Forderung des BA

Ein „Schandfleck“ am Luise-Kieselbach-Platz ‒ Biker-Clubhaus soll ein Kiosk werden

Einen Kiosk mit öffentlicher Toilette für die Viertelbewohner wünschen sich die Mitglieder des Bezirksausschusses am Luise-Kiesselbach-Platz.
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Einen Kiosk mit öffentlicher Toilette für die Viertelbewohner wünschen sich die Mitglieder des Bezirksausschusses am Luise-Kiesselbach-Platz.

Lokalpolitiker in Sendling-Westpark lassen nicht locker: Erneuter Antrag zur Umwandlung des Clubheims der Biker „Streetfighter Nomads“ am Luki in Kiosk.

Die Biker des Motorradclubs „Streetfighter Nomads“ sind den Mitgliedern des Bezirksausschusses Sendling-Westpark ein Dorn im Auge: Seit 1992 befindet sich der Vereinssitz der Biker in dem kleinen städtischen Gebäude auf dem Luise-Kiesselbach-Platz, gegenüber des Altenheims.

Die Lokalpolitiker aber möchten, dass das Häuschen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, am liebsten in Form eines Kiosks. In der jüngsten BA-Sitzung wurde ein neuer Vorstoß gewagt und wieder darüber diskutiert, wie man die Motorrad-Liebhaber vertreiben kann.

Die lautesten Töne schlägt meist die CSU an, allen voran Ex-Stadtrat Otto Seidl (CSU), auf den der aktuelle Antrag zurückgeht. „Schandfleck“ schimpfte Seidl das Clubhaus und forderte, dass dort „etwas reinkommt, was die Bürger brauchen“ – anstatt dass sich dort „drei Leute treffen“.

Otto Seidl (CSU).

Bisher war das Vorhaben des BA am scheinbar wasserdichten Mietvertrag gescheitert. Das Kommunalreferat sah „keinen Grund, das solide Vertragsverhältnis zu beenden.“ Details zum Vertrag konnten die Lokalpolitiker bisher nicht bekommen.

Biker-Clubhaus am Luise-Kieselbach-Platz soll Kiosk werden

Doch jetzt scheint es, als habe sich der Verein aufgelöst, so die Westpark-CSU. Auf der Homepage der „Streetfighter Nomads“ ist lediglich von einer Interessengemeinschaft die Rede. Der frühere Vorsitzende und einige ehemalige Vereinsmitglieder würden das Gebäude vermutlich ohne einen noch rechtsgültigen Mietvertrag nutzen, vermutet Seidl.

Der BA will jetzt Klarheit: Es sei zu prüfen, wer als Mieter im Mietvertrag eingetragen ist.

Ob die Rechnung aufgeht, ist mehr als fraglich. „Wir können versichern, dass ein wirksamer Mietvertrag besteht und der Vertragspartner sich nicht verändert hat und nicht aufgelöst wurde. Die Mieterschaft erfüllt ihre Verpflichtungen anstandslos“, sagt Andreas Sigl vom Kommunalreferat. Ein „Interessensbekundungsverfahren“ für eine Kiosk-Nutzung habe kein Ergebnis gebracht.

Die geforderte Ertüchtigung des Gebäudes zu einem Kiosk mit öffentlicher Toilettenanlage durch das Baureferat könne erst realisiert werden, falls der aktuelle Mieter auszieht, so Sigl. „Für die Mieterschaft werden mit Unterstützung des BA neue Räumlichkeiten gesucht, um einen Umzug zu ermöglichen.“

Während die Biker in der Vergangenheit Hallo gegenüber noch auskunftsfreudig waren, haben sie von der Stadt im Sommer vergangenen Jahres wohl einen Maulkorb verpasst bekommen. Auf eine aktuelle Anfrage hieß es lediglich, dass man sich auch weiterhin nicht zu dem Thema äußern werde.

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