Natur im Park erleben

Bund Naturschutz und Bürgerinitiative stellen Vision für Gelände rund um Baumschule vor

Der Bund Naturschutz will die Baumschule und die angrenzenden Flächen ökologisch aufwerten.
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Der Bund Naturschutz will die Baumschule und die angrenzenden Flächen ökologisch aufwerten.

Mehr Naturfläche statt Bebauung: Der Bund Naturschutz setzt sich für einen Landschaftspark im Münchner Westen ein. Die örtliche Politik ist an der Sache dran.

Ökologische Landwirtschaft, zusätzliche Krautgärten sowie ein Baumschulabzeichen für Jugendliche – das fordern der Bund Naturschutz und die Bürgerinitiative Landschaftspark-West für die Flächen rund um die Baumschule. Ihre Vision ist die Schaffung eines Landschaftsparks. Anlass für das Konzept waren Gerüchte über eine mögliche Bebauung des Areals. „Es ist wichtig, dass die Grünflächen erhalten bleiben, denn so viele Gebiete, auf denen die Münchner die Natur erleben können, gibt es nicht“, sagt Ernst Habersbrunner vom Bund Naturschutz.

Ernst Habersbrunner vom Bund Naturschutz.

Das Konzept sieht vor, neue Wege zu schaffen, denn die bestehenden seien überlastet und es fehle eine Ost-West-Verbindung für Fußgänger.

Grüne Flächen statt Bebauung - Bund Naturschutz wünscht sich Landschaftspark

Die landwirtschaftlichen Flächen sollen in kleinere Parzellen aufgeteilt und ökologisch bewirtschaftet werden. Ein Anreiz für diese Umstellung könnten Abnahme-Genossenschaften sein. „Zwischen den Parzellen sollen Hecken gepflanzt werden, damit Tiere die Möglichkeit haben, sich zu verstecken“, sagt Habersbrunner.

Nördlich der Kleingärten soll die Stadt eine Teichlandschaft angelegen. Diese könnte tiefere Gewässer, aber auch Tümpel, die austrocknen können, umfassen, um verschiedenen Amphibien eine Heimat zu bieten.

Außerdem sieht das Konzept vor, die Krautgärten am Max-Planck-Gymnasium und dem Waldorfkindergarten zu vergrößern. An der Blumenau könnte eine komplett neue Anlage entstehen, denn die Wartelisten für die Gärten seien lang.

Die Baumschule soll erhalten bleiben. Habersbrunner wünscht sich allerdings mehr interaktive Angebote wie einen Baumlehrpfad. Zudem könnten Jugendliche auf dem Gelände übernachten, naturkundliche Informationen erhalten und ein Baumschulabzeichen erwerben. Umliegende Schulen könnten ein Jahr lang für ein kleines Gebiet die Verantwortung übernehmen und dort Hecken oder Blumenwiesen pflegen. Es sind regelmäßige natur- und vogelkundliche Führungen durch den Park angedacht, Tafeln sollen zudem das Geschehen in der Natur und Landwirtschaft erklären.

Landschaftspark im Münchner Westen - Das sagen die Bezirksausschüsse

Auch die örtlichen Bezirksausschüsse beschäftigten sich mit dem Gelände. Die Grünen hatten in Hadern, Laim und Pasing einen identischen Antrag gestellt: Die Baumschule und ihre angrenzenden Grünflächen sollen von einer Bebauung freigehalten werden. Unter der Beteiligung der BAs und der Bürger soll das Gebiet als Landschaftspark weiterentwickelt werden.

Der Laimer Viertel-Chef Josef Mögele (SPD) sagte, dass großer Konsens darüber bestehe, „dass das Thema auf den Tisch kommt und nicht im Untergrund diskutiert wird.“ Man müsse darauf hinwirken, dass die Baumschule freigehalten werde – „für unsere Kinder und Kindeskinder.“ Mit einer Gegenstimme wurde der Antrag angenommen.

Die Haderner Lokalpolitiker einigten sich darauf, die Forderung als interfraktionellen Antrag zu stellen. Das Pasinger Gremium vertagte seine Entscheidung. Christian Müller (SPD) wollte eine Bebauung nicht komplett ausschließen. „Wir brauchen preisgünstigen Wohnraum.“ Uneinigkeit herrschte auch über den Erhalt der Baumschule.

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