Noch ein Gottesdienst

Aus nach 103 Jahren in St. Rupert am Gollierplatz ‒ Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands löst sich auf

Nach 103 Jahren in St. Rupert löst sich die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) auf.
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Nach 103 Jahren in St. Rupert löst sich die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) auf.
  • Daniela Borsutzky
    VonDaniela Borsutzky
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Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) verabschiedet sich von St-Rupert am Gollierpaltz und löst sich auf - Nach 103 Jahren und einem Tag. Die Gründe...

Nach genau 103 Jahren und einem Tag verabschiedet sich die Pfarrgruppe der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) von St. Rupert.

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Mit einem gemeinsam vorbereiteten Gottesdienst sagen die Frauen rund um die Vorsitzende Annemarie Auer am Sonntag, 19. Dezember, am Gollierplatz Adieu. „Ich bin sehr traurig. Und ein bisschen verärgert, dass es so zu Ende geht“, sagt Auer, die der Gruppe 16 Jahre lang vorstand. Zwei Hauptfaktoren hätten letztendlich zum Aus geführt.

Annemarie Auer

Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands in St-Rupert nach 103 Jahren aufgelöst

Gegründet wurde die kfd von St. Rupert am 18. Dezember 1918. „Das war eine Zeit, in der Frauen nichts durften. So konnte man sich unter dem Deckmantel der Kirche treffen, um sich auszutauschen“, erklärt Auer.

In den folgenden 100 Jahren beteiligte sich die Frauengemeinschaft tatkräftig am Pfarreileben, organisierte spirituelle Angebote und Treffen, Feste und mehr. Als größten Erfolg verbucht Auer die Mädchengruppe, die sich inzwischen etabliert hat, sowie den alljährlichen Adventsbasar.

„Frauenarbeit ist wichtig. Gerade in der Kirche“, betont Auer. 52 Mitglieder hatte die Gruppe zuletzt, die Jüngste 24 Jahre, die Mehrheit weit über 70 Jahre alt. „Darunter sind viele Frauen mit wenig Rente.“

Als die Gemeinschaft über die Mitgliederzeitschrift erfuhr, dass sich der Jahresbeitrag von 25 Euro um ein Drittel erhöht, war der Aufruhr groß. „Die ersten Älteren haben gekündigt weil sie sich das nicht leisten können. Und die Jüngeren finden sich in der Kirche und vom Diözesanverband in München-Freising nicht gut vertreten“, erklärt Auer.

Dazu komme, dass sich kein neuer Vorstand gefunden habe. „Ich habe den Posten sowieso schon zu lange übernommen“, sagt die 52-Jährige. „Eine Veränderung hätte gut getan.“

Im Frühjahr treffen sich die Mitglieder nochmal zu einem Abschiedsessen – dann ist Schluss. Doch: „Viele Frauen wollen weiter aktiv in der Gemeinde bleiben. Aber eben nicht mehr im Rahmen der kfd.“

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