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Was aus dem Experiment „Westend Kiez“ in der Schießstättstraße gelernt wurde, wie es weitergeht

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Von: Daniela Borsutzky

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In der Schießstättstraße wurden Schrägparkplätze entfernt, um ein möglichst autofreies Areal zu schaffen. Nun resümieren die Beteiligten ihre Eindrücke zum Experiment.
In der Schießstättstraße wurden Schrägparkplätze entfernt, um ein möglichst autofreies Areal zu schaffen. Nun resümieren die Beteiligten ihre Eindrücke zum Experiment. © Daniela Borsutzky

In der Schießstättstraße wurden 40 Parkplätze weggenommen, um das Areal testweise autoreduziert zu machen. Nach dem Experiment teilen Politiker ihr Fazit:

WESTEND Zweieinhalb Monate lang wurden 40 Schrägparkplätze in der Schießstättstraße zu Freiflächen umgewandelt. Die Münchner Initiative Nachhaltigkeit (MIN) hat mit dem Projekt „Westend Kiez“ Impulse für die Verkehrswende geliefert. Ihr Ziel: Im Viertel einen sogenannten Superblock – ein verkehrsberuhigtes beziehungsweise autoreduziertes Areal – möglichst schnell umzusetzen.

Flexible Sitzkonstruktionen aus Getränkekisten, welche die Besucher nach ihrem Bedarf anordnen konnten, eine Reparatursäule mit Werkzeug, Puppentheater oder Musikabende – auf den temporär umgenutzen Parkplätzen hatten die Anwohner vielfältige Möglichkeiten. Am Anfang waren die Menschen zögerlich, gesteht Initiatorin Sylvia Hladky.

Für Sylvia Hladky war das Experiment ein Erfolg.
Für Sylvia Hladky war das Experiment ein Erfolg. © Daniela Borsutzky

Experiment „Westend Kiez“: Fazit zum Projekt fällt positiv aus

„Wir wissen, dass die Menschen sich den Freiraum nicht so schnell aneignen, sie müssen sich erst daran gewöhnen.“ Die Hemmschwelle sei hoch, denn jahrzehntelang habe man eingetrichtert bekommen, dass der Straßenraum dem Auto gehöre.

Insgesamt ist ihr Fazit zum „Westend Kiez“ aber positiv. Auch für Sibylle Stöhr (Grüne), Vorsitzende des örtlichen Bezirksausschusses, war das Projekt ein „erfolgreicher Schritt in Richtung nachhaltiger Nutzung des öffentlichen Raums“, wie sie auf Hallo-Nachfrage betont.

Zwei Nachwirkungen des Projekts sollen sich voraussichtlich schon bald zeigen. „In der Schießstättstraße soll ein Mobilitätspunkt mit Sharing-Angeboten eingerichtet werden“, freut sich Hladky. Außerdem sei die lang ersehnte Absenkung des Bordsteins vor dem Eingang des Forums in Aussicht gestellt worden. Während des Experiments wurde eine temporäre Rampe angebracht, die laut Hladky rege genutzt wurde.

Experiment „Westend Kiez“: Umsetzung eines Superblocks für 2024 erwünscht

Hladkys Wunsch ist es, dass im kommenden Jahr – pünktlich zum anstehenden Mobilitätskongress – ein Konzept für einen Superblock steht und man mit diesem 2024 in die Umsetzung geht. Sie betont immer wieder: „Der Klimawandel wartet nicht.“ Doch laut dem Beschluss „Bürgerschaftliche Projekte zur Verkehrswende“ des Mobilitätsausschusses ist eine zweijährige Pilotphase vorgesehen.

Christina Warta, Sprecherin des Mobilitätsreferats, erklärt dazu: „Die Erfahrungen aus den Projekten in diesem und denen im kommenden Jahr werden in einem gemeinsamen Resümee zusammengefasst und im ersten Quartal 2024 dem Stadtrat vorgelegt.“

Obwohl sie viele Anwohner danach gefragt hätten, wird Hladky das Projekt kommendes Jahr nicht wiederholen: „Es wäre ein wahnsinniger Aufwand ohne weiteren Erkenntnisgewinn. Hierin steckt sehr viel ehrenamtliche Arbeit. Auch wenn es sich gelohnt hat, hat es mich an meine Grenzen gebracht.“

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