BA-Chef wiedergewählt 

Bezirksausschuss Sendling-Westpark: Glückslos für Günter Keller (SPD) in konstituierender Sitzung

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Der amtierende Chef Günter Keller (SPD) bleibt für weitere sechs Jahre das Gesicht Sendling-Westparks.

Rot-schwarzes Bündnis im siebten Bezirk: BA-Chef Keller bleibt im Amt, Ex-Stadtrat Seidl wird Vize – doppelte Niederlage für grüne Herausforderin Hemmerlein

  • Konstituierende BA-Sitzung in Sendling-Westpark
  • Zwei Wahlgänge ohne Sieger - Gewinner per Losverfahen
  • Die Grünen haben das Nachsehen


SENDLING-WESTPARK „Es war ein richtiger Krimi“, kommentiert Günter Keller (SPD, 70) die konstituierende Sitzung des Bezirks­ausschusses Sendling-Westpark. Der amtierende BA-Vorsitzende bleibt Viertel-Chef – weil er im dritten Wahlgang das Glückslos zog. 

Kommunalwahl München: Grüne im BA Sendling-Westpark stärkste Kraft - aber Verlierer beim Vorsitz

Bei der Kommunalwahl waren im siebten Stadtbezirk die Grünen die Gewinner, zehn von 27 Sitzen konnten sie im Gremium ergattern. Maria Hemmerlein, bislang zweite Stellvertreterin, forderte Keller um den Vorsitz heraus. Weil beide Kandidaten in den ersten beiden Wahlgängen auf 13 Stimmen kamen (eine Stimme war jeweils ungültig), musste letztendlich gemäß Satzung der Zufall entscheiden. 

BA Sendling-Westpark: Doppelte Niederlage für Hemmerlein

Besonders bitter für Hemmerlein: Auch die Wahl um den ersten Stellvertreter konnte die 62-Jährige nicht für sich entscheiden. Mit 13 zu 14 Stimmen verlor sie gegen Ex-Wiesn-Stadtrat Otto Seidl (CSU, 70, kl. Foto). „Natürlich war es ein Desaster. Aber ich nehme es sportlich“, sagt Hemmerlein auf Nachfrage und bekräftigt, dass ihre Fraktion „im Interesse des Viertels professionell und motiviert mitarbeiten“ werde. 

BA 7: Grüne mit im Vorstand

Zumindest der Posten des zweiten Stellvertreters ging schließlich mit großer Mehrheit an die Grünen: Lena Fiedler, 28 Jahre jung, sitzt künftig mit am Vorstandstisch. Sie sei ein guter Gegenpol zum „Old-Boys-Network“, findet Hemmerlein

Streitthema Tram-Westtangente

Die Sozialdemokraten haben sich nun also im BA mit der CSU verbündet – doch bei der Tram-Westtangente sind sie sich nach wie vor uneinig. Für Keller ist sie eines der wichtigsten Themen fürs Viertel: „Wir hoffen, dass Corona unsere Trambahn nicht berührt.“ 

Der neue Bündnispartner sieht das – zumindest teilweise – aber anders: So hatte Seidl kurz bevor er aus dem Stadtrat ausschied noch den Antrag gestellt, dass über das Projekt neu entschieden werden müsse, da die Gesamtkosten in Corona-Zeiten nicht zu verantworten seien. 

"Keine Verzögerungen" laut MVG

Doch die Chancen stehen für Seidls Offensive schlecht, wie MVG-Sprecher Matthias Korte erklärt: „Der Stadtrat hat die Westtangente bereits 2018 auf den Weg gebracht, vor Kurzem wurde der Bauantrag eingereicht. Das Projekt läuft wie geplant weiter. Aus dem Antrag resultieren keine Verzögerungen.“

Seidl kämpft weiter und will Bürgerinitiative aufleben lassen

Seidl jedoch will sich nicht abhalten lassen: „Unsere 2011 gegründete Bürgerinitiative hat damals stark dagegen gekämpft – jetzt wollen wir sie wieder massiv aufleben lassen.“ Auch im BA will er das Thema weiter voran treiben – wenn auch noch nicht in der kommenden Sitzung. Diese ist für den 23. Juni angesetzt – vermutlich in voller Besetzung in der Turnhalle an der Fernpaßstraße. dbo

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