheitsgefährden- de Lärmbelästigung für die Bürger, die Positionierung des Landeplatzes sei auch nicht optimal für die Patienten, da diese bei geschlossenen Fenstern bis zu 70 Dezibel ertragen müssten. Anders als in unserem Artikel „Lärm ist gesundheitsgefährdend“ vom 13. März berichtet, kritisiert die Bürgerinitiative aber ausdrücklich nicht die Mitglieder des Bezirksausschusses (BA). Ihre Kritik wollen sie auf die Landespolitik und die Verwaltung bezogen wissen. „Es ist eine wahnsinnige Mauer, gegen die wir da laufen“, erläutert ein Mitglied der Initiative. Die jüngste Entscheidung des Haderner BAs, den Landeplatz-Plänen des Klinikums nicht zuzustimmen, ist allerdings nicht auf eine grundsätzliche Ablehnung zurückzuführen. „Was wir an Informationen zu den Plänen bekommen haben, reicht noch nicht aus“, kommentiert der BA-Vorsitzende Johann Stadler (CSU) auf Hallo-Nachfrage das Nein des Gremiums. Man wolle die Bürgerinitiative zwar prinzipiell unterstützen, doch: „Einzelinteressen müssen in so einem Fall wegen des allgemeinen Interesses zurückstecken.“

Erstmeldung 20. März:

Professor Karl-Walter Jauch, Ärztlicher Direktor.

Erst der Presse, wenige Stunden später im Haderner Bezirksausschuss (BA) stellte der Ärztliche Direktor, Professor Karl-Walter Jauch, die Erweiterungs- und Umbaupläne vor. „Wir wollen nicht mehr einen großen Komplex, sondern ingesamt fünf Organzentren“, sagte der Mediziner. Diese teilen sich in die Behandlung von Herz/Lunge/Gefäß, Bauch/Becken/Transplantation, Onkologie, Kopf sowie muskuloskelletaler Erkrankungen auf.

Onkologie und Herz-, Lungen- und Gefäßzentrum kommen in einem Neubau unter. Auf Letzterem soll der bei den Anwohnern höchst umstrittene Hubschrauberlandeplatz entstehen. Er wandert damit weiter nach Osten und näher an die Wohnbebauung. Entscheidend für den gewählten Standpunkt ist die Nähe zum OP-Zentrum.

Sieben Minuten dauert es laut Jauch derzeit, um lebensbedrohlich verletzte Patienten vom aktuellen Bodenlandeplatz mit dem Rettungswagen in die Schockräume im OP-Zentrum zu bringen. Durch den Dachlandeplatz halbiert sich die Zeit in etwa. Und es gibt noch einen Vorteil, wie Dr. Stephan Prückner, Direktor des Instituts für Notfallmedizin, erläuterte: „Die Verladung des Patienten vom Hubschrauber in den Rettungswagen ist kritisch.“ Bei einer Dachlandung entfällt dieses Umladen.

Laut Jauch sollen nur lebensbedrohlich verletzte Patienten auf dem Dach angeliefert werden. Kolportierte Zahlen von 5000 Flugbewegungen bezeichnet er als „jenseits aller Realität“ und legt die Zahlen aus dem Jahr 2018 vor. Er geht zudem davon aus, dass sich die Technik bei den Hubschraubern weiterentwickelt und sie leiser werden.

Im ersten Bauabschnitt soll neben den beiden genannten Zentren auch ein Diagnostikzentrum im Norden entstehen. Dass dort mit Viren und Bakterien gearbeitet wird, sah in der BA-Sitzung eine Anwohnerin kritisch. Ihre geäußerte Befürchtung, dass der Hubschrauber dort hinein abstürzen könnte und die Erreger freigesetzt werden, bezeichnete Jauch als „sehr theoretisch“.

Auch das geplante Parkhaus ist wegen der angedachten Höhe von sechs Stockwerken umstritten. 1700 Fahrzeuge sollen darin Platz finden. Im Osten entstehen zudem zwei Verwaltungsgebäude, im Südwesten das Neue Hauner. Der Klinikpark bleibt erhalten.

