Die Entscheidung der Stadt ist gefallen

Keine dritte Wagenburg für München

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Geben die Hoffnung auf einen Standplatz nicht auf: die Mitglieder des Vereins „Rad und Tat.“

Westend – Seit rund einem Jahr wartet der Verein „Rad und Tat“ auf einen Standplatz – Jetzt erteilt die Stadt die Absage für die Wagenburg

Lang ist es her: Im Februar 2018 wurde der Verein „Rad und Tat“ beim Bezirksausschuss (BA) Schwanthalerhöhe vorstellig und präsentierte den Lokalpolitikern sein Vorhaben – eine Wagenburg als Zwischennutzung auf dem brachen Gelände „MK2“ an der Ganghoferstraße (Hallo berichtete). Das Gremium war begeistert von der Idee, es musste nur noch die Stadt überzeugt werden. Doch die hat sich Zeit gelassen – und erteilte dem Verein jetzt auf Hallo-Nachfrage eine Absage.

Aus rechtlichen Gründen könne die Stadt dem Verein die anvisierte Fläche an der Ganghoferstraße nicht anbieten, so Birgit Unterhuber vom Kommunalreferat. Weitere Grundstücke aus dem städtischen Portfolio stünden nicht zur Verfügung. „Aufgrund der Flächenknappheit in München wird die rechtliche Genehmigungsfähigkeit solcher alternativer Wohnprojekte in der Tat immer schwieriger. Die städtischen Flächen müssen vordringlich für Entwicklungen von Projekten des Allgemeinbedarfs zur Verfügung stehen“, so Unterhuber.

Doch: Eine offizielle Absage der Stadt an den Verein gab es bisher offenbar nicht. Karina John, Sprecherin von „Rad und Tat“, hofft noch immer: „Für uns ist das Projekt nicht gestorben, wir hoffen auf ein Schlupfloch.“ Die Situation sei frustrierend, die Kommunikation mit der Stadt „wahnsinnig schwierig“, im Laufe der Monate hätten immer wieder die Ansprechpartner gewechselt. „Zunächst wollte die Stadt immer wieder dass wir Unterlagen einreichen, doch jetzt haben wir schon sehr lange nichts mehr gehört. Es gibt keine offizielle Aussage“, beklagt sich John. Laut Unterhuber wurde der Verein bereits im November telefonisch über die Situation informiert.

Ebenso pikant: Im Sommer vergangenen Jahres erklärte ein Sprecher des Kommunalreferats gegenüber Hallo, dass seitens der Stadt bereits ein Vorschlag für einen Mietvertrag vorliege (Hallo berichtete). Der Verein wusste zu diesem Zeitpunkt von dem Mietvertrag nichts und hat diesen auch nie zu Gesicht bekommen. Unterhuber erklärt hierzu: „Es gab keinen Mietvertrag. Dem Verein wurde im Juli unverbindlich mitgeteilt, dass man intern einen Mietvertragsentwurf erstellen möchte.“ Doch daraus wurde nichts.

Unterhuber betont außerdem, dass die Bereitstellung von städtischen Flächen für private Projekte nicht Aufgabe einer Kommune sei: „Wir sind nicht dazu verpflichtet.“ Selbst für die beiden bestehenen Wagenburgen „Stattpark Olga“ und „Hin und Weg“ gäbe es fast keine Chance, nach Ablauf ihrer Stellplatzgenehmingung alternative Flächen zu finden. „Es ist daher unrealistisch, einer neuen Wagenburg weitere Flächen in Aussicht zu stellen“, sagt Unterhuber.

Daniela Borsutzky

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