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Oktoberfest in München: So lief der erste Wiesn-Tag

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Von: Benedikt Strobach

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Mit drei Schlägen zapfte OB Dieter Reiter die 187. Wiesn in München an.
Mit drei Schlägen zapfte OB Dieter Reiter die 187. Wiesn in München an. © Sven Hoppe/dpa

Nach zwei Jahren Pause ist es wieder soweit: Die Wiesn findet in München statt! Wie der Anstich-Tag verlief, viele Schläge OB Reiter gebraucht hat.

O‘zapft is! Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause wird in München wieder das Oktoberfest gefeiert. Trotz kühlen und regnerischen Wetters strömten am Samstag zehntausende Menschen auf das Volksfest. Waren im Sommer noch hohe Temperaturen und Sonne satt das Motto, spielte Petrus an diesem Wochenende nicht mehr mit.

O‘zapft is - Wiesn in München: So verlief der erste Tag des Oktoberfests

OB Dieter Reiter (SPD) hatte am Samstag das erste Fass Bier mit drei Schlägen angezapft und das Fest eröffnet. Damit brauchte er einen Versuch mehr als 2019. Ein wenig schien er nach der langen Pause aus der Übung. In früheren Jahren hatte er eben nur zwei Schläge gebraucht. Die erste Maß reichte er traditionell dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), um mit ihm auf eine friedliche Wiesn anzustoßen.

Reiter, der Ende April nach reiflicher Überlegung grünes Licht für das Volksfest gegeben hatte, sagte nun, das sei eine gute Entscheidung gewesen. „Alle freuen sich drauf - und das freut einen als Oberbürgermeister einfach am meisten.“ Festleiter Clemens Baumgärtner (CSU), auch Wirtschaftsreferent der Stadt, sagte über die Eröffnung, alles sei gelaufen „wie ein Uhrwerk“. Es sei „ein überragendes Gefühl, wieder hier sein zu dürfen“.

Für Söder ist das Massenereignis ein „Fest von Freude und Freiheit“. Er sei dafür, „dass es keine Verbote von Liedern gibt“, sagte der Ministerpräsident, der im Festzelt nach anfänglichen Buhrufen für diese Aussage laut bejubelt wurde. Vor dem Fest war diskutiert worden, ob der umstrittene Schlager „Layla“ auf der Wiesn gespielt werden soll oder nicht.

Wiesn in München: Erste „Bierleiche“, Stars und wenige Corona-Masken auf dem Oktoberfest

Unter den Besuchern waren am Samstag viele junge Leute, fast niemand trug eine Corona-Schutzmaske. Auch einige Prominente ließen sich am Anstichtag blicken, unter anderem Moderator Thomas Gottschalk, Nachrichtensprecher Jan Hofer, Geschäftsmann Richard Lugner sowie die Politikerin Dorothee Bär (CSU). Vor der Pandemie waren pro Jahr rund sechs Millionen Besucher zum größten Volksfest der Welt gekommen.

Die erste „Bierleiche“ gab es am frühen Nachmittag. Eine junge „volltrunkene“ Frau sei um kurz nach 14 Uhr versorgt worden, sagte Markus Strobl, Sprecher der Sanitätsstation der Aicher Ambulanz. Deren rund 120 Mitarbeiter waren ab Samstagnachmittag im vollen Einsatz, die Teams rückten fast im Fünf-Minuten-Takt aus.

Rund 600 Polizistinnen und Polizisten sorgen während der zwei Festwochen bis zum Montag, 3. Oktober, für Sicherheit. Sie werden von uniformierten Beamten aus Frankreich und Italien sowie Taschendieb-Fahndern aus mehreren Ländern unterstützt.

Auch wenn ohne Auflagen gefeiert wird, ist Corona nicht verschwunden. Die Behörden mahnten Besucher, bei Erkältungssymptomen einen Test zu machen und nicht krank zum Fest zu kommen. Mediziner rechnen nach der Wiesn wie nach anderen Volksfesten mit einer Welle an Infektionen. Auch OB Reiter erwartet diese nach dem Fest. Wichtig sei aber die Lage in den Kliniken - und dort gebe es keine außergewöhnlichen Belastungen.

Wiesn: Bundespolizei sieht „recht ruhigen“ Start in München - dennoch Körperverletzungen und alkoholisierte Gleisläufer

Die Bundespolizei zieht zum Wiesn-Auftakt ein „recht ruhiges“ Fazit. Körperverletzungsdelikte mit geringem Schaden, alkoholisierte Gleisläufer und zahlreiche Haftvollstreckungen beschäftigten die knapp 190 Beamten rund um die An- und Abreise zum Oktoberfest.

Ein 30-Jähriger soll einem 37-Jährigen vor dem Caritas-Stand für Geflüchtete am Hauptbahnhof aus der Ukraine in das Gesicht geschlagen haben. Zuvor hatte das Opfer den Täter gebeten, den Stand zu verlassen. Ein 18-Jähriger wurde angezeigt, weil er Pfefferspray gegen den Angreifer verwendete. Am selben Tag hat auch ein 48-Jähriger einen 58-Jährigen per Faustschlag verletzt. Der Angreifer hatte zuvor versucht, sich an der Gruppe des Angegriffenen vorbei zu drängeln. Als der Aggressor von dem 58-Jährigen zur Rede gestellt wurde, griff er den Mann aus dem Hofer Landkreis an.

Zwei aus der Richtung des Oktoberfest kommende Personen haben zudem für abendliche Probleme gesorgt. Ein 21-Jähriger lief im Bereich der Hackerbrücke über die Gleise und zwang damit den Regionalzug RE 57882 (Murnau - München) zu einer Vollbremsung. Verletzt wurde dabei niemand. Ein 35-Jähriger sorgte für eine fünfminütige Sperrung der Gleise. Auch er lief im Bereich der Hackerbrücke quer über den Bereich. Durch Lichtsignale konnte ein anfahrender Zug noch gebremst werden.

„Bahnhöfe sind - auch während des Oktoberfestes - kein guter Ort, wenn man von Staatsanwaltschaften zur Fahndung ausgeschrieben ist“, betont die Bundespolizei. Vier Personen, die Geldstrafen nicht bezahlen konnten, wurden nach Kontrollen durch Beamte für voraussichtlich insgesamt 138 Tage den Justizbehörden zugeführt. Die Vorfälle ereigneten sich am Ostbahnhof. Nach Angaben der Bundespolizei ging es dabei um Beträge von insgesamt über 3500 Euro.

Wiesn in München: Oktoberfest-Trachten und -Schützenzug am Sonntag - Straßen gesperrt

Unabhängig vom Wetter: Am Sonntag zieht erstmals seit 2019 wieder einer der größten Trachten- und Schützenzüge der Welt zum Oktoberfest durch München. Erwartet werden rund 9000 Teilnehmer. Straßen in der Innenstadt werden dafür gesperrt. Trachtler, Schützen, Fahnenschwinger, Jäger und Mitglieder von Musikkapellen und Spielmannszügen laufen mit. Begleitet werden sie von Festkutschen und Brauerei-Gespannen. Gruppen aus vielen Teilen Deutschlands, aber auch aus dem Ausland reisen an.

In festlich geschmückten Ehrenkutschen fahren Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter und „Wiesnchef“ Clemens Baumgärtner mit.

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