Wegen Abriss: Stadt hat bis jetzt noch keinen Ersatz-Raum

Kinder- und Jugendmuseum: Wo geht es nach 2020 weiter?

Noch befindet sich das Kinder- und Jugendmuseum an der Arnulfstraße, direkt neben dem Hauptbahnhof. Doch 2020 soll das Gebäude dem Erdboden gleich gemacht werden.
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Noch befindet sich das Kinder- und Jugendmuseum an der Arnulfstraße, direkt neben dem Hauptbahnhof. Doch 2020 soll das Gebäude dem Erdboden gleich gemacht werden.
Geschäftsführer Andreas Ernstberger ist ratlos: Wenn kein geeigneter Platz gefunden wird, muss das Museum pausieren – bis eine Lösung gefunden ist.
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Geschäftsführer Andreas Ernstberger ist ratlos: Wenn kein geeigneter Platz gefunden wird, muss das Museum pausieren – bis eine Lösung gefunden ist.
20 Jahre lang hat die Interimslösung in dem alten Seitentrakt des Starnberger Bahnhofs aus dem Jahr 1921 angedauert. Der Zahn der Zeit hat auch an der Elektrik genagt.
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20 Jahre lang hat die Interimslösung in dem alten Seitentrakt des Starnberger Bahnhofs aus dem Jahr 1921 angedauert. Der Zahn der Zeit hat auch an der Elektrik genagt.
Der gesamte Trakt des Hauptbahnhofs an der Arnulfstraße fällt der geplanten Umgestaltung zum Opfer. Auch deshalb wurden hier keine Sanierungsmaßnahmen mehr ergriffen.
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Der gesamte Trakt des Hauptbahnhofs an der Arnulfstraße fällt der geplanten Umgestaltung zum Opfer. Auch deshalb wurden hier keine Sanierungsmaßnahmen mehr ergriffen.
Aus für das Kinder- und Jugendmuseum? Zumindest den Standort am Hauptbahnhof müssen Leiter Andreas Ernstberger und sein Team verlassen.
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Aus für das Kinder- und Jugendmuseum? Zumindest den Standort am Hauptbahnhof müssen Leiter Andreas Ernstberger und sein Team verlassen.

München – Es ist ein Zentrum für kleine Entdecker: Doch 2020 muss das Kinder- und Jugenmuseum seine Räumlichkeiten an der Arnulfstraße verlassen – Für den Geschäftsführer Fluch und Segen zugleich

Soviel steht bisher fest: 2020 ist Schluss. Dann muss sich das Kinder- und Jugendmuseum an der Arnulfstraße einen neuen Standort suchen. Das Gebäude wird dem Erdboden gleich gemacht – dieser Trakt des Hauptbahnhofs fällt der Umgestaltung zum Opfer. Wenn kein geeigneter Platz gefunden wird, muss das Museum pausieren – bis eine Lösung gefunden ist. „Und bis zu 50 Mitarbeiter stehen auf der Straße“, betont Andreas Ernstberger, seit sieben Jahren Geschäftsführer und Teamleiter der Institution, die von einem Verein im Auftrag des Kulturreferats betrieben wird.

20 Jahre lang hat die Interimslösung in dem alten Seitentrakt des Starnberger Bahnhofs aus dem Jahr 1921 angedauert – seitdem rund 600 Besucher am Tag angelockt. 2015 beschloss der Stadtrat den Abriss.

Trotzdem kann das Kulturreferat nach drei Jahren Standortsuche bis heute nicht sagen, wie es mit dem bekannten und beliebten Kinder- und Jugendmuseum weitergeht: „Es werden alle Möglichkeiten geprüft. Ob das Museum gleich an seinen neuen Standort umziehen können wird, hängt vom künftigen Standort ab“, heißt es von Seiten der Landeshauptstadt.

Ernstberger macht sich Sorgen, sieht in einem potentiellen Umzug aber auch eine Chance. Denn die derzeitigen Räumlichkeiten sind zu klein, bei Andrang müssen viele vor Ort abgewiesen werden: Der schmale Eingangsbereich ist zu eng für Schulklassen. Es fehlen ausreichende sanitäre Anlagen, Aufenthaltsräume für Begleitpersonen gibt es nicht und im Besprechungsraum der Mitarbeiter ist ein Fenster zerbrochen, Kabel hängen aus der Wand. „Je näher der Abbruch des Gebäudes rückt, desto weniger investiert der Besitzer natürlich in den Bestand“, erklärt sich Museums-Chef Ernstberger den Zustand.

Auch barrierefrei sind die einzelnen Ausstellungsräume, vor allem im Untergeschoss, nicht erreichbar. „Natürlich helfen wir und tragen behinderte Kinder nach unten.“ Aber die Regel sollte das nicht sein, ein Aufzug für Rollstuhlfahrer wäre das Mindeste.

Deutlich mehr als 1000 Quadratmeter bräuchten sie für einen Neuanfang, so Ernstberger. Am besten wäre natürlich ein neues Haus, zentral gelegen, auf städtischem Grund: „Wir wollen ja ein Haus der Kinder sein.“

Marie-Julie Hlawica

Seifenblasen zum Fast-Abschied?

Momentan steht im Kinder- und Jugendmuseum bis zum 28. April alles unter dem Motto Baustelle. Ab dem 25. Mai laden bis zum 8. September noch einmal die schillernden Seifenblasen kleine Entdecker zum Mitmachen und Staunen ein. Das Museum ist donnerstags und freitags von 14 bis 17 Uhr, am Wochenende und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Danach soll es noch eine vom Museum selbst kuratierte, ganz neue Ausstellung geben. Aber das wird dann voraussichtlich die letzte sein.

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