Vorerst kein Honigverkauf

Haderner Imker klagt über Eindringling – und fürchtet um Bienen-Völker

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Imker Christian Lye (36) ist in großer Sorge um seine Bienenvölker.

Alles andere als honigsüß ist die Situation für Christian Lye. Der Imker bekommt seit einiger Zeit ungebetenen Besuch – von einem älteren Herrn, der sich an Lyes Bienenkästen zu schaffen macht.

Hadern – In Bayern gelten künftig strengere Regeln im Umwelt-, Natur- und Artenschutz. Der Landtag billigte vergangene Woche den Gesetzesentwurf des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“, den Anfang des Jahres fast 1,75 Millionen Menschen unterstützt haben. 

Einer, dem die Bienen besonders am Herzen liegen, ist Christian Lye. Der Großhaderner ist Imker aus Leidenschaft und besitzt derzeit 20 Völker verteilt auf Hadern und Pasing. Doch seit einigen Wochen bekommt Lye regelmäßig ungebetenen Besuch: Ein Eindringling macht sich an den Bienenstöcken am Standort in Großhadern in der Nähe des Waldheims zu schaffen.

Unbekannter vergeht sich an Bienenkästen

„Es handelt sich um einen älteren Herrn, der mit einem Schraubenzieher bewaffnet an meinen Kästen hantiert“, beklagt sich Lye. Nachdem ihm im letzten Jahr vier Begattungseinheiten gestohlen wurden, sah sich der 36-Jährige gezwungen, eine Wildkamera zu installieren. Mehrmals ist ihm der Unbekannte bisher vor die Linse gekommen – auf frischer Tat konnte ihn Lye allerdings noch nicht ertappen.

Diese Aufnahme des Eindringlings hat die Wildkamera Ende Juni gemacht.

Der Großhaderner hegt die Vermutung, dass es sich bei dem Eindringling ebenfalls um einen Imker handelt: „Jemand der nicht vom Fach ist, traut sich in der Regel gar nicht so nah ran.“ Eine weitere Spekulation seinerseits: Womöglich ist ein „Bienen-Nazi“ am Werk. Denn Lye hat am Waldheim-Standort zwei Honigbienen-Rassen: Vier Völker der „heimischen“ Carnica und ein Volk der Buckfastbiene – eine Kreuzung aus verschiedenen Rassen. 

Bienen-Diebstahl und -Jagd seinen in der Szene verbreitet

„Ein Besuch dieses Herrn hat dem Buckfastbienen-Volk die Königin gekostet“, berichtet Lye. In der Imker-Szene sei es schon öfter zu Vorfällen wie diesen gekommen: „Manche, ich nenne sie jetzt mal ältere, weiße Männer, machen regelrecht Jagd auf ihnen unliebsame Rassen“, weiß Lye. Auch Diebstahl von Völkern oder ganzen Ständen seien in der Imker-Szene verbreitet.

Welche Beweggründe der Unbekannte haben könnte ist bis dato nicht klar. Lye hat allerdings so manche Vorahnung.

Die Vorfälle am Waldheim hat Lye bei der Polizei gemeldet. Doch: „Das Problem ist, dass nicht wirklich ein Straftatbestand vorliegt, da man auf den Videos nicht erkennen kann, was der Herr genau macht“, erklärt der Haderner. Doch die Spuren eines Schraubenziehers an den Kästen würden zumindest zeigen, dass jemand versucht hat, einzudringen. Das wiederum zieht ein wirtschaftliches Problem nach sich: Denn Lye kann seinen Honig im Moment nicht verkaufen. „Ich weiß ja nicht, was der Herr da immer macht und ob mit meinem Honig alles in Ordnung ist“, sagt Lye. Er will nun Proben ins Labor zur Kontrolle geben.

Daniela Borsutzky

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