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Gefahr durch Radfahrer auf den Gehwegen in Hadern: Anwohnerin klagt über Situation

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Von: Daniela Borsutzky

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Anwohnerin Silvia Gajetzki ärgert sich über die Gehwegradler, die täglich knapp neben den Gartentürchen an der Kurparkstraße vorbeisausen.
Anwohnerin Silvia Gajetzki ärgert sich über die Gehwegradler, die täglich knapp neben den Gartentürchen an der Kurparkstraße vorbeisausen. © Daniela Borsutzky

Gefahren durch Gehwegradler: Anwohnerin klagt erneut über Verkehrssünder auf der Kurparkstraße in Hadern - Das sagen Stadt München und Polizei.

Hadern - Ganz weit strecke ihre blinde Nachbarin den Stock in den Gehweg der Kurparkstraße hinein, wenn sie das Haus verlässt, erzählt Silvia Gajetzki. Hunde müssten an die Leine, Kinder an die Hand genommen werden. Und ihre 96-jährige Mutter sei bislang glücklicherweise mit einem Schrecken davon gekommen, wenn wieder einmal quietschende Reifen von einer Notbremsung zeugten. Denn wenn die Anwohner der Kurparkstraße durch ihre Gartentürchen, die oft von Hecken umsäumt sind und die Sicht einschränken, auf den Gehweg wollen, müssen sie sich vor Fahrradfahrern in Acht nehmen.

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Gefahren durch Gehwegradler: Anwohnerin klagt erneut über Verkehrssünder in Hadern

Bereits 2015 prangerte Silvia Gajetzki die Verkehrssicherheit im Abschnitt Stiftsbogen bis zur Ossinger- beziehungsweise Schröfelhofstraße bei der Bürgerversammlung an. Sie beantragte eine zusätzliche Beschilderung „Nur für Fußgänger“. Abgesehen von einer „lapidaren, enttäuschenden Antwort“ der Stadt habe sich seitdem nichts getan, im Gegenteil.

„Die Situation hat sich zugespitzt“, sagte Gajetzki jetzt, als sie beim örtlichen Bezirksausschuss vorstellig wurde. „Der Gehweg entlang der Kurparkstraße wird völlig selbstverständlich als Radweg genutzt“, beschwert sich die Hadernerin. Kürzlich habe sie in einer Stunde 27 Radler, „die teils in hoher Geschwindigkeit mit E-Bikes, teils als Pulk in beiden Richtungen direkt entlang der Ausgangspforten der Anwohner fahren“ gezählt.

Es ist wohl die Bequemlichkeit, der abgesenkte Bordstein, der die Fahrradfahrer dazu verleitet, gerade über den Gehweg zu fahren, statt den Knick auf der Straße um die Bushaltestelle zu nehmen, vermutet Gajetzki. Wenn sie die Menschen auf ihr Fehlverhalten anspricht, bekomme sie meist zu hören, dass diese schon wüssten, dass sie nicht auf dem Gehweg fahren dürfen. „Es heißt dann nur ‚Es passiert doch nichts, ich bin ja vorsichtig.‘ Eine Einsicht ist nicht vorhanden.“ Erneut hat Gajetzki nun eine entsprechende Kennzeichnung des Gehwegs beantragt.

Die Anwohner der Kurparkstraße leiden unter den Radfahrern, die vermutlich aus Bequemlichkeit auf dem Gehweg unterwegs sind.
Die Anwohner der Kurparkstraße leiden unter den Radfahrern, die vermutlich aus Bequemlichkeit auf dem Gehweg unterwegs sind. © Daniela Borsutzky

Viele Radfahrer auf Gehwegen in Hadern: So schätzen Stadt und Polizei die Situation ein

Die Chancen stehen wohl schlecht, wie sich auf Hallo-Nachfrage beim inzwischen zuständigen Mobilitätsreferat (MOR) herausstellt. Sprecherin Christina Warta weist darauf hin, dass in Tempo-30-Zonen Radler grundsätzlich die Fahrbahn zu benutzen hätten. Eine zusätzliche Beschilderung des Gehwegs sei laut Straßenverkehrsordnung „nur dann vorgesehen, wenn eine Klarstellung explizit notwendig ist“, so Warta. „Da die Fußwege in der Kurparkstraße und dem Stiftsbogen baulich mit Gehwegplatten hergestellt wurden, sind diese aber eindeutig als Fußwege zu erkennen, eine zusätzliche Beschilderung ist deshalb nicht erforderlich.“

Die Polizei sieht das ebenso, sagt Sprecher Andreas Harter. Zu Lösungsmöglichkeiten erklärt er: „Im Rahmen des regulären Streifendienstes werden Verstöße gegen Verkehrsregeln regelmäßig angesprochen und nach dem jeweiligen Ermessen mündlich oder schriftlich verwarnt. Zusätzlich sind die Jugendbeamten der Dienststelle regelmäßig an Schulen und können aktuelle Problemfälle ansprechen. Dies beinhaltet natürlich auch verkehrsrechtliche Auffälligkeiten.“

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