Fachkräftemangel

Aus für ambulanten Pflegedienst in München: Arbeiter-Samariter-Bund stellt Ende Juni Pflege ein

Der ASB hat seine Zentrale in Sendling-Westpark.
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Der ASB hat seine Zentrale in Sendling-Westpark.
  • Daniela Borsutzky
    vonDaniela Borsutzky
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Ende Juni wird der Arbeiter-Samariter-Bund seinen mobilen Pflegedienst einstellen. Wie es für die Mitarbeitende sowie für die knapp 40 zu betreuende Senioren weitergeht.

Sendling-Westpark - Der Fachkräftemangel in der Pflege zwingt jetzt den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) seine ambulante Pflege aufzugeben. Der mobile Pflegedienst, ansässig an der Adi-Maislinger-Straße, wird zum 30. Juni eingestellt.

Die Entscheidung fällt im 100. Geburtstagsjahr und treffe den ASB daher besonders hart, so Geschäftsführer Christian Boenisch. Im vergangenen Dezember hat die Hilfsorganisation einen Anerkennungsvertrag zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst abgeschlossen.

Die dort festgelegte Entlohnung für Pflegefachkräfte reiche jedoch nicht aus, um im Wettbewerb mit privaten Pflegedienstleistern bestehen zu können.

Mitarbeitende, die von der Einstellung des mobilen Pflegedienstes betroffen sind, werde ein anderer Arbeitsplatz angeboten– zum Beispiel beim Projekt „Wohnen im Viertel“.

Laut ASB-Sprecherin Petra Linné sind von dem Aus neun Mitarbeitende sowie knapp 40 zu betreuende Senioren aus den Vierteln Laim, Schwanthalerhöhe, Ludwigsvorstadt, Sendling, Sendling-Westpark, Neuhausen, Nymphenburg, Schabing-West, Maxvorstadt, Altstadt-Lehel und Schwabing-Freimann betroffen.

Man werde jetzt schnellstmöglich versuchen, die Senioren an andere gemeinnützige Pflegeeinrichtungen zu übergeben. Den Mitarbeitenden werde ein anderer Arbeitsplatz in der Pflege angeboten, beispielsweise im Rahmen des Projekts „Wohnen im Viertel“.

Hinsichtlich weiterer Angebote des ASB gibt Petra Linné Entwarnung: „Alle anderen Bereiche, Rettungsdienst, Intensivtransport, notfallmedizinische Ausbildung, Krisen-Interventions-Team, andere Senioren-Wohnprojekte und mehr laufen unter den entsprechenden Corona-Hygiene-Vorschriften weiter.“

dbo

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