Andreas Daschner

So viele Flüge fanden 2018 statt

Beim Klinikum Großhadern landet nicht nur der Rettungshubschrauber Christoph München der DRF Luftrettung, sondern auch ein deutlich kleinerer Anteil externer Flüge. Flüge ohne Patienten führen über die bisherige Route direkt zum Hangar. Das Klinikum verzeichnete im vergangenen Jahr folgende Flugbewegungen:

Flugbewegungen gesamt (Starts und Landungen):

DRF: 2254

Externe: 244

Gesamt: 2498

Davon Landungen mit Patienten (künftige Dachlandungen):

DRF: 270

Externe: 115

Gesamt: 385

Nachtlandungen gesamt:

DRF: 224

Externe: 1

Gesamt: 225

Davon Nachtlandungen mit Patienten (künftige Dachlandungen):

DRF: 54

Externe: 1

Gesamt: 55

Der Zeitplan

  • Juni 2019: Start des Planungswettbewerbs
  • August 2019: Ergebnis des Wettbewerbs mit anschließender Feinplanung
  • 2021/2022: Bau des neuen Parkhauses
  • 2024/2025: Erster Bauabschnitt mit Neubauten unter anderem des Herz- und des Onkologischem Zentrums
  • 2029/2030: Fertigstellung des ersten Bauabschnitts mit Dachlandeplatz
  • Daran anschließend soll in einem zweiten Bauabschnitt das 45 Jahre alte Bettenhaus abgerissen werden. Schon jetzt werden im Planungswettbewerb Ideen gesammelt, wie die restlichen Organzentren dann errichtet werden können. Konkrete Planungen sollen mit Baubeginn des ersten Abschnittes erfolgen. Für die Realisierung schätzt der Ärztliche Direktor, Professor Karl-Walter Jauch, einen Zeitrahmen von acht Jahren. Der Rückbau des Bettenhauses könnte auch Auswirkungen auf die Flugschneise des Rettungshubschraubers haben, die bei Dachlandungen über die Wohnbebauung östlich des Klinikums führen wird. „Wenn das Bettenhaus weg ist, sind vielleicht andere Flugrouten möglich“, sagt Jauch. Das könne eine Entlastung für die Anwohner mit sich bringen.

Andreas Daschner

„Dieser Lärm ist gesundheitsgefährdend“

Anwohnerin Carolin Menzel fürchtet wegen des geplanten Hubschrauber-Landeplatzes um die Gesundheit ihrer Tochter.

Das Haus an der Haseneystraße hat Carolin Menzel zusammen mit ihrem Mann vor einem Jahr gekauft und komplett renoviert. Jetzt der Schock: Nur wenige hundert Meter entfernt möchte das Klinikum Großhadern ein neues Gebäude mit einem Dachlandeplatz für den Rettungshubschrauber errichten. Einige Anwohner laufen jetzt im Rahmen einer Bürgerinitiative Sturm – und erheben schwere Vorwürfe gegen den Haderner Bezirks­ausschuss (BA).

Momentan befindet sich der Hubschrauberlandeplatz des Klinikums im Westen des Geländes. Die Flugschneise verlief bisher über unbewohntem Gebiet. Mit den neuen Plänen wird sich das ändern: Um auf dem Dach des künftigen Herz-Lungen-Gefäß-Zentrums landen zu können, müssen die Rettungsflieger einen Kreis ziehen, der sie vollständig über bewohntes Gebiet fliegen lässt. Das Klinikum argumentiert mit einer verbesserten Patientenversorgung und kürzeren Wegen. Das sieht eine Anwohnerin, die selbst Ärztin ist, anders: „Eine Verlegung des Landeplatzes macht im Westen in der Nähe des Hangars und dem Operations-Zentrum viel mehr Sinn. Wenn es wirklich um das Patientenwohl geht, dann wird das dort sofort ermöglicht.“ Auch Menzel ist als Ärztin tätig und stimmt zu: „Wir sind für eine perfekte und reibungslose Patientenversorgung. Aber das, was jetzt geplant ist, ist nicht optimal für die Patienten.“

Auch das ärgert die Anwohner: Statt wie bisher über unbewohntes Gebiet (grüne Route) soll der Rettungshubschrauber künftig das Dach über die Wohnbebauung östlich des Klinikums (weiße Route) anfliegen.

Die 35-Jährige ist Mutter einer kleinen Tochter und fürchtet um die Gesundheit ihres Babys: „Der Lärm, dem wir ausgesetzt werden würden, ist gesundheitsgefährdend.“ Im Extremfall sei die Bürgerinitiative bereit, gegen die Pläne des Klinikums zu klagen.

Fehler sieht die Initiative vor allem beim BA: „Die Politiker sollten sich mehr dafür interessieren und für eine gemeinschaftliche Lösung einsetzen.“ Auf die Machbarkeitsstudie zu den Plänen für den Neubau seien sie nur zufällig gestoßen und schockiert gewesen: „In der Studie beschreiben sie, dass als Maximalwerte 94 Dezibel erreicht werden. Die Schädigung der Anwohner wird damit bewusst in Kauf genommen“, klagt eine Anwohnerin.

Bis zum 14. März haben die Bürger noch Zeit, gegen die Änderung der Luftfahrtrechte Einwendungen zu erheben. Am Donnerstag, 28. März, findet ab 18.30 Uhr zudem im Hörsaal 5 des Klinikums ein Infotermin zum Erweiterungs- und Umbauvorhaben statt.

Sophia Oberhuber

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