Museum statt „Spindel“?

Kinder- und Jugendmuseum – trotz unsicherem Zukunfts-Standort bereits Widerstand

Statt auf die „Spindel“ an der Schießstätt-/Gollierstraße könnten Anwohner der benachbarten Hochhäuser in Zukunft auf das Kinder- und Jugendmuseum blicken.
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Statt auf die „Spindel“ an der Schießstätt-/Gollierstraße könnten Anwohner der benachbarten Hochhäuser in Zukunft auf das Kinder- und Jugendmuseum blicken.

Für das Kinder- und Jugendmuseum werden neue Räumlichkeiten gesucht. Wo der künftige Standort sein wird, ist noch unsicher. Allerdings formiert sich bereits Widerstand...

Schwanthalerhöhe – „Licht an – Licht aus“ heißt die aktuelle Mitmachausstellung im Kinder- und Jugendmuseum, die bis Ende April an der Arnulfstraße zu sehen ist. „Unsere Planung geht über die Sommerferien hinaus“, sagt Leiter Andreas Ernstberger. 

Wann genau das Museum aufgrund des Hauptbahnhof-Umbaus die Räumlichkeiten verlassen muss (Hallo berichtete), weiß er aber nicht. Ebenso wenig, wo es nach dem Abriss des derzeitigen Standorts hingeht: 

„Es werden mehrere Möglichkeiten geprüft. Es liegt nicht in unserer Hand, der Stadtrat entscheidet.“ 

Neubau in Planung 

Eine Option sorgte beim jüngsten Besuch des Oberbürgermeisters (OB) im Westend für Aufregegung: An der Schießstätt-/Gollierstraße, dort wo sich die Zufahrtsrampe zum Parkdeck des Forums Schwanthalerhöhe befindet, ist ein Neubau in Planung. 

Die sogenannte „Spindel“ soll mit einem Gebäude überbaut werden – etwa so hoch, wie das gegenüberliegende Hotel. Eigentümer des Grundstücks ist die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB). 

Geschäftsführer Harald Ortner erklärt, dass nur ein Mieter für das künftige Gebäude vorgesehen sei – „hoffentlich das Kindermuseum“. 

Anwohner sind dagegen

Doch es formiert sich Widerstand: Einige anwohnende Eigentümer, die anonym bleiben möchten, erklärten bei der OB-Sprechstunde, dass sie keinen „Kasten vor die Nase gesetzt bekommen“ wollen. 

Sie fürchten um ihren Ausblick, Luftaustausch, Schlagschatten und Wertminderung ihrer Immobilien. Auch sei die verkehrliche Lage schwierig. Schon jetzt gebe es zu viel Verkehr im Viertel und kaum Parkplätze. 

Demnächst soll eine Eigentümerversammlung einberufen werden, bei der das weitere Vorgehen geklärt werden soll. Dass man klagen werde, sei nicht ausgeschlossen. Laut Ortner gebe es seit Kurzem einen positiven Vorbescheid. 

Situation ist „unkritisch“

Wann der Bauantrag eingereicht wird, könne er noch nicht sagen. Dass einige Anwohner mit dem Projekt nicht einverstanden sind, sei bekannt. Er erklärt, dass der Bereich durch das Vorhaben aufgewertet werde. 

Ein Verkehrsgutachten werde im Rahmen des Bauantrags erstellt. Vorprüfungen hätten ergeben, dass die Situation „unkritisch“ sei. Das Kulturreferat bestätigt gegenüber Hallo, dass unter anderem der Neubau als Standort in Frage kommt, jedoch noch diverse Fragen zu klären sind. 

Der Stadtrat werde 2020 damit befasst. 

Ob ein Interimsstandort nötig ist, könne derzeit noch nicht beurteilt werden. Während es aus dem Kulturreferat heißt, dass das Museum voraussichtlich Ende 2020 ausziehen muss, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB), dass dies wohl erst 2022 der Fall ist. 

Die DB habe dem Museum angeboten, nach Fertigstellung des neuen Starnberger Flügelbahnhofs Flächen im Neubau anzumieten. Dieses Angebot sei bisher nicht angenommen worden.

dbo

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