Der Baustellen-Fahrplan

Großprojekt Hauptbahnhof: Ab Montag längere Umsteigewege für Pendler

An dieser Stelle im Hauptbahnhof-Zwischengeschoss, an der gerade noch Jörg Mader steht, wird in den kommenden Tagen eine Mauer errichtet.
1 von 12
An dieser Stelle im Hauptbahnhof-Zwischengeschoss, an der gerade noch Jörg Mader steht, wird in den kommenden Tagen eine Mauer errichtet.
Ohne Abrissbirne wird das „Schwammerl“ Stück für Stück zurückgebaut, mit Greifbaggern abgenagt und die Parkhausflügel zur Hälfte abgebrochen.
2 von 12
Ohne Abrissbirne wird das „Schwammerl“ Stück für Stück zurückgebaut, mit Greifbaggern abgenagt und die Parkhausflügel zur Hälfte abgebrochen.
DB-Bürgerbeauftragter und Baukommunikator Jörg Mader gibt tiefe Einblicke in den Baustellen-Fahrplan für den Hauptbahnhof.
3 von 12
DB-Bürgerbeauftragter und Baukommunikator Jörg Mader gibt tiefe Einblicke in den Baustellen-Fahrplan für den Hauptbahnhof.
Bald werden Fahrgäste, die heute noch das Zwischengeschoss in Richtung der Schalterhalle passieren, durch Bauzäune und Begrenzungen umgeleitet.
4 von 12
Bald werden Fahrgäste, die heute noch das Zwischengeschoss in Richtung der Schalterhalle passieren, durch Bauzäune und Begrenzungen umgeleitet.
Die in die Jahre gekommene Schalterhalle wird abgerissen.
5 von 12
Die in die Jahre gekommene Schalterhalle wird abgerissen.
Natürlich, so der DB-Bürgerbeauftragte, werde sich Lautstärke nicht vermeiden lassen. Man sei in Kontakt mit allen Anwohnern und gebe ungeplante Baumaßnahmen schnellstmöglich bekannt.
6 von 12
Natürlich, so der DB-Bürgerbeauftragte, werde sich Lautstärke nicht vermeiden lassen. Man sei in Kontakt mit allen Anwohnern und gebe ungeplante Baumaßnahmen schnellstmöglich bekannt.
Ende 2026 soll hinter der Stelle, an der sich Jörg Mader befindet, die neue Schalterhalle stehen.
7 von 12
Ende 2026 soll hinter der Stelle, an der sich Jörg Mader befindet, die neue Schalterhalle stehen.
Während der Bauarbeiten werden viele Lifte, die sich im Umgriff der Abbrucharbeiten befinden, nicht benutzbar sein.
8 von 12
Während der Bauarbeiten werden viele Lifte, die sich im Umgriff der Abbrucharbeiten befinden, nicht benutzbar sein.

München – Der Umbau des Hauptbahnhofs steht direkt bevor: Erst wird das Vordach abgerissen, dann die alte Schalterhalle. Was genau Pendler jetzt beachten müssen.

Die Münchner Fahrgäste müssen sich für den großen Umbruch wappnen: Da, wo jetzt am Hauptbahnhof-Zwischengeschoss noch Jörg Mader steht, stoppt sie bald eine dicke Mauer. Dort entsteht die nächsten sieben Jahre die größte, zentrale Megabaustelle der Landeshauptstadt.

Update 3. Mai:

Ab Montag 6. Mai, 12 Uhr müssen sich Reisenden auf einige Einschränkungen im Bereich Hauptbahnhof einstellen, wie die Stadtwerke München (SWM), soeben vermelden. Ab 12 Uhr, ist dann kein direkter Durchgang zu den Zügen des Regional- und Fernverkehrs von den U-Bahnlinien U1, U2, U7 und U8 sowie von den Trambahnen und Bussen am Bahnhofplatz mehr möglich. 

