Großes Jubiläum: 25 Jahre „Kims Kindertanz“

Inklusion auf Zehenspitzen

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums führen 147 behinderte und nicht behinderte Kinder den Nussknacker in der Alten Kongresshalle auf.
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Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums führen 147 behinderte und nicht behinderte Kinder den Nussknacker in der Alten Kongresshalle auf.
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Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums führen 147 behinderte und nicht behinderte Kinder den Nussknacker in der Alten Kongresshalle auf.
Kim Flammiger ist die Gründerin der einzigen Münchner Inklusions-Ballettschule.
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Kim Flammiger ist die Gründerin der einzigen Münchner Inklusions-Ballettschule.
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Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums führen 147 behinderte und nicht behinderte Kinder den Nussknacker in der Alten Kongresshalle auf.

Westend – Tanzen verbindet: Aus dieser Motivation heraus wurde vor 25 Jahren „Kims Kindertanz“ gegründet – Zum Jubiläum führen jetzt behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam den Nussknacker auf

Die Aufregung von 147 Kindern entspricht dem Lärmpegel in der Alten Kongresshalle. Auf der Bühne steht Kim Flammiger, eine resolute Frau, die mit lauter Stimme dem Gewusel Herr zu werden versucht. 

Heuer feiert „Kim’s Kindertanz“, Münchens einzige Inklusions-Ballettschule, 25-Jähriges. Am Sonntag, 24. Februar, wird in der Alten Kongresshalle der Nussknacker aufgeführt – heute ist die erste und einzige Bühnenprobe.

Kim Flammiger ist die Gründerin der einzigen Münchner Inklusions-Ballettschule.

Die Kinder kommen aus 26 Nationen, die kleinsten sind vier Jahre alt, die ältesten 14. Rund ein Viertel hat eine Beeinträchtigung. „In fast allen Kursen sind zwei bis drei Kinder mit den unterschiedlichsten körperlichen oder geistigen Behinderungen“, erzählt Flammiger. Einmal wöchentlich gibt es außerdem einen Ballett-Kurs für Kinder mit Down-Syndrom ab zwölf Jahren. „Die sind in der Pubertät und wollen lieber unter sich bleiben“, klärt die 54-Jährige auf.

Bei der Probe, ohne Kostüme, geht längst noch nicht alles glatt: „Wo ist der Weihnachtsbaum?“, ruft Flammiger. Ein Mädchen mit einer Schiene eilt herbei, der Arm war gebrochen. Getanzt wird trotzdem, glücklicherweise muss sich der Baum nicht so viel bewegen. Mehrmals verlassen Schneeflocken oder Mäuse die Bühne auf der falschen Seite, Einsätze werden verpasst. 

Nach der Probe kommt ein aufgelöstes Mädchen zu Flammiger, entschuldigt sich für ihren verpatzten Einsatz. „Kein Problem meine Süße, dafür üben wird doch! Bühnenproben sind die schwersten Proben“, beruhigt die Tanzlehrerin ihre Schülerin.

Flammiger „lebt und atmet“ für ihre Ballettschule. Viele ihrer Schützlinge würden aus schwierigen Familienverhältnissen kommen. „Wenn sie aus der Schule kommen, sind sie alleine. Ich versuche mich zu kümmern, so gut es geht“, sagt Flammiger. 

Dabei hat die ehemalige Tänzerin des Opernballetts der Bayerischen Staatsoper selbst ein schweres Schicksal hinter sich: Vor sechs Jahren wurde sie angefahren – das Knie ist kaputt. Außerdem leidet sie an der Nervenkrankheit CAPS: „Ich muss den Kindern erklären, dass sie meine Hände nicht so fest drücken dürfen, weil sie schmerzen.“ 

Sie müsse jetzt umso stärker sein für ihre Kleinen. „Aber jetzt sage ich ihnen: ‚Schau, ich bin auch behindert.‘ Jetzt kann ich es selbst nachvollziehen.“ Wegen der Medikamente darf Flammiger weder Auto noch Fahrrad fahren. Zu langes Gehen strengt sie an. Daher ist sie immer mit einem knallpinken Scooter unterwegs: „Damit ich fit bin für meine Kleinen“, sagt sie lachend. 

Wenn Flammiger auf der Bühne ihre Schützlinge instruiert, merkt man nichts von ihrer Krankheit. Dann blüht sie auf – genauso wie all ihre Kinder.

Daniela Borsutzky

Kims Kindertanz zeigt „Der Nußknacker“ am Sonntag, 24. Februar, in der Alten Kongresshalle, Am Bavariapark 14, jeweils um 11 und 15.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 15 (Erwachsene) beziehungsweise sieben Euro (Kinder ab sechs Jahre).

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