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Fernpaßschule überfüllt – und für die „Mittagsinsel“ sind noch immer keine Räume in Sicht

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Von: Daniela Borsutzky

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Amrei Burkhart und Angelika Carevic von der „Mittagsinsel“ fordern eine Lösung für die Betreuungssituation der Kinder der Fernpaßschule.
Amrei Burkhart und Angelika Carevic von der „Mittagsinsel“ fordern eine Lösung für die Betreuungssituation der Kinder der Fernpaßschule. © Daniela Borsutzky

Für die Raumsituation der „Mittagsinsel“ in der Fernpaßschule ist immer noch keine Lösung in Sicht. Bei der Bürgerversammlung ließen die Vorsitzenden ihrem Ärger freien Lauf:

SENDLING-WESTPARK Endlich eine Lösung für die Raumproblematik der „Mittagsinsel“ finden, da sonst mindestens 24 Familien im Sprengel der Fernpaßschule ohne Betreuung dastehen: Es ist im Grunde derselbe Antrag, den der Verein bereits im Vorjahr gestellt hat. Ein Jahr später stand jetzt Amrei Burkhart, zweite Vorsitzende der „Mittagsinsel“, bei der Bürgerversammlung für Sendling-­Westpark am Mikro und hielt eine Brandrede.

Im Frühjahr 2020 musste die „Insel“ aus einer Wohnung an der Hinterbärenbadstraße ausziehen, da der Eigentümer gewechselt hatte. Seitdem müssen die Kinder nach Schulschluss einen Kilometer zu einem Raum laufen, den die Initiative von einer christlichen Gemeinde angemietet hat. Dort essen sie zu Mittag und spielen. Danach laufen sie wieder zurück in die Schule um Hausaufgaben zu machen, denn dort gibt es erst nach 14 Uhr einen freien Raum. „Die Ausgaben, die durch die Miete der Räume der freien Gemeinde entstehen, sind unverhältnismäßig und langfristig nicht tragbar“, beschwerte sich Burkhart.

Dilemma um „Mittagsinsel“: Betreuungsperspektive für Kinder weggenommen

26 Kinder betreut die Mittagsinsel momentan, hauptsächlich aus Arbeiterfamilien. Was Burkhart, die als Stadtteilhebamme 50 bis 70 Familien jährlich betreut, besonders am Herzen liegt: „Falls wir schließen, nimmt man 15 Kindern die Möglichkeit, in einem erzieherisch-pädagogischen Rahmen ihr Deutsch zu festigen – oder gar auch erstmal zu lernen. Wir haben 15 Kinder, die zuhause nicht Deutsch als Muttersprache sprechen, fünf Kinder, deren Eltern und sie selbst fast noch gar kein Deutsch sprechen.“ Burkharts Fazit: „Das ist nicht nur ein politisches und soziales Armutszeugnis, sondern auch eine Existenzbedrohung für 26 Eltern sowie eine Integrationsblockierung für 15 Kinder.“

In dem Antrag fordert sie neben einer grundsätzlichen Lösung auch eine Prüfung einer Überbelegung der Fernpaßschule sowie eine Untersuchung der Statik der Containeranlage, sodass diese gegebenenfalls aufgestockt werden könne. Außerdem drängt die „Mittagsinsel“ darauf, die Finanzierung zu klären – sie wird vom Sozialreferat nämlich nur als Mittagsbetreuung gefördert, die keine Mietkosten vorsieht.

Dilemma um „Mittagsinsel“: Hoher Besuch erwartet

Der inhaltsgleiche Antrag aus dem Vorjahr wurde übrigens bislang von der Verwaltung nicht beantwortet. Warum und ob Ergebnisse vorliegen würden, konnte aufgrund der kurzfristigen Anfrage bis Redaktionsschluss in den Herbstferien nicht beantwortet werden.

Etwas Hoffnung, dass nun mehr Bewegung in die Sache kommt, gibt es aber: Denn am 23. November hat sich die Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) für einen Besuch angekündigt. Bei dem Termin soll laut ihrem Büro „eine gemeinsame Lösung vorangetrieben werden“.

Sprengel ohnehin unterversorgt

Auch Günter Keller (SDP), Sendling-Westparks Bezirksausschuss-­Vorsitzender, griff das Thema bei der Bürgerversammlung auf. Stadtweit sollte die Mittagsbetreuung bei 80 Prozent liegen, an der Fernpaßschule seien es nur 71 Prozent. „Die Stadt lässt die ‚Mittagsinsel‘ weiterhin im Stich. Ohne sie läge die Versorgung sogar nur bei 64 Prozent“, führte Keller aus. Laut Amrei Burkhart von der „Mittagsinsel“ hat der Sprengel Fernpaßschule zwei städtische Horte. „Beide Einrichtungen sind auch Krippe und Kindergarten. Das heißt, ihre eigenen Kinder werden bei der Hortplatzvergabe bevorzugt, ebenso Geschwisterkinder.“

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