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Sendling-Westpark wird Modellviertel für die Energiewende im Lokalen

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Von: Daniela Borsutzky

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Unsanierte GWG-Blöcke gibt es laut Maria Hemmerlein beispielsweise in der Hinterbärenbadstraße bei der Geschäftszeile.
Unsanierte GWG-Blöcke gibt es laut Maria Hemmerlein beispielsweise in der Hinterbärenbadstraße bei der Geschäftszeile. © Daniela Borsutzky

Sendling-Westpark soll mit einigen anderen Münchner Vierteln zum Vorreiter bei Klimaneutralität werden. Dazu muss aber einiges angepackt und geändert werden:

SENDLING-WESTPARK Die Landeshauptstadt München hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden. Im September 2021 beschloss der BA Sendling-Westpark einstimmig auf Initiative der Grünen den Antrag, dass sein Viertel als Modellprojekt für einen sogenannten integrierten Quartiersansatz ausgewählt wird.

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Und zwar um zu erproben, wie ein Viertel in ein klimaneutrales Quartier umgewandelt werden kann. Jetzt haben die Lokalpolitiker eine positive Nachricht von Klimaschutzreferentin Christine Kugler erhalten.

Eine große Herausforderung der Stadt im Kampf gegen die Klimakrise wird die Umgestaltung der Bestandsquartiere. „In unserem Stadtbezirk bestehen vielfältige Möglichkeiten zur Verminderung der CO2-Emissionen“, sagt Grünen-Fraktionssprecherin Maria Hemmerlein.

Klimaneutrales Viertel Sendling-Westpark: Änderungen in Grobstrukturen gefordert

Stellschrauben würden in den Bereichen Photovoltaik (PV) und Solarthermie, der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden, einer klimafreundlichen Mobilität und der Begrünung von Gebäuden liegen. Außerdem brauche es Beratung für nachhaltiges und ressourcenschonendes Verhalten.

Dass das Referat für Klima und Umweltschutz (RKU) nun zusammen mit dem BA 7 den Prozess der Quartiersarbeit erproben will, freut Hemmerlein sehr. Einerseits müsse sich vieles in den Grobstrukturen verändern: „Da kann der Einzelne wenig tun, dafür braucht es die Stadt“, erklärt Hemmerlein und nennt in dem Zuge die Förderrichtlinie für Energieeinsparung (FES), welche novelliert wurde: „Neu ist beispielsweise, dass Stecker-Solargeräte, die man auch an Balkonen anbringen kann, gefördert werden.“

Klimaneutrales Viertel Sendling-Westpark: Bei Photovoltaik-Anlagen besteht Nachholbedarf

Neben den Grobstrukturen gebe es das, was auf kleinräumiger Ebene getan werden kann, eben den eigentlichen Quartiersansatz. „Die Frage ist, was kann der BA leisten? Wir müssen den Einzelnen bei uns im Viertel erreichen, sodass eine Kultur des Klimaschutzes entsteht. Jedes Kleingewerbe, jeder Fußballverein, jede Kita muss mitmachen.“

Eine besondere Herausforderung: „Wir haben große zusammenhängende Gebiete mit unsanierter Blockbebauung der städtischen Wohnungsbaugesellschaften aus den 50er-Jahren. Zum Beispiel in der Hinterbärenbadstraße bei der Geschäftszeile“, erklärt die Grünen-Politikerin.

Des Weiteren sei die geringe Belegung der Dächer mit PV ein Beleg dafür, dass bestehende Förderungen und Beratungsangebote nicht ausreichend wahrgenommen werden. „Nach einer groben Schätzung, gibt es bei uns potenziell geeignete freie Dachflächen für etwa 35 000 PV-Module.“

Klimaneutrales Viertel Sendling-Westpark: Weitere Viertel als Pilotprojekte im Gespräch

Laut Gesine Beste, Sprecherin des Referats für Klima- und Umweltschutz (RKU), sei die Wahl auf den Bezirk gefallen, da dieser sich aktiv per Antrag darum bemüht hat: „Um Quartiere entwickeln zu können, muss eine hohe Bereitschaft vor Ort vorhanden sein.“ Außerdem biete das Viertel aus fachlicher Sicht ein „hohes transformatives Potential“.

Neben Sendling-Westpark und dem „Handlungsraum 3“ in Berg am Laim ist ein weiteres Pilotquartier im Münchner Norden und im Bereich Pasing-Obermenzing im Gespräch, so Beste.

Nun sollen in einem ersten Schritt Fachleute der städtischen Referate und des BA 7 zusammenkommen, um ein Konzept zu erarbeiten.

Klimaneutrales München 2035

Der Stadtrat hat im Januar 2022 dem „Grundsatzbeschluss II: „Klimaneutrales München 2035 und klimaneutrale Stadtverwaltung 2030: Von der Vision zur Aktion“ zugestimmt. Allein bis 2025 sind Investitionen von rund 500 Millionen Euro vorgesehen. Klimaneutralität bedeutet das Gleichgewicht zwischen Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre und der Aufnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre in den CO2-Senken. Priorität hat dabei die Emissionsreduktion. 

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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