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Netzwerken und Rücksicht nehmen ‒ Der Seniorenbeirat von Laim über Chancen und Probleme im Viertel

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Von: Daniela Borsutzky

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Am Laimer Anger, im Kino und beim SV Laim fühlt sich Seniorenbeirat Konrad Stöckl wohl.
Am Laimer Anger, im Kino und beim SV Laim fühlt sich Seniorenbeirat Konrad Stöckl wohl. © Daniela Borsutzky

Die Münchner Ü60 haben heuer eine neue Seniorenvertretung gewählt. In einer Serie stellen wir die Beiräte in den jeweiligen Vierteln vor. Im 1. Teil geht es mit Konrad Stöckl durch Laim. 

Laim - Die Fertigstellung der Tram-Westtangente noch zu erleben, das wünscht sich Konrad Stöckl. Der 69-Jährige wurde kürzlich als Seniorenbeirat für Laim wiedergewählt. Er ist bekennender ÖPNV-Nutzer und Radler. Der Verkehr ist gerade für Ältere ein Problem, sagt Stöckl. „Man ist nicht mehr so fit, nicht mehr so schnell, reagiert langsamer. Der Verkehrsraum für Fußgänger ist zu klein.“

Mehr Rücksicht nehmen auf die Älteren: Laims Seniorenbeirat über Probleme im Viertel

Umso ärgerlicher, wenn dieser dann auch noch blockiert wird. Die mitten auf Gehwegen abgestellten E-Scooter seien ein großes Problem. Feste Abstellplätze im Viertel, wie es sie seit Kurzem innerhalb des Altstadtrings gibt, und insgesamt eine Reduzierung der Anzahl würde Stöckl begrüßen.

Dass die Menschen mehr Rücksicht aufeinander und die Umwelt nehmen, ist dem ehemaligen Kriminalbeamten ein großes Anliegen. Dass die Stadt in Laim eine neue, kostenlose Toilette aufgestellt hat, sei grundsätzlich eine gute Sache, doch die Platzierung am Valpichler Platz – „im letzten dunklen Winkel versteckt“ – findet Stöckl fragwürdig. Auch darüber, dass man für die Fassade Glas als Material gewählt hat, kann Stöckl nur den Kopf schütteln. „Hier halten sich halt auch gewisse Jugendliche auf...“, deutet er an und zeigt auf die vielen kaputten Stellen der Wand.

E-Scooter in Feuerwehrzufahrten oder Vandalismus ärgern den Seniorenbeirat.
E-Scooter in Feuerwehrzufahrten oder Vandalismus ärgern den Seniorenbeirat. © Daniela Borsutzky

Seniorenbeirat Laim: Möglichkeiten zum Netzwerken für die Älteren Münchner verbessern

Beim Rundgang durchs Viertel moniert Stöckl die Verschmutzung, sei es herumliegender Abfall oder verdreckte Wertstoffinseln. „Es ist natürlich kein Senioren-spezifisches Problem. Aber wir müssen an unsere Enkel denken“, sagt der zweifache Opa. Mit Blick auf die Zukunft hält er es für wichtig, die für das Viertel bedeutende Frischluftschneise, die Baumschule, zu erhalten.

Stöckl ist gern an der frischen Luft, regelmäßig geht er mit einer Seniorengruppe wandern. Er lobt das Vereinsleben im Viertel: „Der SV Laim ist ein Highlight. Man hat einen Doppeleffekt: Soziales und Sport.“ Auch den „Kultur-Tempel“, das Interim am Laimer Anger, besucht er gerne. Sein größter Erfolg als Seniorenbeirat und persönlicher Stolz wurde durch Corona „leider ausgebremst“. Anfang 2019 hatte er das Senioren-Kino im Neuen Rex ins Leben gerufen, bei dem regelmäßig ausgewählte Filme zu vergünstigten Preisen gezeigt werden. Doch Stöckl ist guter Dinge, dass die Vorführungen bald wieder besser besucht werden.

Für die neue Amtsperiode hat er sich vorgenommen, den Seniorenstadtplan für Laim zu erneuern, aber auch, dass die Homepage des Münchner Seniorenbeirats aktualisiert wird. Seine Hauptaufgabe sieht Stöckl im Netzwerken: „Helfer und Hilfesuchende zusammenzubringen.“ Sein großer Wunsch für die Laimer Senioren: „Dass ein zweites ASZ in den nächsten zehn Jahren verwirklicht wird.“

Senioren im 25. Stadtbezirk

267 692 Münchner sind älter als 65 Jahre (Stand: 31. Dezember 2021), das entspricht 17,1 Prozent der Bevölkerung. Überdurchschnittlich viele Ü65-Jährige leben in Laim, nämlich 10 377, was 18,6 Prozent der Viertelbewohner entspricht. Im 25. Stadtbezirk leben 55 881 Menschen.

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