Kein Respekt vor den Toten

Gräber im Waldfriedhof geschändet – Münchner bittet um Hinweise

Wo vorher Blumen die Gräber zierten, waren nur noch Löcher zu sehen.
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Wo vorher Blumen die Gräber zierten, waren nur noch Löcher zu sehen.
  • Sabina Kläsener
    VonSabina Kläsener
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Im Münchner Waldfriedhof kam es zu mehreren Fällen von Vandalismus und Diebstählen. Ein Münchner hofft jetzt auf wachsame Friedhofsbesucher, damit die Täter geschnappt werden.

Hadern - Pflanzen herausgerissen, Kübel umgestoßen, das Glas vom Grablicht zersplittert: Als Thomas Rothbauer zu den Gräbern seiner Mutter und Großmutter geht, findet er beide verwüstet vor.

Der 34-jährige Giesinger kümmert sich regelmäßig um die Ruhestätte auf dem Waldfriedhof. „Das ist das erste Mal, dass ich so etwas erlebt habe.“ Sogar ein Fußabdruck ist auf dem Grab zu erkennen.

Die Städtischen Friedhöfe unterscheiden zwischen Vandalismus und Diebstahl – wenn also beispielsweise Blumen vom Grab entfernt werden. Heuer wurden bisher acht Diebstähle und neun Fälle von Vandalismus angezeigt, erklärt das zuständige Gesundheitsreferat. Betroffene sollen Beschädigungen bei der Polizei anzeigen und der Friedhofsverwaltung melden.

Letzteres hat auch Rothbauer getan, doch er hat wenig Hoffnung. Der Waldfriedhof ist der größte in München. Der Bereich, in dem die Gräber liegen, ist schlecht einsehbar und nahe an zwei Ausgängen gelegen – ideal für die Täter. Auch benachbarte Gräber sind beschädigt.

Vorher waren hier noch gepflanzte Blumen. Nun ist nur noch ein Loch auf dem Grab übrig.

„Flächendeckende Sicherheitsmaßnahmen sind äußerst schwierig“, erklärt eine Sprecherin des Gesundheitsreferats mit Verweis auf die 420 Hektar Gesamtfläche der Friedhöfe. Wenn sich Vorfälle häufen, sei das Personal besonders aufmerksam.

Rothbauer hofft auf wachsame Friedhofsbesucher, damit die Täter gefasst werden. Als Dank für Hinweise, die zur Aufklärung führen, bietet er sogar Grabpflege für sechs Monate an.

Hinweise an wochenende@hallo-muenchen.de

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