Flächenversiegelung in Laim

Verein will Wohnungen an der Saherr-/Guido-Schneble-Straße bauen – Bezirksausschuss lehnt das Projekt ab

200 Wohnungen, ein Pflegeheim, eine Kita, Gemeinschaftseinrichtungen und Tiefgaragen sollen an der Saherrstraße entstehen – zu viel, wenn es nach den Laimer Lokalpolitikern geht.
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200 Wohnungen, ein Pflegeheim, eine Kita, Gemeinschaftseinrichtungen und Tiefgaragen sollen an der Saherrstraße entstehen – zu viel, wenn es nach den Laimer Lokalpolitikern geht.
  • Daniela Borsutzky
    vonDaniela Borsutzky
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In Laim soll ein neues Bauprojekt Wohnfläche, Kindergarten und Pflegeheim schaffen. Der BA ist von den Plänen nicht überzeugt. Was man sich stattdessen wünscht.

  • Bauprojekt soll Wohnraum schaffen
  • Was dort geplant ist
  • Was der Bezirksausschuss sich stattdessen wünscht

Bezahlbarer Wohnraum. Das ist es, was scheinbar fast alle Münchner immer wieder fordern. Der gemeinnützige Wohnungsverein München 1899 will das schon lange in Laim umsetzen. An der Saherr-/Guido-Schneble-Straße sollen jetzt unter anderem etwa 200 Apartments entstehen. Doch der Bezirksausschuss stellt sich gegen das Projekt.

Noch steht an der besagten Ecke ein neunstöckiges Hochaus, die Mieter sind längst ausgezogen. Laut Ingo Trömer, Sprecher des Planungsreferats, wurde der Abbruch des Bestandsgebäudes Guido-Schneble-Straße 85 ordnungsgemäß bei der Lokalbaukommission (LBK) angezeigt – die Abholzungsarbeiten sind bereits im Gange. Stattdessen soll hier künftig ein 15 Stockwerke hoher Wohnturm mit einer Traufhöhe von 35,5 Metern entstehen. Und damit nicht genug.

Bauprojekt in Laim: BA von Plänen nicht begeistert

Neben dem Turm, längs an der Saherrstraße, soll das Parkdeck weichen, ebenso die auf der gegenüberliegenden Straßeseite bestehende Kita „Drachenei“. Eine neue Kita ist vorgesehen und auch ein Pflegeheim mit 60 Plätzen. Und entlang der Guido-Schneble-Straße, dort wo sich im Moment ein Parkplatz befindet, will der Wohnungsverein ein Servicegebäude errichten. Außerdem sind Tiefgaragen mit etwa 410 Stellplätzen angedacht.

Die Laimer Lokalpolitiker lehnen das Vorhaben ab und fordern stattdessen einen Ideenwettbewerb, die Erstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans sowie das Einbeziehen der Bürger. Denn das Projekt stelle eine Quartiersentwicklung mit überörtlicher Bedeutung dar. Außerdem weiche es in seiner jetzigen Planung von den geltenden baurechtlichen Bestimmungen in erheblichem Maße ab. In seiner kommenden Sitzung will der BA die Forderungen beschließen.

BA setzt Fokus auf Bäume und Spielplätze

99 Bäume befinden sich im Projektgebiet. 46, davon 23 in erhaltenswertem Zustand, sollen gefällt werden. Weder zu Ersatzpflanzungen noch zu Kinderspielplätzen liegen den Lokalpolitikern Informationen vor.

Der laufende Vorbescheid befindet sich aktuell in der Prüfung. In diesem Rahmen würden Spielplätze noch nicht thematisiert, so Trömer. Doch die LBK werde im Zuge des späteren Baugenehmigungsverfahren darauf achten, dass die entsprechenden Spielplätze vorhanden sein werden. Ein vorhabenbezogener Bebauungsplan sei in diesem Fall laut Trömer nicht notwendig.

Auf Nachfrage beim Wohnungsverein wurde Hallo mitgeteilt, dass Anfragen ausschließlich auf dem postalischen Wege an den Vorstand zu richten sind.

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