Gefahr für das Baudenkmal?

Laimer Schlössl im Jubiläums-Almanach als Schwerpunkt – wie es um das 300 Jahre alte Gebäude steht

Das Laimer Schlössl im November vergangenen Jahres. Optisch hat sich seitdem noch nichts verändert – zum Glück, wenn es nach vielen Laimern geht.
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Das Laimer Schlössl im November vergangenen Jahres. Optisch hat sich seitdem noch nichts verändert – zum Glück, wenn es nach vielen Laimern geht.

Das Laimer Schlössl wird 300 Jahre alt. Zum Jubiläum wurde die Historie im Laimer Almanach aufgearbeitet. Immer wieder gibt es Baupläne für das Grundstück.

  • Das Laimer Schlössl wird 300 Jahre alt
  • Historie wurde zum Jubiläum aufgearbeitet
  • Historisches Gebäude durch Bauanträge in Gefahr

Als vor ziemlich genau einem Jahr bekannt wurde, dass das Laimer Schlössl verändert werden soll, war der Aufschrei im Viertel groß. Ein Bauträger hatte unter anderem beantragt, eine Garage in den Garten zu stellen, der – ebenso wie das Gebäude selbst – unter Denkmalschutz steht (Hallo berichtete).

Heuer wird das Schlössl 300 Jahre alt. Der Historische Verein Laim hat dies zum Anlass genommen, die Geschichte des Grundstücks an der Agnes-Bernauer-/ Neuburgerstraße zu untersuchen. Das Ergebnis findet sich jetzt im Laimer Almanach – der in diesem Jahr selbst ein kleines Jubiläum feiert.

Das Laimer Schlössl wird 300 Jahre alt - Historie im Almanach aufgearbeitet

Zum zehnten Mal ist nun die Zusammenstellung der Zeitdokumente des Münchner Westens erschienen. Nach der Überwindung vieler Corona-bedingter Schwierigkeiten ist Lothar Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, froh, dass es mit der Herausgabe der Jubiläumsausgabe noch geklappt hat. „Eigentlich sollten wir 300 Jahre Laimer Schlössl feiern –eigentlich ein Grund zur Freude“, sagt Schmidt.

Doch: Das Objekt hatte 2018 den Besitzer gewechselt, zuvor war es etwa 70 Jahre in Besitz der Familie Leuthenmayr. Seitdem ist der Eindruck entstanden, dass um den „Verwendungszweck des Schlössls ein großes Geheimnis gemacht wird“, heißt es im Almanach.

Immer wieder Bauanträge für das denkmalgeschützte Grundstück

Seit Oktober vergangenen Jahres liegt dem Planungsreferat ein Bauantrag vor. „Derzeit erfolgen umfangreiche Untersuchungen zur Baugeschichte und zur historischen Ausstattung vom Laimer Schlössl“, sagt Ingo Trömer, Sprecher des Planungsreferats auf aktuelle Nachfrage. Das Baugenehmigungsverfahrern dauere daher noch an.

Und auch aus dem Landesamt für Denkmalpflege gibt es bisher keine Neuigkeiten, wie Sprecherin Dorothea Gehringer berichtet: „Uns liegt eine Anfrage des Eigentümers zu neuen Nutzungsmöglichkeiten vor. Um dazu Stellung nehmen zu können, lassen wir derzeit Bauforschungen durchführen. Wenn diese abgeschlossen und ausgewertet sind, können wir uns hierzu äußern.“

Lothar Schmidt ist darüber „ein wenig froh“, immerhin sei noch nichts abgerissen. Das Laimer Schlössl sei immer eine „Zentrale der Zeit“ gewesen. So haben beispielsweise bayerische Kurfürsten, der letzte Besitzer der Hofmark Laim oder auch Architekt Theodor Fischer im Schlössl gewohnt und von dort gewirkt. „Das rechtfertigt meiner Ansicht nach schon, dass man das Gebäude und den Schlosspark nicht angreift“, so Schmidt.

Die Jubiläumsausgabe des „Laimer Almanach“ 2020/2021 ist ab sofort für sechs Euro erhältlich. Verkaufsstellen und Bestellformular unter www.laimer-historiker.de.

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