Jahresvorschau für die Viertel

Das wird neu im Westen Münchens – BA-Chefs exklusiv in Hallo

Ob der Palmengarten von „Greencity“ auch in 2021 eine Chance hat, hängt wohl davon ab, ob die Wiesn stattfinden kann.
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Ob der Palmengarten von „Greencity“ auch in 2021 eine Chance hat, hängt wohl davon ab, ob die Wiesn stattfinden kann.
  • Daniela Borsutzky
    vonDaniela Borsutzky
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    Sophia Oberhuber
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Bau, Verkehr, Kultur, Umwelt: Was das neue Jahr für die Münchner aus den Vierteln Laim, Hadern, Westend, Schwanthalerhöhe, Ludwigsvorstadt und Sendling bringt.

Vorerst keine neue Schule in Sendling

2020 hätte das Kultur-Jahr im siebten Stadtbezirk werden sollen – doch Corona machte dem einen Strich durch die Rechnung. „Das Kulturreferat ist zuversichtlich, die ausgefallene Stadtteilwoche heuer stattfinden zu lassen“, sagt Viertel-Chef Günter Keller (SPD). Als Termin sei die Woche vom 10. bis 16. Juni angedacht. In diesem Rahmen soll dann auch der Kulturgeschichtspfad für Sendling-Westpark vorgestellt werden. Bis es irgendwann ein Kulturhaus gemeinsam mit den Laimern an der Ludwigshafener Straße geben gibt, vergehen bestimmt noch fünf weitere Jahre. Doch: „Wir möchten gemeinsam mit Kommunalreferat und Kulturreferat eine Interimslösung in der Villa Flora finden.“

Guenter Keller (SPD) ist Viertel Chef in Sendling.

Auch der Umzug der Freiwilligen Feuerwehr Sendling von der Zillertal- an die Garmischer Straße könne frühestens 2025 stattfinden – und selbst das hält Keller für optimistisch. „Daher muss auch unser Wunschstandort für ein Jugendzentrum an der Zillertalstraße noch warten.“ Der BA 7 hat aber einen Antrag gestellt, um an der Garmischer Straße, gegenüber vom ICP eine Interimslösung für ein Jugendzentrum zu bekommen.

An der Passauerstraße /Gottfried-Böhm-Ring soll eine Schule entstehen – doch der Baubeginn verschiebt sich.

„Signifikante Bauvorhaben“ sind Keller für 2021 keine bekannt. Er erhoffte sich, dass die Bauvorbereitungen für den Neubau der Grundschule an der Passauerstraße beginnen. Doch auf Nachfrage beim Referat für Bildung und Sport erklärt Sprecherin Julia Mayer Corona-bedingte Verzögerungen: „Die geplante Fertigstellung des Neubaus der vierzügigen Grundschule mit zwei Einfachsporthallen wird um zwei Jahre von 2024 auf 2026 nach hinten geschoben. Der voraussichtliche Baubeginn wird sich von 2022 auf 2023 verschieben. Die Inbetriebnahme der Schule soll statt im Jahr 2024 im Jahr 2026 erfolgen.“ Das Konzept für die Schulversorgung sehe vor, den Bedarf bis zur Inbetriebnahme über die Grundschule Konrad-Celtis-Straße abzudecken.

Öffentliche Sitzungen des Bezirksauschusses in Sendling

Die Viertelpolitiker des Bezirksausschusses Sendling-Westpark treffen sich am Dienstag, 26. Januar, zu ihrer nächsten öffentlichen Sitzung. Los geht es um 19.30 Uhr in der Mensa des Erasmus-Grasser-Gymnasiums, Fürstenrieder Straße 159. Zu Beginn findet eine Bürgersprechstunde mit dem Vorsitzenden Günter Keller (SPD) statt, in der Bewohner des Viertels Fragen, Wünsche und Kritik vorbringen können.

