Ewige Ruhe unter Bäumen: Stadtrat fordert eine Wiese für Hund, Katze und Co.

Letzte Ruhe unter Bäumen: Entsteht im Westpark ein Tierfriedhof?

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Der Tierfriedhof „Letzte Ruhe“ in Obermenzing wird 2025 geschlossen.

Sendling-Westpark – Das Entsetzen über die Schließung von Münchens einzigem Tierfriedhof war groß. Jetzt soll eine neue Fläche für Baumbestattungen von Haustieren eingerichtet werden

Auf Initiative von Thomas Ranft fordert die FDP-HUT-Stadtratsfraktion, dass einige Flächen auf ihre Eignung als Fläche für Baumbestattungen von Haustieren geprüft werden sollen.

2025 wird der Obermenzinger Tierfriedhof am Autobahnkreisel aufgelöst (Hallo berichtete) – zum großen Entsetzen der Münchner Tierfreunde, die mit allen Mitteln versuchten, die Schließung zu verhindern (Hallo berichtete). Jetzt soll geprüft werden, ob beispielsweise im Westpark oder im Riemer Park eine Wiese als Fläche für Baumbestattungen von Haustieren eingerichtet werden kann. Das fordert die FDP-HUT-Stadtratsfraktion auf Initiative von Thomas Ranft.

Die Hintergründe: Bereits im Sommer vergangenen Jahres beantragte die Fraktion einen neuen Kleintierfriedhof. Die Stadt reagierte mit einer Absage. Zum einen seien keine geeigneten Flächen vorhanden, zum anderen sei die Errichtung eines Tierfriedhofs allenfalls eine freiwillige Aufgabe der Kommune.

Doch damit will sich Ranft nicht zufriedengeben. Baumbestattungen seien würdig, kostengünstig und platzsparend, heißt es in dem aktuellen Antrag. Ranft sei schon mehrmals von Bürgern angesprochen worden, warum es in München keine Baumbestattungen für Tiere gebe. „Angeblich geht das in anderen Städten, warum also nicht auch bei uns?“ Die beiden Parks habe er lediglich aufgrund deren Größe vorgeschlagen. Wie der Friedhof dann im Konkreten aussehen soll, lässt Ranft offen: „Die Verwaltung soll Vorschläge machen. Man könnte auch einen Gestaltungswettbewerb ausloben.“

Ranft ist Halter einer zehnjährigen Zwergpudeldame. Er könnte sich vorstellen, ein solches Angebot für seine „Frau Jenny“ einmal selbst in Anspruch zu nehmen. „Eine Urne unter einem Baum mit einer kleinen Plakette – das wäre schon schön.“

Der Bezirksausschuss-Vorsitzende Günter Keller (SPD) hält den Westpark für keinen angemessenen Ort.

Viertel-Chef Günter Keller (SPD) hingegen hält den Westpark für keinen angemessenen Ort: „Wenn die Halter ihre verstorbenen Tiere besuchen, befinden sie sich in einer Trauersitutation. Im Westpark ist immer einiges los, im Sommer nimmt die Feierei sogar manchmal überhand.“ Für geeigneter befindet Keller stattdessen den Südpark: „Dort haben wir eine ganz andere Raumsituation – er heißt ja auch Sendlinger Wald.“

Für Menschen gibt es Baumbestattungen in München – insgesamt 1759 Plätze stehen am Waldfriedhof Großhadern, am Waldfriedhof Solln, am Friedhof Obermenzing sowie am Neuen Südfriedhof zur Verfügung. Außerdem gibt es 483 weitere Plätze für sogenannte naturnahe Bestattungen am Westfriedhof sowie am Friedhof Haidhausen. Doch: Was mit den Körpern toter Tiere geschieht, wird vom Tierkörperbeseitigungsgesetz (TierKBG) und gegebenenfalls zusätzlichen kommunalen Verordnungen geregelt. Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) erklärt, dass daher Baumbestattungen für Tierkörper auf öffentlichen Grund in München grundsätzlich nicht erlaubt seien.

Daniela Borsutzky

Tierbestattungen – das ist erlaubt:

Tierbesitzer dürfen einzelne Körper von toten Heimtieren, sofern diese nicht an einer übertragbaren Tierseuche erkrankt waren, auf dem eigenen Grund vergraben. Das Gelände darf allerdings nicht innerhalb eines Wasserschutzgebiets und nicht unmittelbar an öffentlichen Wegen und Plätzen liegen. Außerdem muss der Tierkörper mit einer mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht bedeckt sein. Eine andere Möglichkeit stellt die Verbrennung des Tierkörpers im zugelassenen Tierkrematorium in München-Riem dar.

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