Ex-Walschlössl

Kein Denkmalschutz für ehemaliges Waldschlössl

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Für das ehemalige Waldschlössl gibt es eine Bauvoranfrage – jedoch nicht vom Eigentümer.

Das Ex-Waldschlössl wird nicht unter Denkmalschutz gestellt. Es hatte eine Überprüfung nicht bestanden...

Update: 16. Januar 2020

Hadern – Das ehemalige Waldschlössl an der Würmtalstraße 2, heute ein italienisches Restaurant, wird nicht unter Denkmalschutz gestellt. Das geht aus einer Antwort des Planungsreferats an den BA Hadern hervor. Dieser hatte im vergangenen Jahr eine Überprüfung gefordert als bekannt wurde, dass für die Adresse eine Bauvoranfrage eingereicht wurde. In dem Schreiben heißt es, dass bereits in der Vergangenheit an dem Gebäude Veränderungen vorgenommen wurden und daher keine Denkmalwürdigkeit bestehe.

Update: 27. November 2019

Hadern – Für das ehemalige Waldschlössl an der Würmtalstraße 2 wurde eine Bauvoranfrage beim Planungsreferat eingereicht: geplant ist ein Abriss und Neubau, mit Wohnungen oben und Geschäften unten, außerdem müssen fünf Kastanien gefällt werden. 

Jetzt hat sich Ernst Neumayr, der Alleineigentümer des Anwesens, der bisher nicht zu erreichen war, bei Hallo gemeldet. Er stellt klar: „Ich habe niemals eine Bauvoranfrage eingereicht und auch niemanden damit beauftragt. 

Keine Abrisspläne vom Eigentümer

Ein Abriss des Gebäudes war und ist von mir nicht geplant.“ Auf nochmalige Nachfrage beim Planungsreferat erklärt Sprecher Thorsten Vogel, dass ein entsprechender Antrag auf Vorbescheid für die Adresse eingereicht wurde – allerdings nicht vom Eigentümer. 

Es sei durchaus üblich, dass beispielsweise Projektentwickler Bauvoranfragen einreichen, um in Erfahrung zu bringen, was auf einem Grundstück theoretisch möglich wäre. 

Gegen den Willen des Eigentümers kann der Antragsteller nichts bauen

„Dass der Eigentümer darüber nicht Bescheid weiß, ist allerdings ungewöhnlich“, sagt Vogel und erklärt, dass die Lokalbaukommission (LBK) den Fall genau prüfen werde. 

„Selbst wenn die LBK positiv entscheidet – gegen den Willen des Eigentümers kann der Antragsteller nichts bauen“, sagt Vogel. Womöglich möchte der Antragsteller Neumayr ein Kaufangebot unterbreiten.

dbo

Was bereits geschah

Hadern – Das Haus an der Würmtalstraße Ecke Fürstenrieder Straße, in dem sich einst die Gaststätte Waldschlösschen befand, könnte womöglich bald der Vergangenheit angehören. 

Denn für die Adresse Würmtalstraße 2 wurde eine Bauvoranfrage eingereicht – die beinhaltet, dass das bestehende Gebäude abgerissen werden muss. Die Haderner Lokalpolitiker zeigten sich darüber wenig erfreut. 

„Es ist ein sehr markantes Haus, das da steht, seit ich denken kann“, sagt Peter Winklmeier (CSU, kl. Foto). Laut dem Haderner Kulturgeschichtspfad gibt es das Haus seit Anfang des 20. Jahrhunderts. 

Vertretungsweise übernahm Winklmeier die Leitung des jüngsten Unterausschusses (UA) Bau und Wohnen. „Es ist ein Wohnhaus mit Läden im Erdgeschoss geplant, außerdem eine Tiefgarage“, sagt Winklmeier. 

Das Haus an der Würmtalstraße 2: Früher Waldschlössl, dann Fürstenegger, jetzt Osteria – und künftig Wohnungen?

Für das Vorhaben müssten auch fünf der imposanten Kastanien gefällt werden: drei auf der westlichen Seite im Biergarten und zwei an der künftigen Garagenzufahrt an der Fürstenrieder. 

„Der Denkmalschutz soll sich damit befassen – bis dahin lehnen wir das Vorhaben ab“, fasste Winklmeier die Entscheidung des UA zusammen, der das Plenum folgte. Derzeit befindet sich ein italienisches Restaurant in dem Haus. 

Bisher stehe das Gebäude nicht unter Denkmalschutz.

Die Geschäftsführerin habe von den Plänen gehört, verwies Hallo für Details allerdings an den Eigentümer, welcher kurzfristig nicht zu erreichen war. Thorsten Vogel vom Planungsreferat bestätigt, dass derzeit ein Vorbescheid geprüft wird. 

Bisher stehe das Gebäude nicht unter Denkmalschutz. Sollte ein Antrag auf Prüfung eingehen, werde man dem allerdings folgen, so Birgit Neuhäuser, Sprecherin des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. 

„Es wäre wirklich schön, wenn unser Waldschlössl erhalten bleiben könnte“, sagte Winklmeier – auch wenn er wenig Hoffnung habe, dass der Denkmalschutz greift. „Für den Ortskern Großhaderns wollten wir auch Ensembleschutz. Aber um die Heiglhofstraße wurde einfach schon zu viel verändert.“

dbo

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