Die MVG empfiehlt ihren Kunden folgende Ausweichmöglichkeiten:

• Fahrgäste der Tram- und Buslinien weichen bitte je nach Linie auf die Haltestellen Hauptbahnhof Nord oder Hauptbahnhof Süd aus, die sich direkt an den Nebeneingängen des Hauptbahnhofs befinden.

• Für Fahrgäste der U-Bahnlinien U1, U2, U7 und U8 wird der Umsteigeweg zu den Zügen des Regional- und Fernverkehrs leider deutlich länger, da ein größerer Umweg durch das Sperrengeschoss der S-Bahn erforderlich ist. Die MVG empfiehlt, einen entsprechenden zeitlichen Puffer einzuplanen.

• Fahrgäste der U4/U5 nutzen den Ausgang Goethestraße, dieser führt direkt zum Südeingang des Hauptbahnhofs, der weiterhin geöffnet ist.

Unter www.mvg.de werden alle Fahrgäste über etwaige Änderungen im Bezug auf die Baustelle informiert.

Erstmeldung:

Die in die Jahre gekommene Schalterhalle wird abgerissen, der Neubau wird auch wegen der zweiten S-Bahn-Stammstrecke nötig. „Es ist eines der spannendsten Bahn-Vorhaben deutschlandweit bei laufendem Personen- und Gleisbetrieb!“, sagt DB-Bürgerbeauftragter Mader, der das Projekt seit 2017 als Bahn-Ansprechpartner begleitet.

Ab 6. Mai ist die Halle dicht

Mader kennt den exakten Zeitplan: „Schon am 20. April geht es los. Dann tauschen wir erste Schilder aus, die die Fahrgäste zu den Bahngleisen und den U- und S-Bahnen umleiten. Am 6. Mai wird die Halle mittags für das Publikum endgültig geschlossen.“

An Stelle der Schalterhalle wächst ein gigantischer Baukrater 40 Meter in die Tiefe: „Rundherum errichten wir raumhohe, starke Schall- und Schutzwände. Den Fortschritt des Deckelverfahrens durch den Münchner Untergrund können Bürger durch Gucklöcher verfolgen.“ Ein Video ist jetzt schon auf Youtube zu sehen.

Über hundert Ingenieure und Geologen auch aus Australien und Dubai arbeiten an dem Bahnhofsprojekt, berichtet Mader. Ohne Abrissbirne wird das „Schwammerl“ Stück für Stück zurückgebaut, mit Greifbaggern abgenagt und die Parkhausflügel zur Hälfte abgebrochen. 

Ende 2029 soll die neue Schalterhalle stehen. „2026 wird die zweite Stammstrecke in Betrieb gehen und unterirdische Station somit fertig sein.“

Marie-Julia Hlawica

Details zum Baustellen-Fahrplan

Baukommunikator Jörg Mader zum Fortschritt bei der 2. Stammstrecke und zum Umbau des Hauptbahnhofs:

  • Am 6. und 7. Mai wird die Bahn Mitarbeiter vor Ort am Hauptbahnhof einsetzen, um Fahrgästen bei der Sperrung beizustehen.
  • Im Juni werden Fundamente zur Stabilisierung für die Tiefbauarbeiten gegossen.
  • Die Schallschutzwand mit Gucklöchern zu den Gleisen hin (vis a vis der Bahn Information in der Gleishalle) wird ab Juli errichtet und wird 12 Meter hoch. Ein Teil der dortigen Schließfächer wird gestrichen, ein Teil verlegt.
  • Auch künftig sollen Bodenaufkleber den Fahrgäste bei der Orientierung im Gebäude helfen.
  • Das Blindenleitsystem wird weiter bestehen.
  • Der Bauplan wird laufend optimiert, etwa was die Lasterdurchfahrten betrifft: Statt 100 000 sind es aktuell noch geplante 70 000.
  • Aktuell beläuft sich das tägliche Fahrgastaufkommen im Münchner Hauptbahnhof auf circa 450 000 Personen. Sie müssen weiter durch den Bypass geleitet werden.
  • Natürlich, so der DB-Bürgerbeauftragte, werde sich Lautstärke nicht vermeiden lassen: „Wir sind im Kontakt mit allen Anwohnern. Erwarteter Lärm wird weniger schlimm, als unerwarteter. Wir kündigen große Maßnahmen an.“ 
  • Der Bau der U 9 mit Bauzeitablauf und Baukosten wird derzeit untersucht.
  • Welche Objekte aus dem Hauptbahnhof die Bahn verkauft – Mobiliar, Verkaufspavillons, Mülleimer – kann unter www.DBresale.com eingesehen werden. Allerdings gibt es schon sehr viele Anfragen nach konkreten Stücken.
  • Die besondere Deckelbauweise im Hallenkrater kann von der Schallschutzwand vor den Gleisen (sie steht dort, wo sich ffrüher der Burger King befand) per Video angesehen werden.
  • Die Taxistände sowie die Haltestelle des Flughafenbusses an der Arnulfstraße werden verlegt. Wohin genau, wird noch bekannt gegeben.
  • Wie steht es um die Arbeiten am Marienhof? „Da graben noch die Archäologen – Geologen zeichnen einen Tiefenkarte.“

