Fünfjähriger findet Fixerutensil

Spielplatz: Kind sticht sich an Spritze

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Katrin E. (links) und Julia B. vor dem Unterstand am Georg-Freundorfer-Platz, in dem B.s Sohn die Spritze fand.

Schwanthalerhöhe – Regelmäßig gehen Erzieherinnen mit Kindern auf den „Affenspielplatz“ am Georg-Freundorfer-Platz. Der Sohn von Julia B. hat dort eine Drogen-Spritze gefunden – und sich verletzt

Es ist wohl das Horrorszenario aller Eltern: Ein Kind entdeckt beim Spielen eine gebrauchte Drogen-Spritze und sticht sich. Genau das ist dem Sohn von Julia B. passiert. Bei der Bürgerversammlung Schwanthalerhöhe machte Katrin E., Vorstand im Kindergarten Rumpelpilz, den Julia B.s Sohn besucht, ihrem Ärger Luft.

An dieser gebrauchten Nadel hat sich das Kind gestochen.

„Es war an einem Dienstagnachmittag im März, als der Anruf kam“, erinnert sich die Mutter. „Den Tag werde ich niemals vergessen.“ Der Kindergarten Rumpelpilz hatte, wie fast jeden Tag, den „Affenspielplatz“ am Georg-Freundorfer-Platz besucht. „Mein Sohn hatte die gebrauchte Spritze in einem Unterstand gefunden und wollte sie der Erzieherin bringen – da war es schon passiert“, so die 36-Jährige. 

Zuerst hat sie beim Giftnotruf angerufen, dann ist sie mit ihrem fünfjährigen Sohn zum Arzt, wo ein Blutbild angefertigt wurde. „Bis jetzt sieht alles gut aus. Aber wir werden nochmals zur Nachuntersuchung müssen, denn ein endgültiges Ergebnis eines HIV-Tests beispielsweise gibt es erst nach sechs Wochen.“

Olaf Ostermann von der Suchtberatung Condrobs.

Olaf Ostermann von der Suchtberatung Condrobs gibt Entwarnung: „Die Wahrscheinlichkeit, sich durch eine gebrauchte Spritze, in der das Blut bereits geronnen ist, mit dem HI-Virus anzustecken, ist als sehr gering einzustufen.“ Dem Suchtberater sei kein Fall dieser Art bekannt. Für den Fall der Fälle rät der Experte: „Die Eltern oder Erzieher sollten die Spritze einsammeln und dann umgehend zusammen mit dem Kind zu einer Infektionsambulanz gehen. Dort kann die Spritze auf eventuelle Verunreinigungen getestet und schnellstmöglich Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.“ Außerdem sollten Eltern den Impfstatus ihrer Kinder und auch ihren eigenen auf Hepatitis B und Tetanus regelmäßig überprüfen.

„Wir sehen die Schuld nicht bei den Junkies, die gibt es nunmal“, so Katrin E. „Die Drogen-Politik der Stadt hat versagt.“ In anderen Städten gebe es Drogenkonsumräume und Spritzen-Automaten, in München finde lediglich eine Verlagerung der Szene statt. Für den „Affenspielplatz“ fordern die Eltern eine regelmäßigere Reinigung.

Nicht der erste Spritzen-Fund

Es war nicht der erste Spritzen-Fund an diesem Ort, wie Christian Müller vom Baureferat bestätigt. Er erklärt, dass öffentliche Spielplätze „bedarfsgerecht“ gereinigt werden, im Durchschnitt zwei Mal wöchentlich, außerdem gebe es noch eine wöchentliche Kontrolle. „Der Georg-Freundorfer-Platz wird zwischen März und November fünf mal pro Woche gereinigt, sonst zweimal wöchentlich.“

Daniela Borsutzky

Im Notfall zur Infektionsambulanz

Klinikum der Universität München, Infektiologie, Pettenkoferstraße 8a, 80336 München.

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