Weil zur Minimierung eines Corona-Ansteckungsrisikos die Abstände zwischen den Teilnehmern eingehalten werden müssen, stehen unter Umständen nur wenige Plätze für Besucher zur Verfügung. Das Tragen einer Maske ist verpflichtend.

Sandstrand oder Biermeer in der Ludwigsvorstadt?

Die Theresienwiese: Der Ort, an dem im Corona-Jahr 2020 eben nicht Millionen Menschen auf dem größten Volksfest der Welt feiern konnten. Stattdessen gehörte die Fläche den Sommer über einfach einmal nur den Münchnern – ganz für sich alleine. Als Sportfläche, Spazierrunde und – im vom Verein „Greencity“ errichteten Palmengarten – auch ersatzweise als Strandurlaub.

„Natürlich hoffe ich, dass das Oktoberfest 2021 wieder stattfinden kann“, sagt BA-Vorsitzender Benoît Blaser (Grüne). „Trotzdem hoffe ich auch, dass man das Areal in der Zeit vor dem Wiesn-Aufbau besser für Freizeitaktivitäten nutzt.“ Bis die Theresienwiese dann im September vielleicht wieder nicht mehr nur den Münchnern gehört – und Millionen Menschen sie in eine Partymeile verwandeln.

Ausbau der Öffentlichen in Laim

„Die Arbeiten an der Zweiten Stammstrecke kommen gut voran“, berichtet Laims BA-Chef Josef Mögele (SPD). „Riesen Schwierigkeiten sehe ich aber im Sommer auf die Pendler in der Unterführung zukommen, wenn die Einhausung erfolgen soll.“ Der Interims-Aufzug soll laut einer Bahn-Sprecherin im Frühjahr seinen Betrieb aufnehmen.

Josef Mögele (SPD) ist BA-Chef in Laim.

Die U5 wird vom Laimer Platz nach Pasing verlängert. Laut Mögele gibt es aber offenbar „Finanzierungsvorbehalte“. Auf Nachfrage beim Baureferat heißt es hierzu nur: „Über Baubeginn und Finanzierung entscheidet der Stadtrat mit der Projektgenehmigung.“ Das soll voraussichtlich noch heuer passieren.

An der Landsberger Straße 350-356, dort wo sich einmal ein Verwaltungszentrum von Tengelmann befand, hat die Firma FOM Real Estate zusammen mit einem Unternehmen der Axa-Gruppe ein Bürogebäude für 2000 Menschen hochgezogen – im zweiten Quartal 2022 soll das „MARK“ fertig werden.

Dringend saniert werden muss die Laimer Kulturstätte „Interim“: Das alte Ölofen-System ist nicht mehr zeitgemäß und Spalten im Fußboden sorgen für erhöhte Unfallgefahr. „Das Geld steht noch nicht mal bereit“, moniert Mögele. Kommunalreferats-Sprecherin Maren Kowitz erklärt hierzu: „Es ist vorgesehen, voraussichtlich 2021 im Gebäude eine energiesparende Flächenheizung mit einer effizienten Brennwerttherme einzubauen. Derzeit prüft das Baureferat, ob hierfür Mittel aus dem Integrierten Handlungsprogramm Klimaschutz in München herangezogen werden können.“ Auch eine Bodensanierung sei in den für heuer geplanten Maßnahmen enthalten.

Noch weiter auf sich warten lässt die Machbarkeitsstudie für die Grundschule an der Fürstenrieder Straße, beklagt sich der BA-Chef. Ursula Oberhuber, Sprecherin des Referats für Bildung und Sport, verweist auf die Corona-bedingte „sehr angespannte Haushaltslage“ und damit verbundene Verschiebungen im Schulbauprogramm. „Für die Maßnahme wurden im 3. Schulbauprogramm Vorleistungen genehmigt. Der Stand der Planung ist jedoch noch nicht soweit konkretisiert, dass aktuell eine Präsentation in der Öffentlichkeit sinnvoll erscheint, zumal aktuell auch kein Termin für den Baubeginn genannt werden könnte.“

