Aus der Bürgerversammlung für den 7. Stadtbezirk

Anwohner-Ärger um Gänse-Kot im Westpark - Bund Naturschutz reagiert auf Vorwürfe


Das Café „Gans am Wasser“ ist beliebt bei Westparkbesuchern. Die tierischen Namensgeber mag nicht jeder.
+
Das Café „Gans am Wasser“ ist beliebt bei Westparkbesuchern. Die tierischen Namensgeber mag nicht jeder.
  • Daniela Borsutzky
    VonDaniela Borsutzky
    schließen

Bei der Bürgerversammlung für den Stadtbezirk Sendling-Westpark in München ärgert sich ein Anwohner über Gänse-Kot. Bund Naturschutz reagiert zu den Vorwürfen.

München/Westpark - Die Gänse im Westpark: Der eine empfindet sie als putzig, für den anderen sind sie eine Plage. So auch für einen Viertelbewohner der sich bei der Bürgerversammlung für Sendling-Westpark am Rednerpult echauffierte: „Den gesamten Sommer bis in den Herbst hinein ist es kaum möglich, die Wiesen für Entspannung, Sport oder andere Aktivitäten zu nutzen, ohne seine Sachen mit Gänse-Kot einzusauen.“

München: Ärger über Gänse-Kot im Westpark - Bund Naturschutz reagiert auf Anwohner-Vorwürfe

Das sei unappetitlich und vermutlich auch nicht gesundheitsförderlich. Er führte aus, dass bei zwei Kilo Kot pro Gans im Westpark rund eine halbe Tonne zusammenkäme. Zwar hatte er keinen Lösungsvorschlag für das Problem, die anwesenden Bürger stimmten trotzdem für sein Anliegen.

Hallo hat bei Silke Sorge vom Bund Naturschutz (BN) nachgehakt. Sie beobachtet und zählt seit vielen Jahren die Gänse im Westpark. Im vergangenen Winter habe es 15 bis 25 Tiere verteilt auf zwei Arten gegeben. Im Frühjahr, mit Beginn der Brutzeit, waren es dann etwa 45 Gänse aus drei Arten. Woher die Behauptung komme, dass sie zwei Kilo Kot am Tag ausscheiden würde, wisse sie nicht. Der Wert würde immer wieder von Personen angegeben, die Angst vor Gänsen machen wollen.

Kanadagänse im Westpark - für manche putzig, für andere eine Plage.

„In der wissenschaftlichen Literatur findet man andere Angaben: durchschnittlich 830 Gramm Nassgewicht. Auch das ist schon ziemlich viel, man darf aber nicht vergessen, dass bei Vögeln keine Trennung von Kot und Urin erfolgt – das meiste davon ist Wasser“, sagt Sorge. Hinzu komme, dass die tierischen Hinterlassenschaften für die Wiesen bester Humusdünger seien.

Gänsekot hat wenig mit dem zu tun, was wir unter Kot verstehen. Er besteht nur aus kleingehäckseltem Gras. Gänse verdauen ihre Nahrung nämlich kaum – das ist der Grund, weshalb sie so viel fressen“, erklärt die Expertin. Gänse seien lediglich Rasenmäher ohne Auffangbehälter.

Für Menschen relevante Krankheitserreger könne man in Gänse-Kot faktisch nicht finden. „Das spielende Kind, das die Finger in den Mund steckt, kann sich dadurch nicht infizieren. Es gibt weltweit keinen Fall, bei dem ein Mensch durch Kontakt mit dem Kot von Wildgänsen erkrankt wäre“, beruhigt Sorge.

Auch interessant:

Meistgelesen

Größerer Polizei- und Feuerwehreinsatz in München: Deswegen war die Hansastraße heute Morgen gesperrt
München Südwest
Größerer Polizei- und Feuerwehreinsatz in München: Deswegen war die Hansastraße heute Morgen gesperrt
Größerer Polizei- und Feuerwehreinsatz in München: Deswegen war die Hansastraße heute Morgen gesperrt
Wird die Wiesn jetzt teurer?
München Südwest
Wird die Wiesn jetzt teurer?
Wird die Wiesn jetzt teurer?

Kommentare