Er will echte Baumbehörde

Haderner fordert – Untere Naturschutz soll künftig von Lokalbaukommission losgelöst arbeiten 

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Auf dem Anbau ist noch kein Dach. Doch schon jetzt kann man erkennen, dass er die Rotbuche auf dem Nachbargrundstück tangiert.

Verstößt die Untere Naturschutzbehörde gegen die selbst aufgestellten Prinzipien? Steht sie der Lokalbaukommission zu nahe, gibt es in der Behörde einen Interessenkonflikt?

Hadern – An der Neufriedenheimer Straße 56 wird seit einem Monat gebaut. Auf dem Grundstück nebenan befindet sich eine stattliche Rotbuche. Der geplante Anbau reicht bis in den geschützten Kronenbereich. Auch ein erheblicher Teil des Wurzelwerks wird überbaut und damit auf Dauer versiegelt. 

Anwohner Bernhard Schoßig spricht von einem gravierenden Verstoß gegen die von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) selbst aufgestellten Prinzipien des Baumschutzes – und fordert eine Umstrukturierung der Zuständigkeiten. Die UNB ist in der Lokalbaukommission (LKB) angesiedelt, welche wiederum zum Planungsreferat gehört. 

Anwohner Bernhard Schoßig.

„Die organisatorische Platzierung der UNB in der LBK, als einer primär auf Baumaßnahmen orientierten Behörde, ist fahrlässig – vor allem in Hinblick auf die klimatischen Veränderungen“, sagt Schoßig. 

Er ist der Meinung, dass eine Verselbständigung außerhalb der LBK oder die Integration in ein anderes Referat – beispielsweise das für Gesundheit und Umwelt (RGU) – heutzutage wesentlich angemessener wäre. 

Eine Stellungnahme wollte das RGU auf Hallo-Nachfrage nicht abgeben und verweist auf das zuständige Planungsreferat. Sprecher Ingo Trömer macht die Struktur der LBK deutlich, in welche neben der Unteren Bauaufsicht auch die Untere Denkmalschutzbehörde sowie die UNB integriert sind. 

„Die beiden letzteren werden bei Bauangelegenheiten oft herangezogen. Daher macht es Sinn, dass sie sich in räumlicher Nähe befinden“, sagt Trömer. Eine Trennung würde die Verwaltung nur behindern und Verfahren erschweren. 

Den Vorwurf, dass die UNB nicht unabhängig sei, weist Trömer zurück: „Die drei Behörden in der LBK stehen nebeneinander. Die UNB macht ihre Arbeit, egal wo sie angesiedelt ist.“ Im konkreten Fall mahnt kritisiert Schoßig außerdem, dass die UNB nicht persönlich vor Ort war, um sich den Baum anzusehen. 

Trömer bestätigt dies und erklärt, dass eine Ortsbesichtigung in diesem Fall nicht notwendig war: „Es gab vorab umfangreiche Beratungen mit dem Bauherrn und Architekten, Fotos wurden vorgelegt. Außerdem kann der Baum ja erhalten werden.“

dbo

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