Gutachten bestätigt

Kein Baudenkmal: Ehemalige Glockengießerei darf abgerissen werden

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Auf dem Gelände der ehemaligen Glockengießerei, soll Wohnraum für Geflüchtete entstehen.

Dort, wo ursprünglich einmal die alte Fabrikantenvilla gestanden hatte, soll jetzt Wohnraum für Flüchtlinge entstehen. Der Unmut bei den Anwohnern ist nach wie vor groß...

Update: 18. September

Laim – Die ehemalige Glockengießerei in der Mitterfeldstraße ist kein Baudenkmal. „Das hat das Verwaltungsgericht in erster Instanz unter Zugrundelegung von Sachverständigengutachten entschieden“, berichtet Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats. 

„Derzeit werden in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege die Erfolgsaussichten eines Berufungsverfahrens geprüft. Sofern es bei der Entscheidung aus der ersten Instanz bliebe, wäre ein Abbruch der ehemaligen Glockengießerei grundsätzlich zulässig.“

Daniela Borsutzky

Erstmeldung: 22. März – Geplanter Wohnungsbau sorgt weiter für Zoff

Laim – Dieses Bauprojekt sorgt weiter für Ärger: Auf dem Gelände an der Mitterhoferstraße 7, wo einst die Glocken für das Münchner Rathaus gegossen wurden, soll Wohnraum für Geflüchtete entstehen. 28 Wohnungen sind für sogenannte Resettlement-Familien vorgesehen, dazu kommen 36 Appartements für 18- bis 25-Jährige (Hallo berichtete).

Schon Anfang 2017 protestierten viele Bürger, als für das Vorhaben die ehemalige Fabrikantenvilla der Glockengießerei abgerissen wurde. Der Protest gegen eine weitere Nachverdichtung im Viertel ist nach wie vor groß. Dementsprechend enorm war auch der Andrang bei der letzten Bürgerversammlung. 

Damals wurden mehrere Anträge zu dem Thema gestellt. Unter anderem ging es um die Fragen, ob überhaupt Bedarf an weiteren Flüchtlingsunterkünften vorhanden ist und ob sich der Vertrag, den die Stadt mit dem Immobilienbesitzer abgeschlossen hat, in einem örtlichen Vergleichsrahmen befindet. Beides bejahte die Verwaltung jetzt in einer Stellungnahme an den Laimer Bezirksausschuss (BA).

Die Miete sei angemessen und der Bedarf gegeben, heißt es in dem Schreiben. Das Projekt würde deshalb nicht eingestellt. Der Vorsitzende Josef Mögele (SPD) lehnte es dennoch ab, die Stellungnahme zu unterschreiben. 

„Der BA soll sich die Behauptungen der Stadt zu eigen machen, dass alles so stimmt.“ Aus Datenschutzgründen hätten die Viertelpolitiker jedoch nicht selbst die Konditionen überprüfen können. „Wenn ich nicht weiß, was in den Verträgen steht, kann ich das auch nicht unterschreiben“, erklärte Mögele.

Claudia Schuri

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