Schlösserverwaltung arbeitet auf Gerüst

Ein Lifting für Bayerns Allegorien: Ruhmeshalle auf der Theresienwiese wird restauriert

Linker Giebel der Ruhmeshalle: Der bayerischen Allegorie fehlen Arm und Nase. Damit sie bis zum Herbst ihre Schönheit zurückerlangt, arbeiten Restauratoren derzeit auf dem Gerüst.
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Linker Giebel der Ruhmeshalle: Der bayerischen Allegorie fehlen Arm und Nase. Damit sie bis zum Herbst ihre Schönheit zurückerlangt, arbeiten Restauratoren derzeit auf dem Gerüst.

Schwanthalerhöhe: Witterung und Taubenkot haben die Allegorien in den Giebelfeldern der Ruhmeshalle in Mitleidenschaft gezogen. Jetzt restauriert die Schlösserverwaltung

  • Ruhmeshalle hinter der Bavaria ist teilweise eingerüstet
  • Allegorien in Giebeln sind beschädigt - nicht nur die Witterung ist schuld
  • wie die Schlösserverwaltung künftig für besseren Schutz sorgen will

SCHWANTHALERHÖHE Mit dem mickrigen Überbleibsel der Nase erinnert die Dame im linken Giebel der Ruhmeshalle ein wenig an Lord Voldemort, den Bösewicht aus Harry Potter. In weiteren Teilen des Gesichts blättert die Haut, der Marmor-Teint ist gesprenkelt, die Unterarme fehlen gänzlich. 

München Theresienwiese: Schlösserverwaltung restauriert in der Ruhmeshalle die Allegorien auf Bayern

Die Dame, die dort hoch oben neben einer Gemse liegt, ist eine bayerische Allegorie. Im Moment befindet sich ein Gerüst am linken Giebel der Ruhmeshalle. Vor wenigen Tagen hat dieBayerische Schlösserverwaltung damit begonnen, die Allegorien zu restaurieren. Denn: Etwa 170 Jahre an der frischen Luft haben den bildhauerischen Schmuck aus weißem Marmor deutlich in Mitleidenschaft gezogen. 

Linker Giebel der Ruhmeshalle: Der bayerischen Allegorie fehlen Arm und Nase. Damit sie bis zum Herbst ihre Schönheit zurückerlangt, arbeiten Restauratoren derzeit auf dem Gerüst.

Giebelfelder der Ruhmeshalle: Den gröbsten Schmutz verursachen Tauben

Doch nicht Wind und Wetter allein sind für die gröbsten Verschmutzungen verantwortlich – sondern Tauben. „Die Giebel waren mit Netzen aus Kunststoff geschützt“, erklärt Hermann Neumann von der Schlösserverwaltung. „Aber diese bekommen im Laufe der Zeit Risse, weswegen sich Tauben einnisten konnten. Leider haben wir nicht die Mittel, alle zwei Jahre ein Gerüst aufzustellen, um nachzusehen.“ Etwa 50 Kilogramm Taubenkot vermutet Neumann in den Giebeln. Jetzt bekommen die Allegorien ein Lifting: „DieRestauratoren reinigen, konservieren die Oberflächen und nehmen kleinere Ausbesserungen vor.“ 

Halle auf Theresienwiese als Anerkennung bayerischen Verdienstes und Ruhmes

Die dorische Säulenhalle hinter der Bavaria wurde ab 1843 zehn Jahre lang nach den Plänen Leo von Klenzes errichtet. In Auftrag gab sie König Ludwig I. „als Anerkennung bayerischen Verdienstes und Ruhmes“. Nachdem sie im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen wurde und völlig ausbrannte, wurde die Halle bis 1972 zur Olympiade wieder aufgebaut. 

Allegorien verkörpern die "vier bayerischen Volksstämme"

In den beiden Giebelfeldern über den Flügelbauten befinden sich die Allegorien der „vier bayerischen Stämme“: Auf der linken Seite verkörpern weibliche Gestalten die beiden Volksstämme der (Alt-)Bayern sowie Rheinpfälzer. Auf der rechten Seite sind Schwaben und Franken dargestellt. 

Bessere Netze für besseren Schutz vor Tauben

30 000 Euro sind im Haushalt der Schlösserverwaltung für dieRestaurierung vorgesehen. Um den empfindlichen Marmor besser vor Tauben zu schützen, sollen künftig Netze aus einem stabileren Material angebracht werden. „Es gibt beispielsweise Netze aus Edelstahl. Das Problem ist, je dichter das Netz ist, desto verschleierter ist die Sicht. Aber wir werden einen Kompromiss eingehen müssen“, sagt Neumann. 

Wegen Corona ist derzeit noch kein Besuch möglich

Im Herbst sollen die Arbeiten auf der linken Seite abgeschlossen sein, dann wird der rechte Giebel in Angriff genommen. Wegen der anhaltenden Corona-Situation sind Ruhmeshalle und Bavaria im Moment für Besucher noch geschlossen. dbo

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