Ein neuer Turm für Senioren in Hadern

Im März vergangenen Jahres haben die Münchner im Rahmen der Kommunalwahl auch die Bezirksausschüsse neu gewählt. 24 Jahre lang war Johann Stadler (CSU) Vorsitzender des Haderner Gremiums – dann wurde er von Renate Unterberg (Grüne) abgelöst. Für Hallo hat sie nun die Viertelvorschau ihres Vorgängers für 2020 unter die Lupe genommen und einen Ausblick für heuer zusammengestellt.

Renate Unterberg von den Grünen ist BA-Chefin in Hadern.

Was wurde 2020 umgesetzt und wo hakt es?

Der Bolzplatz Silberdistel-/Krokusstraße wurde völlig neu gestaltet und im September offiziell eingeweiht.

Die Verlängerung der U6 nach Martinsried ist beschlossen. Laut dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr laufen derzeit die Planungen. Die bauvorbereitenden Maßnahmen sollen Mitte 2021 starten, gegraben wird ab Anfang 2022.

Der zweite Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Klinikums scheint beschlossen zu sein, zumindest erhebt die LHM keine Klage gegen die Bewilligung. Die Entscheidung des Preisgerichts über das Bauvorhaben sollte im Herbst 2020 erfolgen, wurde wegen der Pandemie aber auf Februar 2021 verschoben.

Für den Canisiusplatz sind im Mehrjahresinvestitionsprogramm 2021 Kosten eingestellt, sodass zu hoffen ist, dass es nächstes Jahr losgeht.

Bei der Baustelle am Stiftsbogen hoffen wir natürlich im Interesse der Bewohner, dass nach über zwei Jahren Bauzeit in 2021 alles endlich fertig wird.“

Haderns Ausblick auf 2021

Bauvorhaben:

„Gebaut wird das neue Haus des Augustinums mit einem Glockenturm für die Simeonsgemeinde, außerdem das kbo-Kinderzentrum an der Heiglhofstraße. Das Neubaugebiet Ludlstraße wird hoffentlich 2021 fertig gestellt und bezogen, einschließlich des Mehrgenerationenhauses. In der Planung ist ein neues Feuerwehrhaus, wir hoffen auf eine schnelle Realisierung. Wir erwarten den Baubeginn der Unterkunft an der Tischlerstraße.“

Der erste Spatenstich für den neuen Wohn-Turm auf dem Gelände des Augustinum wurde im August 2020 ausgehoben.

Verkehr:

„Die Gräfelfinger Straße wird zur Fahrradstraße. Die Verkehrssituation rund um das Klinikum ist Thema eines digitalen Treffens des BA mit den Zuständigen. Wir hoffen dringend auf Verbesserungen in der Kriegerheimstraße, auf einen Radschnellweg an der Würmtalstraße sowie auf eine Umgestaltung des Hönigschmidplatzes und allgemein auf eine Aufwertung der Ortskerne mit höherer Aufenthaltsqualität für die Menschen. Wir wollen auf der A96 die Weiterführung der gerade beschlossenen Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 60 bis zur Stadtgrenze und weitere Lärmschutzmaßnahmen.“

Umwelt:

„Wir fordern eine Sicherung der Baumschule und weiterer Frischluftschneisen sowie den Ausbau des Landschaftsparks Hadern-Laim-Pasing. Unser Ziel: Neupflanzung für jeden gefällten Baum und eine stärkere Kontrolle der vorgeschriebenen Ersatzpflanzungen. Außerdem wollen wir eine Verbesserung der Situation an den Wertstoffcontainern.“

Kultur:

„Eine künstlerische Graffiti-Aktion des BA ist am Max-Lebsche-Platz (F.: dbo) vorgesehen. Und wir hoffen für dort auf eine Entscheidung für ein Kulturhaus mit zweitem ASZ.“

Am Max-Lebsche-Platz wird es dieses Jahr bunt.

