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50 Jahren Verein Prop in München ‒ So hilft die Einrichtung L43 im Bahnhofsviertel aus der Drogen-Sucht 

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Von: Theresa Reich

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Die Zimmer als Notschlafstelle sind ausgestattet mit Bett, Schrank und Stuhl.
Die Zimmer als Notschlafstelle sind ausgestattet mit Bett, Schrank und Stuhl. © Prop e.V.

Der Verein Prop in München feiert heuer Jubiläum – wie er im L43 im Bahnhofsviertel hilft und was seit Gründung vor 50 Jahren in der Drogentherapie anders ist...

„Wir begleiten Klienten zum Teil über viele Jahre. Leider erfahren wir manchmal, dass andere verstorben sind“, sagt Heike Zwanziger, Diplom-Sozialpädagogin und stellvertretende Einrichtungsleiterin des Drogennotdienstes L43. „Wir erhalten aber auch Briefe oder Nachrichten von Klienten, dass sie ein abstinenzfreies Leben führen und sich bei uns bedanken möchten.“

Das niedrigschwellige Soforthilfeangebot an der Landwehrstraße im Bahnhofsviertel wurde vom Verein Prop ins Leben gerufen, der heuer 50 Jahre alt wird (siehe Kasten). Die Organisation bietet an ihren 22 Standorten in Bayern – davon 14 in und um München – Suchthilfe, Prävention und Jugendhilfe an.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Die Einrichtung L43 des Verein Prop im Bahnhofsviertel von München hilft seit 50 Jahren aus der Drogen-Sucht 

Im L43 finden täglich 120 Konsumenten von illegalen Drogen oder Ersatzmitteln wie Methadon und Therapieabbrecher im Alter von 18 bis 66 Jahren eine Anlaufstelle – mit Kontaktladen, Schlafmöglichkeiten, Duschen und einer „Pause“ von der Szene. Momentan sind die Betten Corona-bedingt von 32 auf 20 reduziert.

„Die Belegung ist in der Regel voll ausgelastet, wobei wir zu Spitzenzeiten auch Klienten wegschicken müssen“, betont Zwanziger. Die Gründe, warum Drogenabhängige einen Notschlafplatz aufsuchen, seien verschieden: Obdachlosigkeit, psychische oder familiäre Probleme, die dazu führen, dass sie nicht ihre eigene Wohnung nutzen können.

Die Zimmer als Notschlafstelle sind ausgestattet mit Bett, Schrank und Stuhl.
Die Zimmer als Notschlafstelle sind ausgestattet mit Bett, Schrank und Stuhl. © Prop e.V.

21 Sozialpädagogen und Sozialarbeiter sowie zwei Soziologen leisten 24 Stunden „Überlebenssicherung“.

„Unser Angebot umfasst die Bereitstellung und kostenlose Nutzung von Hygieneartikeln, Waschmaschine, Trockner sowie eine medizinische Wundnotversorgung oder die Ausgabe sauberer Bekleidung.“ 

Heike Zwanziger

Ebenso stehen ein kostenloses Frühstück und Lebensmittel aus Spenden der Münchner Tafel bereit. „Unsere Besucher kommen gerade wegen unserer vielfältigen Angebote oder einfach nur, um in Ruhe einen Kaffee zu trinken und mit den Sozialarbeitern zu ratschen.“ Daraus entstehen manchmal weitere Beratungsgespräche.

Prop stehe für die englische Abkürzung „Proposal“ – Vorschlag. Neben einer unverbindlichen Kontaktaufnahme bilden „Einzelberatung sowie Krisenintervention den Schwerpunkt“, ergänzt Zwanziger.

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