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Fuchs-Alarm am Waldfriedhof in Hadern ‒ Münchner Ruhestätten kämpfen gegen Wildtier-Problem

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Von: Marie-Julie Hlawica

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Trotz Fütterverbot wurden auf dem Waldfriedhof wohl gezielt Lebensmittel ausgelegt, die einen oder mehrere Füchse angelockt haben. Jetzt wird mit Schildern gewarnt.
Trotz Fütterverbot wurden auf dem Waldfriedhof wohl gezielt Lebensmittel ausgelegt, die einen oder mehrere Füchse angelockt haben. Jetzt wird mit Schildern gewarnt. © dpa/Stephanie Pilick

Weil einige Besucher dort das Fütterverbot ignorieren, wird auf dem Münchner Waldfriedhof nun gejagt - Wildtiere sorgen regelmäßig für umgewühlte Gräber.

Hadern - Die Blumen kaputt, die Erde umgewühlt, das schöne Grab zerstört: Tanja Sixt war entsetzt, als sie die Ruhestätte der Familie auf dem Waldfriedhof in Hadern besuchte. Als sie dann nah am Grabstein auch noch Lebensmittelabfälle fand, war ihr klar: Da füttert jemand die Tiere. Der vermeintliche Grabschänder – ein Fuchs.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Wegen Verstößen gegen Fütterungsverbot: Münchner Friedhöfe kämpfen gegen Wildtier-Problem

Jetzt wird gejagt, aber nicht nur der Fuchs. Das bestätigt eine Sprecherin des Gesundheitsreferats der Stadt auf Hallo-Nachfrage: Der Waldfriedhof werde sogar „dauerhaft“ bejagt. „Das Kreisverwaltungsreferat genehmigt regelmäßig Jagdhandlungen in befriedeten Bezirken. Die genehmigten Tierarten sind etwa Wildschwein, Fuchs, Steinmarder, Baummarder, Dachse, Wildkaninchen, Rehwild, Feldhase, Eichelhäher, Elstern, Rabenkrähen, Wildenten, Wildgänse, Ringeltauben, Türkentauben und Möwen.“

Die beiden zuständigen Jäger möchten sich nicht in der Presse äußern, heißt es von Seiten des KVR. Denn die Wildtierjagd auf dem Friedhof wird nicht überall bejaht, auch wenn, so KVR-Sprecher Johannes Mayer, sichergestellt ist, dass Schonzeiten respektiert werden.

Problem auf Friedhöfen in München: Wildtiere beschädigen Gräber

Friedhöfe sind quasi die Hot­spots der Artenvielfalt, „das sollten wir erhalten“, appelliert dann auch Martin Hänsel, stellvertretender Vorsitzender des Bund Naturschutz in München. „An dem Problem mit den Wildtieren in der Stadt ist der Mensch schuld. Die Tiere passen sich an, suchen in der Stadt Schutz, weil ihr natürlicher Lebensraum im Umland durch Nachverdichtung nicht mehr exisitiert. Oberstes Gebot ist, kein Tier anfüttern, sich unbedingt an das Fütterverbot halten, damit die oft seltenen Wildtiere weiter konfliktarm in der Stadt leben können.“

Martin Hänsel, stellvertretender Vorsitzender im Bund Naturschutz München, will die Artenvielfalt auf Münchens Friedhöfen erhalten.
Martin Hänsel, stellvertretender Vorsitzender im Bund Naturschutz München, will die Artenvielfalt auf Münchens Friedhöfen erhalten. © privat

Trotz Jagd gibt es genug Probleme, die durch falsche Fütterung entstehen, sagt das Gesundheitsreferat: „Futter lockt Mäuse und Ratten an, Brot Graugänse. Ihr Kot verschmutzt Wege und Grabstätten, beschädigt Grabmale und die Gewässer laufen Gefahr, durch Brotbrocken und den vermehrten Kot der Wasservögel umzukippen.“

Martin Hänsel ist aber sicher, dass das Zusammenleben von Mensch und Wildtier dort funktionieren kann, ohne Jagd. Wer Tieren doch etwas Gutes tun will, dem rät der Naturschutz-Experte: „Stellen Sie einen Napf Wasser hin!“

Tierische Probleme an anderen Ruhestätten

Folgende Tiere treiben laut Gesundheitsreferat auf den Münchner Friedhöfen ihr Unwesen: Auf dem Westfriedhof gibt es eine erhöhte Kaninchenpopulation. Auf dem neuen Südfriedhof gibt es zu viele Gänse und Wühlmäuse. Und der Ostfriedhof hat mit einem Rattenproblem zu kämpfen.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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