Schule & Sport:

„Weiter gebaut wird an der Senftenauer Schule. Die Baugenehmigung für die neue Turnhalle des TSV Großhadern wurde im vergangenen Sommer erteilt, wir erwarten dieses Jahr den Baubeginn. Außerdem hoffen wir auf den Bau der vom BA beschlossenen inklusiven beziehungsweise barrierefreien Spielgeräte am Spiel-und Bolzplatz Ludl-/Menaristraße.“

Back-Zentrale & Kiez an der Schwanthaler Höhe und im Westend

Der achte Bezirk und Neuhausen sind zusammengewachsen – kurz vor Weihnachten wurde der langersehnte Arnulfsteg eröffnet. „Nun steht noch die Gleisquerung über die Landsberger Straße ins Westend (Bergmannstraße) aus – ein Zeitplan liegt uns noch nicht vor, ist aber beim Baureferat angefragt“, sagt Viertel-Chefin Sibylle Stöhr (Grüne).

Sibylle Stöhr (Grüne) ist BA-Chefin im 8. Stadbezirk.

Der Bau der neuen Rischart-Zentrale an der Theresienhöhe soll im Februar starten, die Fertigstellung ist für 2023 angedacht.

So soll die neue Rischart Zentrale an der Theresienhöhe mal aussehen.

Auf dem MK2-Gelände wird hingegen erst einmal nichts passieren. „Für die geplante und geforderte Schule müssen Gelder im 3. Schulbauprogramm bewilligt werden, das dauert noch. Bis dahin liegt die Fläche erst einmal brach – außer es kommen neue Ideen für eine Zwischennutzung. Unser BA-Antrag einen Wagenplatz zuzulassen wurde leider abgelehnt“, bedauert Stöhr.

Mit dem Bau des neuen Hotels, das anstelle des ehemaligen Dönerhauses an der Schwanthalerstraße 119 entstehen wird, soll es voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer losgehen – das gegenüberliegende „Schnitzelhaus“ sei so gut wie fertig. Ebenfalls zur Jahresmitte rechnet Stöhr mit dem Startschuss für das Konzept „Lebensplätze für Frauen“ an der Westendstraße 35.

Noch eine Weile erhalten bleibt dem Viertel das Multikulturelle Jugendzentrum. „Baubeginn wird nicht vor 2022 sein – bis dahin wird auch das Kösk bleiben“, so Stöhr.

Hinsichtlich Kultur meint die Grünen-Politikerin: „Ich denke es stehen einige in den Startlöchern. Die Kunst- und Kulturtage werden sicher wieder veranstaltet, vielleicht auch Kunst im Quadrat – das ist wiederum abhängig davon, ob das Oktoberfest stattfindet oder nicht.“

Ansonsten werde der BA weiterhin für jeden Baum im Viertel kämpfen. Auch die Begrünung öffentlicher und privater Gebäude wolle man angehen. Wichtig sei ebenfalls, den (Plastik-)Müll deutlich zu reduzieren: „Das ist eine Mammutaufgabe, die uns alle betrifft, wir müssen aber damit bei uns anfangen.“

„Westend-Kiez“

Für mehr Freiraum: Die „Münchner Initiative für Nachhaltigkeit“ führt zur Zeit Veranstaltungen zum Thema „Westend Kiez“ durch. Dabei geht es um die Idee, aus einem Teil des Westends (im Straßenkarree Kazmair-, Ganghofer-, Schwanthaler-, eventuell Westend- und Schießstättstraße) ein verkehrsberuhigtes Quartier zu machen. Eine weitere Online-Diskussionsrunde mit den Anwohnern wird am Samstag, 20. Februar, von 15 bis 17 Uhr stattfinden. Nähere Informationen gibt es hier.

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