Lüften, Filtern, oder doch beides?

Luftfilter in Grundschulen in Grünwald und Baierbrunn – im Stadtgebiet setzt man auf klassische Maßnahmen

In den Münchner Schulen setzt man zur Corona-Bekämpfung auf regelmäßiges Lüften. Grünwald und Baierbrunn ergänzen das mit Luftfilteranlagen.
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In den Münchner Schulen setzt man zur Corona-Bekämpfung auf regelmäßiges Lüften. Grünwald und Baierbrunn ergänzen das mit Luftfilteranlagen. (Symbolbild)
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Die Grundschulen sind wieder geöffnet. Um das Infektionsrisiko zu verringern wird in München gelüftet - in Grünwald und Baierbrunn werden hingegen Luftfilter eingesetzt. Münchner Eltern fordern dies nun auch für ihre Kinder.

Anfang der Woche ist wieder Leben in Bayerns Grundschulen eingezogen. Grundschüler dürfen – im Wechselunterricht – ihre Klassen aufsuchen. Wie die Hygienemaßnahmen in Münchens Gemeinden und dem Stadtgebiet ausgestaltet sind, variiert. Während in Grünwald und Baierbrunn zusätzlich Filteranlagen die Luft von Viren reinigen sollen, setzt man am Gärtnerplatz gezwungenermaßen weiter auf einfaches Lüften. Die Stadt zweifelt an der Wirksamkeit der Luftfilter.

In Baierbrunn hatte sich der Gemeinderat zunächst gegen Luftfilter in Klassenzimmern ausgesprochen. Nach ausdrücklicher Bitte des Elternbeirats und der Schulleitung mit Verweis auf sich schneller ausbreitende Virusmutationen hat sich der Gemeinderat jetzt umentschieden. Auch in Grünwald setzt man auf moderne Technik. Bereits vergangenes Jahr hat die Gemeinde in insgesamt 280 Luftfilter investiert, die in Gymnasium, Grundschule und Kitas installiert wurden.

Luftfilter in Grundschulen? Stadt dagegen - Eltern dafür

Im Münchner Stadtgebiet bleibt man weiter bei offenen Fenstern statt zusätzlichen Luftfiltern. Eine Umstellung des Konzeptes sei derzeit nicht vorgesehen, so Ursula Oberhuber, Sprecherin des Referats für Bildung und Sport, „da der infektionspräventive Nutzen hinsichtlich Covid-19 bislang nicht nachgewiesen wurde“ und die Filter „gegebenenfalls sogar kontraproduktiv wirken“.

Markus Schättler, Direktor der Grundschule am Gärtnerplatz, sieht das kritisch. Dort würden sich die Fenster nur bedingt öffnen lassen, weshalb sich Eltern bereits für die eigenständige Anschaffung von Luftfiltern eingesetzt hätten. „Die Stadt hat trotzdem abgelehnt, weil die Wartungskosten zu hoch sind“, teilt Schättler mit. Oberhuber sieht das anders. Weil die Stadt den Nutzen der Filter anzweifle, übernehme sie auch keine Kosten für selbst angeschaffte Geräte. Die Grundschule am Gärtnerplatz will laut Schättler nun eine Art Pilotprojekt initiieren: „Wir wollen in die Pötte kommen. Vielleicht bietet sich eine halbteilige Finanzierung von Stadt und Land an.“ Was genau geplant ist, sei noch in Abstimmung.

Patrick Ott (ÜWG) ist Bürgermeister in Baierbrunn.

In Baierbrunn hat man währenddessen kurzfristig Testgeräte geordert – „von Herstellern, die auch die Kapazitäten hätten, sehr schnell die benötigte Stückzahl zu liefern“, teilt Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) mit. Das entspricht der Forderung des Elternbeirates: Lüften sei zwar sinnvoll und notwendig, „aber es stößt in der kalten Jahreszeit an die Grenze des Zumutbaren“, so Vorsitzender Raimund Trabold in einer Stellungnahme. Denn trotz aktuell frühlingshaftem Wetters sollen die Temperaturen kommende Woche wieder sinken – auf bis zu sechs Grad.

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