Einrichtung für Demenzkranke

Neue Tagespflege in München? Was eine Stiftung mit Laimer Villa geplant hat

Noch alles beim Alten: Eine Abrissgenehmigung wurde für die Villa am Agnes-Bernauer-Platz 4 bislang nicht eingeholt.
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Noch alles beim Alten: Eine Abrissgenehmigung wurde für die Villa am Agnes-Bernauer-Platz 4 bislang nicht eingeholt.
  • Daniela Borsutzky
    vonDaniela Borsutzky
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Die Marion von Tessin Stiftung will am Agnes-Bernauer-Platz in Laim eine Tagespflege für Demenzkranke bauen – doch der Termin mit der Lokalbaukommission (LBK) steht noch aus.

  • Laimer Villa steht immer noch leer
  • Stiftung will dort eine Tagespflege-Einrichtung bauen
  • Woran es noch hakt, wie der Zeitplan aussieht

Die Tage der kleinen Villa am Agnes-Bernauer-Platz 4 sind gezählt – das ist seit Sommer 2019 bekannt. Die Marion von Tessin Stiftung will dort eine Tagespflege für Demenzkranke errichten. Heute, mehr als eineinhalb Jahre später, steht die einsame Villa gegenüber vom Laimer Schlössl noch immer.

Was ist seitdem geschehen? Beim örtlichen Bezirksausschuss kochte die Stimmung damals hoch – man befürchtete eine „Betonkiste“ (Hallo berichtete). Die Pläne des Antrags auf Vorbescheid wurden von den Lokalpolitikern entschieden abgelehnt.

Planungen für Neubau einer Tagespflege in Laim gestalten sich „zäh“

„Es ist eine zähe Angelegenheit“, sagt Rupert Hackl, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Im Dezember 2018 hatte diese das Grundstück sowie das leergezogene Gebäude erworben. Die Planungen sehen den Neubau einer Tagespflege-Einrichtung nebst Tiefgarage sowie die Errichtung von fünf Wohnungen vor, die den künftigen Mitarbeitern der Einrichtung zur Verfügung gestellt werden sollen.

Termin mit Lokalbaukommission (LBK) steht noch aus

Gegen den erteilten Vorbescheid hatte die Stiftung im Februar vergangenen Jahres Klage beim Verwaltungsgericht (VG) eingereicht. Eine inhaltliche Behandlung erfolgte dort bislang nicht. „Wir verhandeln aktuell mit der Lokalbaukommission (LBK) außergerichtlich über eine Einigungsmöglichkeit“, sagt Hackl.

Doch einen Präsenz-Termin bei der LBK in Zeiten wie diesen zu erhalten, sei nicht möglich. Hinzu komme laut Hackl ein personeller Wechsel bei der LBK in der Sachbearbeitung, „was den Fortgang der Gespräche zusätzlich tangiert und zu weiteren Zeitverzögerungen bei der Umsetzung des Projekts führen dürfte“.

Marion von Tessin Stiftung will Tagespflege für Demenzkranke errichten

Silvia Hille leitet derzeit die Tagespflege der Marion von Tessin Stiftung. Die Etablierung einer weiteren Einrichtung hält sie für unbedingt erforderlich: „Die Nachfrage nach Plätzen ist enorm hoch.“ Was Hille am möglichen Laimer Standort besonders gefällt, ist der Garten. „Im Moment haben wir leider nur ein paar Hochbeete“, so Hille. „Ein Garten wäre ein Wunschtraum.“

Silvia Hille, Leiterin der Tagespflege der Marion von Tessin Stiftung.

Hackl hofft auf einen Termin bei der LBK noch vor der Sommerpause. Erst „wenn wir wissen, was wir überhaupt bauen dürfen“, könne man über die Optik beziehungsweise Fassade des neuen Gebäudes sprechen, so Hackl. „Wir wollen sicherlich keinen hässlichen Betonklotz“, verspricht Hackl. „Wir sind kein Bauträger und nicht profitorientiert. Wir wollen etwas im Sinne der verstorbenen Schwestern.“ Falls man sich einig werde, könnte eventuell im kommenden Jahr mit dem Bauen begonnen werden. Eine Fertigstellung wäre dann Ende 2022 oder Anfang 2023 denkbar – alles unter Vorbehalt.

Marion von Tessin Stiftung

Die Demenz-Erkrankung der jüngeren Schwester Ingeborg veranlasste Marion, 2013 die Marion von Tessin-Stiftung zu begründen, die sich neben der Jugendpflege insbesondere dieser Erkrankung, ihrer eventuellen Therapie und der bestmöglichen Pflege der Betroffenen widmet. Als erste Einrichtung wurde eine Tagespflege für Demenz-Erkrankte an der Hildegardstraße im Lehel eingerichtet, im Frühjahr 2018 nahm dann die bayernweit erste Tagesklinik an der Nymphenburger Straße ihren Betrieb auf. 

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