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Hotel nimmt Ukrainer auf und fordert Hilfe von der Verwaltung – worüber der Stadtrat bald entscheidet

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Von: Theresa Reich

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Deutschunterricht in der Lobby eines Hotels in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs. In den 25 Zimmern sind aktuell 28 Frauen und 23 Kinder aus der Ukraine untergekommen.
Deutschunterricht in der Lobby eines Hotels in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs. In den 25 Zimmern sind aktuell 28 Frauen und 23 Kinder aus der Ukraine untergekommen. © Theresa Reich

Immer mehr Hotels nehmen Geflüchtete aus der Ukraine auf, so auch eins im Bahnhofsviertel. Da sie Flüchtlinge schon längere Zeit beherbergen, beantragen sie nun Hilfe von der Stadt...

LUDWIGS-/ISARVORSTADT Aktuell finden 28 Frauen und 23 Kinder aus der Ukraine Obdach in einem Hotel im Bahnhofsviertel. Für die traumatisierten Familien sei dies eine bessere Lösung als die Massenunterkünfte, findet Susanne Grill, Projektmanagerin der Cocoon-Hotels. Die 34-Jährige, die mit ihrem Team das sogenannte „Haus der Geborgenheit“ gegründet hat, kämpft dafür, dass die Geflüchteten dort bleiben können.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Schnell und unbürokratisch habe Johannes Eckelmann, Inhaber der Cocoon- und Eckelmann-Hotels, eines seiner sieben Häuser, das Corona-bedingt geschlossen ist, für die Familien bereitgestellt. „Wir haben seit vielen Jahren ukrainische Mitarbeiter, und diese haben uns gebeten, ihre Familien, Freunde und Bekannten aufzunehmen“, sagt Grill gegenüber Hallo.

Flüchtlinge aus Ukraine in Hotels: Geld wird für Familien knapp - Auch Dehoga appelliert

Jetzt nach vier Wochen wird das Geld knapp. Bis auf zwei Familien sind alle mittellos. „Die Konten sind gesperrt, und das übrige Geld wird von deutschen Banken nicht gewechselt“, erklärt sie. Kleidung, Hygieneartikel und Lebensmittel hätten die Bekannten der Geflüchteten und Mitarbeiter selbst finanziert.

Auf staatliche Unterstützung hatten sie zwar gehofft, aber Grill sagt: „Uns wurde mündlich von mehreren Seiten zugesagt, dass wir eine Entschädigung wenigstens für die Zimmer einreichen können. Seit etwa zwei Wochen möchte sich aber niemand mehr konkreter zu allem äußern und wir stehen im Regen.“

Auch der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) habe einen Aufruf gestartet und bei den Hotelbetreibern dafür geworben, Flüchtlinge gegen eine Aufwandsentschädigung unterzubringen. Dazu sagt Dehoga-Sprecher Frank-Ulrich John: „Wir haben vom Bayerischen Innenministerium die Mitteilung erhalten, dass die Kreisverwaltungsbehörden nicht mehr als 30 Euro täglich pro Flüchtling zahlen können. Ob die Summe an die Hoteliers vergeben wird, klären die Behörden nach einer individuellen Prüfung.“

Geflüchtete aus Ukraine in Hotels: Das schlägt das Sozialreferat vor

Laut Grill hätten Kollegen aus dem Landkreis bereits finanzielle Unterstützung erhalten. In München habe die Stadt auf ihre Bitte bisher keine Zugeständnisse gemacht. Hedwig Thomalla, Sprecherin des Sozialreferats antwortet hierzu: Der Verwaltung sei bewusst, dass einige Initiativen und Hoteliers Flüchtlinge aus der Ukraine in Hotels untergebracht haben. Deshalb werde das Sozialreferat dem Stadtrat für diese Fälle eine Kulanzregelung vorschlagen. Die Stadt soll Hotelkosten bis maximal zur Mietobergrenze für den Zeitraum ab Kriegsbeginn bis Donnerstag, 7. April, pauschal nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erstatten.

Die Regelung soll aber nicht über den 7. April hinaus gelten, „da damit unkalkulierbare Kosten entstehen und spätestens mit dieser Beschlussvorlage allen Beteiligten die Möglichkeiten und die Rechtslage bekannt sind“, erklärt Thomalla. Der Stadtrat wird am Donnerstag, 7. April, über den Beschlussvorschlag beraten. Sollte er zustimmen, muss danach im Einzelfall geprüft werden, ob eine Kostenerstattung möglich ist.

Für Grill steht schon jetzt fest: „Das Hotel ist keine Dauerlösung. Unser Ziel ist es, den Frauen Jobs und Wohnungen zu ermöglichen, damit sie hier ein eigenständiges Leben führen können“, betont die Hotelmanagerin. Für eine Ukrainerin konnte Grill bereits einen erste Arbeitsstelle im Gastronomiegewerbe vermitteln. Voraussichtlich im Mai dürfe sie damit beginnen, denn zu diesem Zeitpunkt soll die Arbeitserlaubnis bestätigt sein.

Spendenhinweis

Wer die Geflüchteten mit Spenden unterstützen möchte, meldet sich an E-Mail susanne.grill@cocoon-hotels.de

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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