Die Tauben-Aktion

Auch für sie ist der Hauptbahnhof zentraler Anlaufpunkt für Futter und Brut: Münchens Tauben. Trotz Taubenhaus, das dort erst 2012 extra für sie eröffnet wurde, finden sich viele der Tiere in Nischen und auf Ballustraden.

Zu ihrem Schutz haben Taubenfreunde bereits zu dem Bürgerbeauftragtem Jörg Mader Kontakt aufgenommen: „Diese Tierschützer haben uns angeboten, die Vögel einzufangen und nach Niederbayern zu bringen. Wir sind deshalb im Gespräch.“

Der Bahnmüll zieht um: Zur Arnulfstraße kommt ein Wertstoffhof

Hier soll ein moderner Sammelhof für Wertstoffe entstehen – zumindest auf bestimmte Zeit.

„Gleis 36 haben wir seitlich der Arnulfstraße stabilisiert“, erklärt der Bürgerbeauftragte die aktuelle Bahn-Baustelle an der Arnulfstraße. Dort, wo ein Flachbau jahrelang einen Kiosk und einen Army-Shop beherbergte, entsteht ein moderner Sammelhof, der als Interimslösung für die nächsten Jahre dienen soll.

Denn hier entsteht bereits gut sichtbar die neue Müll-Sammelstelle des gesamten Bahnhofs. „Am Hauptbahnhof fallen jeden Tag tonnenweise Abfälle an. Der Müll aus allen Zügen, der Bahnhofsgastronomie, der Bahn-, Bundes- und Münchner Polizei vor Ort sowie aller dort situierten Firmen wurde bis jetzt direkt im großen Wertstoff-Innenhof zwischen seitlichem Parkhausflügel und Arnulfstraße gesammelt, getrennt und abgeholt.“ 

Weil dort aber schon jetzt die erste Baustelleneinrichtung mit großem Kran steht, darf der Müll als erstes Umziehen – in sein neues Ausweichquartier an der Arnulfstraße hin zur Paul-Heyse-Unterführung.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

U-Bahn: Stationen von der Oberfläche nicht erkennbar – leuchtende Angaben gefordert
U-Bahn: Stationen von der Oberfläche nicht erkennbar – leuchtende Angaben gefordert
Kulturcafé fürs Viertel: Schwestern erhalten Absage – warum Sie dennoch nicht aufgeben
Kulturcafé fürs Viertel: Schwestern erhalten Absage – warum Sie dennoch nicht aufgeben
Radeln in Hadern: Lebensgefährlich! – Rechtliche Präventionsmaßnahmen gefordert
Radeln in Hadern: Lebensgefährlich! – Rechtliche Präventionsmaßnahmen gefordert
Waldfriedhofviertel: Bürger beklagen die schlechte Nahversorgungslage
Waldfriedhofviertel: Bürger beklagen die schlechte Nahversorgungslage

Kommentare