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Anwohner und BA stellen sich gegen „massives“ Bauvorhaben der Erzdiözese in der Berchemstraße

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Von: Daniela Borsutzky

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Die Kirche will das gelbe Haus an der Berchemstraße 25 abreißen und nachverdichten. Anwohner wollen das verhindern.
Die Kirche will das gelbe Haus an der Berchemstraße 25 abreißen und nachverdichten. Anwohner wollen das verhindern. © Daniela Borsutzky

Die Gartenstadt Laim ist in Gefahr, denn die Erzdiözese will das dazugehörige Gebäude abreißen. Nun ergreifen benachbarte Bewohner das Zepter des Handelns und kämpfen für den Erhalt.

München / Laim ‒ Das gelbe Haus an der Berchem- Ecke Hörkerstraße sei in einem „Top-Zustand“, im Garten befinden sich mehrere stattliche Bäume. Die Anwohner loben die Artenvielfalt, erfreuen sich an den Spechten und Singvögeln in ihrer Laimer Gartenstadt. Doch sie fürchten um das Gesicht der Nachbarschaft. Denn die Erzdiözese München und Freising will das Haus abreißen und das Grundstück großflächiger neu bebauen.

In der Januar-Sitzung des örtlichen Bezirksausschusses machten die Nachbarn ihrem Unmut Luft und übergaben eine Liste mit mehr als 100 Unterschriften gegen das Bauvorhaben. Sie sorgen sich um die Verhältnismäßigkeit der geplanten Nachverdichtung und fordern, dass die Gartenstadtsatzung für Laim weiterhin als Grundlage für Baugenehmigungen gelten muss.

Gartenstadt Laim: Stadt prüft zwei Varianten

Diözesan-Sprecherin Ursula Hinterberger erklärt, dass man an der Berchemstraße 25 „Wohngebäude mit Erdgeschoss, 1. Obergeschoss und Dachgeschoss“ plane. Ingo Trömer vom Planungsreferat bestätigt, dass die Lokalbaukommission (LBK) derzeit einen Antrag auf Vorbescheid prüft, „in dem Fragestellungen zum Neubau eines oder zweier Wohngebäude aufgeführt sind“. Laut Hinterberger entspreche dies „der üblichen Bebauung in diesem Wohngebiet“.

Anwohnerin Nicole Weiß und die Nachbarn sehen das anders: „Die Planung weicht nach Art und Ausmaß massiv von der ortsüblichen Umgebungsbebauung ab und bedroht den Gartenstadtcharakter von Laim.“ Es werde möglicherweise ein Präzedenzfall geschaffen, auf dessen Grundlage weitere „massive“ Bebauungspläne an der Berchemstraße sowie in der angrenzenden Umgebung begründet werden könnten.

Gartenstadt Laim: „So flächenschonend wie möglich“

Das Planungsreferat könne „über eventuelle Auswirkungen auf die Umgebung derzeit keine Aussagen“ treffen, da das Verfahren noch andauere. Diözesan-Sprecherin Hinterberger begründet das Neubauvorhaben damit, dass man sich als Kirche in der Verantwortung sehe, „Möglichkeiten zu nutzen, um sozial und ökologisch verträglich Wohnraum zu schaffen“. Zudem seien „neue Gebäude deutlich energieeffizienter als Gebäude aus der Nachkriegszeit“, führt Hinterberger aus. Man wolle „das Vorhaben so flächenschonend wie möglich realisieren“. Die Einwände aus der Nachbarschaft seien bekannt und man sei zum Austausch bereit.

Der BA lehnt das Vorhaben ausdrücklich ab. Ernst-Wolfram Schendel (CSU), Vorsitzender des Unterausschusses Bau, konstatierte: „Da werden riesige Bauten hingesetzt, die die Gartenstadt verschandeln.“ SPD-Fraktionssprecher Carsten Kaufmann pflichtete ihm bei: „Wir haben das Vorhaben mit Entsetzen zu Kenntnis genommen. Persönlich finde ich es eine Frechheit, so etwas reinzupflanzen.“ Der Bezirksausschuss sicherte zu, sich mit der LBK und dem Ordinariat in Verbindung zu setzen.

Was noch hinzukommt: Die Anwohner befürchten, dass ein Bauträger bereits Grundstücke in der unmittelbaren Umgebung aufkauft und nur darauf wartet, bis die Genehmigung für das Bauvorhaben der Diözese erteilt wurde.

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