Zu wenig Platz im FAZ

Hier wird Integration gelebt – auf engstem Raum

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Die Mütter und Mitarbeiter rund um Andrea Streifeneder (hinten links) hoffen auf eine Lösung.

Hadern – Das Familienzentrum Blumenau ist in Raumnot – Zusammenrücken wird zunehmend anstrengender – Doch eine Erweiterung gestaltet sich schwierig

Ordentlich zusammenrücken müssen die Mütter und ihre Kinder im Familienzentrum (FAZ) Blumenau. „Im letzten Jahr hatten wir in den Nachmittagsgruppen zuletzt fast 70 Menschen hier. Das konnte so einfach nicht mehr weitergehen“, berichtet Leiterin Andrea Streifeneder. In der Einrichtung an der Rolf-Pinegger-Straße 3 herrscht eklatanter Platzmangel. Seit Jahren ist der Verein auf der Suche nach Räumlichkeiten – bisher erfolglos.

Mittlerweile musste Streifeneder die Reißleine ziehen: „Sobald sich 30 Personen im Raum befinden, kommt ein Aufsteller vor die Tür und keiner darf mehr rein.“ Die Sicherheit sei sonst nicht mehr gewährleistet, außerdem leide die Spielqualität. 

Leiterin Andrea Streifeneder hofft auf baldige Alternativen.

Das neue Problem: Zwar trete man sich nun nicht mehr gegenseitig auf die Füße, dafür hätte man immer mehr mit erbosten Eltern zu tun. „Früher hatten wir Mütter, die nach zehn Minuten mit ihrem Kind wieder gegangen sind, weil es zu voll war – heute sind sie verärgert, wenn wir sie nicht reinlassen“, berichtet Streifeneder.

Alle gewerblichen Einheiten im Erdgeschoss und teilweise im ersten Obergeschoss im Quartier Rolf-Pinegger-Straße/Terofalstraße/Blumenauer Straße gehören zu Vonovia, dem größten deutschen Wohnungsbauunternehmen mit Sitz in Bochum. Seit etwa drei Jahren stehen Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe des FAZ leer. An der Blumenauerstraße 4a war früher ein Frisörsalon, seitdem sind die rund 130 Quadratmeter ungenutzt. Dort hätte Streifeneder 30 Quadratmeter mehr als jetzt beziehungsweise einen zweiten Raum.

„Man könnte zwei Gruppen gleichzeitig laufen lassen. Im Moment muss alles genau getaktet sein. Bei uns gehen 64 Nationen ein und aus. Der Vorkindergarten ist voll, in jeder Gruppe werden zehn Sprachen gesprochen. Wir leben Integration“, so Streifeneder. Im Mai 2017 wurde dem FAZ der ehemalige Frisörsalon angeboten, seitdem geht nichts voran. 

Matthias Wulff, Sprecher von Vonovia erklärt hierzu, dass bisher mit verschiedenen Interessenten Gespräche geführt wurden, aber noch keine „tragfähige Lösung“ gefunden wurde. „Wir möchten das gesamte Quartier zum Nutzen von allen weiterentwickeln: für die Bewohner, die anderen Gewerbemieter und auch das FAZ. Wir würden uns sehr freuen, wenn es in unseren Flächen bleiben könnte. Das wäre auch für das ganze Quartier gut“, so Wullf.

Derzeit hat Streifeneder wenig Hoffnung, dass es mit der Blumenauer Straße 4 noch klappt. Gerüchten zufolge solle dort eine Arztpraxis einziehen. Wullf wollte dies nicht bestätigen.

Daniela Borsutzky

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